schimpfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschimp-fen
Wortbildung mit ›schimpfen‹ als Erstglied: ↗Schimpfer · ↗Schimpferei · ↗Schimpfkanonade · ↗Schimpfrede · ↗Schimpftirade · ↗Schimpfwort
 ·  mit ›schimpfen‹ als Letztglied: ↗anschimpfen · ↗ausschimpfen · ↗drauflosschimpfen · ↗herumschimpfen · ↗losschimpfen
 ·  mit ›schimpfen‹ als Grundform: ↗Geschimpf · ↗Geschimpfe · ↗beschimpfen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
über jmdn., etw. laut durch Worte seinen Unwillen äußern, heftig schelten
Beispiele:
laut, tüchtig, grob, wüst, unflätig schimpfen
umgangssprachlich mächtig schimpfen
immerzu schimpfen
umgangssprachlich in einem fort schimpfen
fluchen und schimpfen
»Wieder bist du unpünktlich!« schimpfte er
umgangssprachlich er schimpft wie ein Rohrspatz (= erregt und laut)
in gemeinen Worten schimpfen
auf, über jmdn., etw. schimpfen
Beispiel:
sie schimpften auf, über ihn, auf, über das schlechte Wetter
umgangssprachlich mit jmdm. schimpfen
Beispiele:
die Mutter schimpft mit ihrem ungezogenen Kind (= schilt es aus)
er kann das Nörgeln und Schimpfen nicht lassen
2.
umgangssprachlich jmdn. etw. schimpfenmeist zu Unrecht jmdn. mit einem kränkenden Namen benennen
Beispiel:
jmdn. (einen) Feigling, Betrüger, Dieb, Faulenzer, Lügner schimpfen
salopp, spöttisch ›sich schimpfen‹ + Nomenetw. zu sein behaupten, sich nennen
Beispiele:
und sowas schimpft sich nun Fachmann
Und Sie schimpfen sich Handwerksmeister? Können nicht mal rechnen! [FalladaJeder stirbt494]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schimpf · schimpfen · schimpflich
Schimpf m. ‘Beleidigung, Demütigung, Schande’, ahd. skimph ‘Scherz, Kurzweil’ (11. Jh.; vgl. skimphāri ‘Possenreißer, fahrender Schauspieler’, Hs. 12. Jh.), mhd. schimph, schimpf, auch ‘(Kampf)spiel, Spott, Verhöhnung’ (vgl. mhd. in sīme schimpfe hān, ze schimpfe hān, schimpf trīben ‘verspotten’), mnd. schimp ‘Scherz, Spaß, Spott, Hohn’, mnl. scimp, nl. schimp. Herkunft unbekannt. Die alte Bedeutung ‘Scherz’ hält sich bis ins 18. Jh. in der gegenüberstellenden Paarformel Schimpf und Ernst. Aus der bereits mhd. bezeugten Verwendung im Sinne von ‘Spott’ entwickelt sich im 16. Jh. ‘Ehrverletzung, Schmach, Schande’, vgl. Schimpf und Schande (18. Jh.). schimpfen Vb. ‘laut und zornig reden’, ahd. skimphen ‘scherzen, spielen, (ver)spotten’ (9. Jh.), mhd. schimphen ‘scherzen, spielen, zur Kurzweil kämpfen, (ver)spotten’, nhd. schimpfen ‘beleidigen, verunglimpfen, schelten’ (17. Jh.), ‘jmdn. verletzend mit einem Scheltnamen belegen’ (18. Jh.). schimpflich Adj. ‘beleidigend, schmachvoll’ (um 1600), mhd. schimph(e)lich ‘scherzhaft, kurzweilig, spöttisch’.

