schattieren

GrammatikVerb · schattierte, hat schattiert
Aussprache
Worttrennungschat-tie-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schattieren‹ als Letztglied: ↗abschattieren
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
eine Farbe nuancieren, abstufen, abtönen
Beispiele:
Farben schattieren
schattierende Muster auf einem Damasttischtuch
ein gemusterter Kleiderstoff in einem vielfach, geschmackvoll schattierten Blau
bildlich
Beispiel:
eine mundartlich schattierte (= gefärbte) Sprache
2.
etw. bildlich Dargestelltes mit Schatten ausstatten, damit das Dargestellte als Körper im Raum erscheint
Beispiel:
eine Zeichnung, ein Bild, den Kupferstich schattieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schatten · schatten · beschatten · überschatten · schattieren · schattig · Schattenbild · Schattenriß · Schattenspiel
Schatten m. ‘hinter einem beleuchteten Körper entstehende dunkle Fläche, deren Umriß dem des Körpers entspricht, Dunkel, Dämmerung, visionäre Erscheinung, Geist’, auch ‘Sorge, Kummer, Spur, Anzeichen’. Die teils auf einem maskulinen, teils auf einem femininen w-Stamm (germ. *skaþwa- m., *skaþwō f.) beruhenden germ. Formen ahd. scato, Genitiv scatawes (8. Jh.), mhd. schate, auch schatewe, schetewe, asächs. skado, mnd. schāde, aengl. sc(e)adu, mengl. sceadewe, shadewe, engl. shade, shadow, mnl. scāde, scāduwe, nl. schaduw, got. skadus lassen sich mit griech. skótos (σκότος) ‘Finsternis, Dunkel’ und dehnstufigem air. scāth ‘Schatten, Schutz, Spiegel’ verbinden. Weiteres ist nicht mit Sicherheit auszumachen. Bereits das Mhd. zeigt auch schwache Flexion, aus deren obliquen Kasus sich die moderne Form Schatten entwickelt. schatten Vb. ‘Schatten werfen, geben’, ahd. scatawen (8. Jh.), mhd. schatewen, schetewen ‘Schatten geben’, unpersönlich ‘schattig, dunkel werden’. Das bereits im Mhd. seltene Verb wird im 18. Jh. (durch Klopstock) wieder aufgenommen, bleibt aber nur in poetischer Sprache erhalten. beschatten Vb. ‘mit Schatten versehen’, ahd. biscatawen (9. Jh.), mhd. beschatewen, -schetewen. Nhd. jmdn. beschatten ‘(wie ein Schatten) unbemerkt (ver)folgen’ (1. Hälfte 20. Jh.) ist eine Wiedergabe von engl. to shadow und wird durch Kriminalromane verbreitet; danach auch in der Sportsprache seinen Gegner beschatten. überschatten Vb. (16. Jh.). schattieren Vb. ‘Schatten einzeichnen, eine Farbe durch Hell und Dunkel abtönen’, Ausdruck der Malerei (17. Jh.). schattig Adj. ‘voller Schatten, Schatten gebend’ (15. Jh.). Schattenbild n. ‘auf eine durchscheinende, beleuchtete Wand als Schatten geworfenes Bild’, auch ‘Trugbild’ (17. Jh.). Schattenriß m. ‘schwarz ausgefüllte Umrißzeichnung eines Körpers nach seinem Schatten’ (17. Jh.). Schattenspiel n. Art des Puppenspiels, bei dem Schatten von Figuren auf eine beleuchtete, lichtdurchlässige Wand geworfen werden (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

abschattieren schattieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schattieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie kann wunderbare Bögen singen, den Klang dynamisch weit öffnen, sie weiß jeden Ton farblich anders zu schattieren.
Die Welt, 16.07.1999
Die so erzeugten Zeichnungen lassen sich anschließend auch entsprechend beschriften und schattieren.
C't, 1991, Nr. 3
Es sei denn, er entscheidet sich für die Liberalen, die beim Malwettbewerb nicht mitmischen, sondern traditionell gelb-blau schattiert bleiben.
Die Zeit, 25.08.1978, Nr. 35
Die Körper werden so lange gezeichnet, schraffiert, schattiert bis sie wie Skelette wirken.
Der Tagesspiegel, 22.01.2001
Er zeichnete mit dem Bleistift, nie mit der Feder, schattierte wenig und mied die Lavierung.
Süddeutsche Zeitung, 13.02.1999
Zitationshilfe
„schattieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schattieren>, abgerufen am 16.10.2019.

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