schlängeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschlän-geln
Wortbildung mit ›schlängeln‹ als Erstglied: ↗Schlängellinie · ↗Schlängelpfad · ↗Schlängelung
 ·  mit ›schlängeln‹ als Letztglied: ↗dahinschlängeln · ↗durchschlängeln · ↗entlangschlängeln · ↗herabschlängeln · ↗heranschlängeln · ↗hervorschlängeln · ↗hinausschlängeln · ↗hindurchschlängeln · ↗hineinschlängeln · ↗hinschlängeln · ↗unterschlängeln · ↗vorbeischlängeln
 ·  mit ›schlängeln‹ als Grundform: ↗schlängelig · ↗schlänglig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
sich schlängelnvon Schlangen   sich in einer Schlangenlinie gleitend fortbewegen
Beispiele:
die Natter schlängelte und wand sich (im Sand)
die Viper schlängelte sich durch das Gras, über die Steine
[der] Fischotter, der sich im Wasser windet und schlängelnd (= wie eine Schlange) dahingleitet [R. GerlachVierfüßler13]
2.
etw. schlängelt sich (durch etw.)etw. verläuft in einer Schlangenlinie
Beispiele:
ein Bach, Weg schlängelt sich durch die Wiesen, durch das Tal
ein schmaler Pfad schlängelt sich durch den dichten Wald, um einen Berg
ein Fluss schlängelt sich in tausend Windungen
In Serpentinen schlängelten sich die Straßen [MoloEin Deutscher196]
3.
jmd. schlängelt sich (durch etw.)jmd. bewegt sich mit großer Wendigkeit, unter geschickter Umgehung aller Hindernisse in einer bestimmten Richtung (zu Fuß) fort, gelangt durch etw. hindurch
Beispiele:
er schlängelt sich durch die Menschenmassen
die Kellner schlängelten sich durch die Tischreihen
sich durch die parkenden Autos, Wagenkolonnen schlängeln
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich der Betrüger schlängelte sich geschickt durch die Paragraphen des Gesetzes (= wußte geschickt die Lücken in den Gesetzen auszunutzen)
4.
nur im Part. Prät.
geschlängeltin Form einer Schlangenlinie, wie eine Schlangenlinie geformt
Beispiele:
eine geschlängelte Linie
ein geschlängelter Bach, Weg
Eng und geschlängelt waren viele der Gassen [BecherAbschied4,315]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlange · schlängeln
Schlange f. Der Name des Kriechtieres ahd. slango m. (9. Jh.), mhd. slange m. (md. f.) ‘Schlange, Drache’, auch ‘Teufel’, asächs. slango m., mnd. slange m. f., mnl. slanghe m. f., nl. slang f. steht im Ablaut zu dem unter ↗schlingen (s. d.) behandelten Verb in seiner Bedeutung ‘sich schlängelnd winden, kriechen’. Er verdrängt (als Tabuwort?) alte Bezeichnungen wie ↗Natter, ↗Unke, ↗Wurm (s. d.). Fem. Genus setzt sich mit Luthers Bibelübersetzung durch. Die Schlange gilt seit alters wegen ihrer kriechenden Fortbewegung, ihres giftigen Bisses, der Fähigkeit, kleine Tiere gleichsam zu hypnotisieren, sowie auf Grund der biblischen Erzählung vom Sündenfall als ein listiges, verschlagenes, falsches Wesen, vgl. klug wie eine Schlange, falsche, giftige Schlange ‘hinterlistiger, unaufrichtiger Mensch’, auch ‘böse, hinterlistige Frau’, eine Schlange an seinem Busen ziehen, nähren ‘für erwiesene Wohltaten Undank ernten’; vgl. ferner (wie eine oder in einer) Schlange stehen ‘in langer (gewundener) Reihe nach etw. anstehen’ (20. Jh.). schlängeln Vb. ‘sich wie eine Schlange in Windungen fortbewegen’ (17. Jh.), seit dem 18. Jh. reflexiv.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bach Boa Fluß Hügel Hügellandschaft Lindwurm Natter Pfad Schlucht Serpentin Serpentine Tal Wiese Windung dahinschlängeln durchschlängeln empor entlangschlängeln heran herum herumschlängeln hinab hinauf hinaufschlängeln hindurch hindurchschlängeln hinunter hinunterschlängeln vorbei vorbeischlängeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlängeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Weg schlängelt sich durch den Wald, mal saust man dahin, mal gleitet man gemütlich und zwischendurch geht es gar leicht bergan.
Der Tagesspiegel, 08.02.2004
Sie schlängelten sich ungehindert durch die Kontrollen nach Polen - in Sicherheit.
Bild, 20.01.1999
Vorsichtig gleite ich über den Rand und schlängele mich vorwärts.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 203
Aus der rauschenden Leere in seinem Kopf schlängelt sich ein dünner, nichtswürdiger Satz.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 104
Wenn er sie küßte, schlängelte und wand sie sich in seinen Armen.
Biller, Maxim: Gare de l’Est. In: ders., Wenn ich einmal reich und tot bin, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1990, S. 174
Zitationshilfe
„schlängeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schlängeln>, abgerufen am 22.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schlängellinie
schlängelig
Schlange
Schlampigkeit
schlampig
Schlängelpfad
Schlängelung
schlangenartig
Schlangenbeschwörer
Schlangenbeschwörung