schicklich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschick-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schicklich‹ als Erstglied: ↗Schicklichkeit · ↗schicklicherweise  ·  mit ›schicklich‹ als Letztglied: ↗unschicklich
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben, veraltend
1.
passend, einer Sache zukommend, angemessen, gebührend
Beispiele:
wir folgten den Trauernden in schicklichem Abstand
jmdn. zu schicklicher Stunde, Zeit, bei schicklicher Gelegenheit besuchen
für ein schickliches Unterkommen für seine Gäste sorgen
nach einem schicklichen Vorwand suchen, um sich verabschieden zu können
2.
etw. ist schicklichetw. entspricht den gültigen Umgangsformen in einer Gesellschaft, etw. ist Brauch und Sitte, ziemt, gehört sich
Beispiele:
es ist nicht schicklich, im Zimmer den Hut aufzubehalten
er fand es schicklich anzuklopfen
bei der großen Hitze zog er sich aus, soweit es schicklich war
als er sie küssen wollte, sträubte sie sich nicht mehr als schicklich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schick · schick · schicklich · Schickeria · Schickimicki
Schick, auch Chic m. ‘modische Eleganz’. Das zu (sich) schicken (s. ↗schicken) im Sinne von ‘ordnen, (sich) fügen, einrichten’ gebildete, seit dem 15. Jh. belegte nhd. Schick ‘gute Art, gute Stimmung, gutes Aussehen, richtiges Verhalten’ gilt im Dt. des 18. Jhs. als veraltet (Frisch) bzw. (trotz vereinzeltem Gebrauch bei guten Schriftstellern) als nicht literatursprachlich (Adelung, Campe). Mit der im Obd., zumal im Elsaß, in der Schweiz und im Rheingebiet üblichen Bedeutung ‘Anstelligkeit, Geschick(lichkeit), Talent’ wird Schick ins Frz. entlehnt (1. Hälfte 19. Jh.) und ergibt frz. chic ‘berufliche Fähigkeit, das Geschick, ohne Modell zu malen, etw. geschmackvoll zu tun, anspruchsvolle, besondere, verwegene Eleganz’. In diesem Sinne gelangt das Substantiv in der Form Chic ins Dt. zurück (2. Hälfte 19. Jh.), gilt als frz. Wort, und auch in der Schreibweise Schick wird die dt. Herkunft kaum noch empfunden. schick, auch chic, Adj. ‘modisch elegant’, Übernahme (2. Hälfte 19. Jh.) von frz. chic in dessen adjektivischer Verwendung. An das dt. Substantiv bzw. unmittelbar an das Verb schicken schließt sich an schicklich Adj. ‘geeignet, den Umständen angemessen, passend, geziemend’, spätmhd. schickelich ‘geordnet’ (14. Jh.). Schickeria f. ‘extravagant gekleidete und tonangebende Gesellschaftsschicht’, Entlehnung (20. Jh.) von ital. sciccheria ‘Eleganz, Schick’, zu ital. scicche Adj., aus frz. chic (s. oben). Sprachspielerisch Schickimicki m. ‘wer sich betont modisch kleidet, modischer Tand’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anständig · ↗einwandfrei · ↗korrekt · ↗salonfähig · schicklich
Assoziationen
Synonymgruppe
geboten · ↗gebührend · ↗geziemend · schicklich · zu erwarten · zum guten Ton gehören(d)  ●  ↗schuldig  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Entfernung Gelegenheit durchaus wenig wohl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schicklich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Überlegung, wisse, findet ihren Zeitpunkt weit schicklicher nach, als vor der Tat.
Die Zeit, 25.08.2005, Nr. 35
Schicklich für eine zweifache Mutter jenseits der Vierzig ist das nicht.
Süddeutsche Zeitung, 21.06.2001
Ihre linke Hand hielt seine Rechte, in schicklicher Weise, aber fester als sonst.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 770
Glaubt man sich durch das Dienstpersonal vernachlässigt, so wäre es wenig schicklich, darüber einen Zank zu beginnen.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 14724
Dagegen galt es bei den italienischen Juristen jener Zeit als schicklich, den Namen zu verschweigen.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 625
Zitationshilfe
„schicklich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schicklich>, abgerufen am 19.10.2019.

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