Thesaurus

Synonymgruppe
rüffeln · ↗schelten · schimpfen · ↗tadeln  ●  jemandem etwas geigen  ugs.
Assoziationen
  • jemanden scharf rügen · jemanden streng behandeln  ●  jemanden zur Minna machen  ugs.
Synonymgruppe
(den) Namen haben · (den) Namen tragen · (der) Name ist · (der) Name lautet · ↗(die) Bezeichnung (...) tragen · (sich) bezeichnen (als) · ↗(sich) nennen · angesprochen werden (können) als · bezeichnet werden als · ↗darstellen · ↗figurieren (als) · ↗firmieren (als) · ↗firmieren (unter) · ↗fungieren (als) · genannt werden · ↗heißen · man nennt (ihn)  ●  (sich jemanden) als etwas vorstellen müssen (lit.)  geh. · (sich) schimpfen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Bedeutung haben · ↗(einer Sache) gleichkommen · ↗bedeuten · ↗bilden · ↗darstellen · gleichzusetzen sein (mit) · ↗sein
  • (eine) geborene (...) · ↗geb. (...) · ihr Geburtsname ist · ihr Mädchenname ist (...) · ihr früherer Name ist · ihr vormaliger Familienname ist · mit Geburtsnamen · mit Mädchennamen
Synonymgruppe
abkanzeln · ↗ausschimpfen · ↗beleidigen · ↗entwerten · ↗entwürdigen · ↗herabsetzen · ↗herabwürdigen · ↗niedermachen  ●  ↗abqualifizieren  ugs. · absauen  derb · ↗anmachen  ugs. · ↗anmotzen  ugs. · anpampen  ugs. · ↗anpöbeln  ugs. · ↗diffamieren  geh. · ↗heruntermachen  ugs. · ↗herunterputzen  ugs. · schimpfen  ugs. · zur Sau machen  derb, fig. · zur Schnecke machen  ugs., fig. · ↗zusammenstauchen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Geschrei erheben · Krawall machen · Randale machen · Unmut äußern · Zorn äußern · ein großes Palaver veranstalten · ↗fluchen · ↗geifern · ↗herumschreien · ↗keifen · lautstark protestieren · nicht zu beruhigen sein · ↗poltern · schimpfen · ↗zetern  ●  (die) Welle machen  ugs. · (eine) Szene machen  ugs. · (einen) (mächtigen) Wirbel veranstalten  ugs. · (einen) Riesenaufstand machen  ugs. · (einen) Zwergenaufstand veranstalten  ugs. · (he)rumpalavern  ugs. · (mächtig) auf den Putz hauen  ugs. · fluchen wie ein Bierkutscher  ugs. · fluchen wie ein Droschkenkutscher  ugs. · fluchen wie ein Fischweib  ugs. · herumzetern  ugs. · keifen wie ein Fischweib  ugs. · ↗motzen  ugs. · rumschreien  ugs. · schimpfen wie ein Fischweib  ugs. · schimpfen wie ein Rohrspatz  ugs. · ↗schnauzen  ugs. · ↗wettern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autofahrer Coach Kritiker Mama Manager Rohrspatz Schiedsrichter Schiri Sportdirektor Taxifahrer Torwart Trainer ausschimpfen darüber ein fluchen fluchten hin hinterher jammern laut lauthals lautstark losschimpfen schimpfen schreien toben wettern zetern zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schimpfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese neue Regelung trage nicht zum Näherrücken der beiden Länder bei, schimpfte er gestern.
Bild, 13.05.2004
Meine Mutter hat mich geschimpft, weil ich mich daneben benommen habe.
Der Tagesspiegel, 04.05.2002
Unter dem Fenster schimpften Spieler, die ihr Geld verloren hatten.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 14
Ich werde dich schon nicht verklären. Dich muß man schimpfen.
Fleißer, Marieluise: Pioniere in Ingolstadt, Berlin: Henschel 1976 [1926], S. 87
Oft war ich böse, oft habe ich geschimpft; es gab aber auch Zeiten, wo wir sehr gut lebten, namentlich in den letzten Jahren.
Friedländer, Hugo: Prozeß wider das Grafen-Ehepaar Kwilecki wegen Kindesunterschiebung. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 35
Zitationshilfe
„schimpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schimpfen>, abgerufen am 22.04.2019.

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