schelmisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschel-misch (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
zu Neckerei, Scherz, lustigen und mutwilligen Streichen aufgelegt, schalkhaft, neckisch
Beispiele:
jmdn. schelmisch ansehen, anblicken
mit einem schelmischer Blick, Augenblinzeln, Lächeln
ein schelmisch lustiger Gesell
Die junge Dame drohte uns schelmisch (= kokett) mit dem kleinen Finger [KreuderGesellschaft159]
2.
veraltet betrügerisch, hinterhältig, verlogen
Beispiel:
sei der schelmische Friedländer zu schlau gewesen [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,217]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schelm · schelmisch · Schelmenstreich
Schelm m. ‘Spaßvogel, schalkhaftes Kind, Schlingel’. Ahd. scalmo (9. Jh.), scalm (11. Jh.), skelmo (Hs. 12. Jh.), mhd. schalm(e), schelm(e) ‘Pest, Seuche’ nimmt in mhd. Zeit auch die Bedeutung ‘toter Körper, Aas’ an, entwickelt sich von da aus zum Schimpfwort im Sinne von ‘Bösewicht, Schurke, Betrüger, Dieb, Verräter’ und zum Beinamen des als unehrbar geltenden Scharfrichters und Schinders; vgl. noch Ende 18. Jh.: dein Vater ist zum Schelm (‘Verräter’) an mir geworden (Schiller). Im 17. Jh. beginnt diese pejorative Bedeutung sich zu ‘armer Kerl, bemitleidenswerter Mensch’ und dann zu ‘loser, neckischer Mensch’ abzuschwächen, und Schelm kann sogar den Charakter eines Kosewortes erhalten (vgl. kleiner Schelm, 18. Jh.). Die Herkunft des nur im Dt. auftretenden Substantivs (anord. skelmir ‘Teufel’ und die entsprechenden nl. schwed. dän. norw. Formen sind Entlehnungen aus mnd. schelm) ist ungewiß; Anschluß (mit Nasalsuffix) an die Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (s. ↗Schale, ↗Schale, ↗Schild) stößt auf semantische Schwierigkeiten. schelmisch Adj. ‘fröhlich, neckisch, zu Schabernack bereit’ (18. Jh.), älter ‘abgestorben, tot, schurkisch, betrügerisch’ (16. Jh.), ‘ansteckend’ (15. Jh.); vgl. voraufgehendes mhd. schelmec, schelmic ‘pestisch, verpestet (von gefallenen Tieren), an einer Seuche leidend’, frühnhd. schelmig. Schelmenstreich m. ‘lustiger Streich, Schabernack’, zuvor ‘Diebes-, Schurkentat’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schalkhaft · ↗schelmenhaft · schelmisch · ↗spitzbübisch · ↗verschmitzt  ●  ↗pikaresk  geh., franz. · ↗pikarisch  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
fröhlich · ↗humoristisch · ↗humorvoll · ↗launig · ↗lustig · schelmisch · ↗scherzhaft · ↗spaßig · ↗witzig  ●  ↗humorig  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augenzwinkern Blick Charme Freude Gesicht Grinsen Humor Lachen Lächeln anfügen antworten blicken blinzeln blitzen dreinblickend fast fragen grinsen grinsend hinzufügen lachen lächeln lächelnd mal meinen zublinzeln zuzwinkern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schelmisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fröhlich schaut sie in die Kamera, beinahe ein schelmisches Grinsen.
Bild, 19.05.2005
Aber das ist wundervoll, weil du dann machen kannst, was du willst ", lacht Mora, fast schelmisch.
Der Tagesspiegel, 27.07.1999
Die junge Dame drohte uns schelmisch mit dem kleinen Finger.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 153
Wehmütig und schelmisch zugleich sah sie dem Vater dabei in die Augen.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 9988
Sie kann einem so pfiffig anschauen, das schelmische Gesicht hat sie genau wie der Papa zuweilen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 21.04.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„schelmisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schelmisch>, abgerufen am 24.04.2019.

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