schlürfen

GrammatikVerb · schlürfte, hat/ist geschlürft
Aussprache
Worttrennungschlür-fen
Wortbildung mit ›schlürfen‹ als Letztglied: ↗anschlürfen · ↗aufschlürfen · ↗ausschlürfen · ↗davonschlürfen · ↗einherschlürfen · ↗einschlürfen · ↗entlangschlürfen · ↗heranschlürfen · ↗heraufschlürfen · ↗herbeischlürfen · ↗herumschlürfen · ↗hinausschlürfen · ↗hineinschlürfen · ↗hinunterschlürfen · ↗hinüberschlürfen · ↗umherschlürfen · ↗vorbeischlürfen · ↗wegschlürfen · ↗weiterschlürfen · ↗zurückschlürfen
 ·  mit ›schlürfen‹ als Grundform: ↗Geschlürfe
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
eine Flüssigkeit geräuschvoll in den Mund einsaugen
Beispiele:
laut, vernehmlich schlürfen
er hat beim Essen grässlich geschlürft
ein heißes Getränk vorsichtig schlürfen
die Kühe schlürften das Wasser gierig, in, mit vollen, langen Zügen
Unbeobachtet von den Eltern konnte ich schlürfen und schmatzen wie ich wollte [BecherAbschied4,230]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
ein wohlschmeckendes Getränk langsam und mit Genuss in kleinen Schlucken trinken
Beispiele:
gemächlich ein Glas Wein, einen edlen Tropfen schlürfen
ein Gläschen Likör, Kognak schlürfen
Wir schlürften Tee, bissen in das duftende Gebäck [JahnnNiederschrift1,576]
bildlich etw. geistig genießen
Beispiel:
Mit allen Sinnen schlürfte der Heimatlose den vielfältigen Zauber des Zuhauseseins [Hesse3,84]
3.
landschaftlich, umgangssprachlich
Synonym zu schlurfen (Lesart 1)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlürfen · schlurfen
schlürfen Vb. ‘geräuschvoll trinken, mit schleifenden Schritten gehen’ (16. Jh.), lautnachahmende Bildung, die mit mnd. slorpen, ‘schlürfen, trinken’, mnl. slorpen, nl. slurpen, norw. slurpe sowie mhd. slurken ‘schlucken’, mhd. (md.) slurc ‘Schlund’, schwed. slurka ‘mit großen Schlucken trinken’, slurk ‘Schluck, Mundvoll’ vergleichbar ist. Daraus läßt sich ein das schlürfende, schleifende Geräusch nachahmendes germ. *slur- ansetzen, ohne daß unbedingt Verwandtschaft mit lat. lurcārī ‘fressen’ und griech. lárynx (λάρυγξ) ‘Schlund, Kehlkopf, Kehle’ (Pokorny 1, 965) vorliegen muß. schlurfen Vb. (17. Jh.), gleichbed. Nebenform von schlürfen.

Thesaurus

Synonymgruppe
nippen · schlürfen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auster Caipirinha Cappuccino Champagner Cocktail Drink Espresso Glühwein Kaffee Milchkaffee Mokka Nektar Nudelsuppe Pfefferminztee Plastikbecher Prosecco Schampus Schluck Sekt Strohhalm Suppe Tasse Tee ausschlürfen einschlürfen genießerisch genüßlich hineinschlürfen knabbern schmatzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlürfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er schlürft gierig den Tee, den der Vater für die Gäste aufgetragen hat.
Die Zeit, 12.09.2012, Nr. 17
Die Münder schlürfen den Brei, der da oben serviert wird.
Tucholsky, Kurt: Rotters erste Reihe. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1921], S. 24502
Er hielt ein Stück Brot in der Hand und schlürfte heißen Tee.
Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 208
Nur wenige schlürfen den Wein und werfen die Schale von sich.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 277
Doch man aß nicht schlecht und schlürfte den erfreulichsten Trunk.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 121
Zitationshilfe
„schlürfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schlürfen>, abgerufen am 24.08.2019.

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