schandbar

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschand-bar
Wortzerlegungschänden-bar
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
so geartet, dass es (für jmdn.) eine Schande ist, dass es Schmach, Unehre bringt, schändlich
Beispiele:
ein schandbares Verhalten
schandbare Heuchelei
sich schandbar benehmen, aufführen
war es nicht schandbar, daß er weder vom König, noch vom Gericht auch nur einer Antwort gewürdigt worden war? [MoloEin Deutscher200]
daß sie vielmehr besorgt war, es möchte ... in ihrem Bereich keine Unordnung sein, nichts Schandbares aufkommen [SeghersTransit5,251]
2.
umgangssprachlich sehr unangenehm, scheußlich
Beispiele:
heute ist schandbares Wetter
Und wie dieser Krieg jeden Tag das Gewissen belastet, viel schandbarer, viel gemeiner als je ein Krieg [SeghersDie Toten6,596]
adverbiell
salopp, übertrieben überaus, sehr
Beispiele:
sich schandbar ärgern
etw. ist schandbar teuer
das Fest hat schandbar viel gekostet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schande · schänden · schandbar · schändlich
Schande f. ‘etw. Beschämendes, Schmach, Schimpf, Unehre, Verachtetsein’, ahd. scanta (8. Jh.), mhd. schande ‘schämenswertes Tun, Laster’, auch ‘Schamteile’, mnd. schande, mnl. scande, nl. schande, afries. skonde, skande, aengl. scand, got. skanda (germ. *skamdō) steht mit Dentalsuffix neben den unter ↗Scham, ↗schämen (s. d.) behandelten Wörtern mit Übergang von -m- vor Dental zu -n-. Vgl. auch (mit Partizipialsuffix gebildet) ahd. scant Adj. ‘beschämt’ (9. Jh.), aengl. scand ‘Schurke’. Als Ausgangsbedeutung der Abstraktbildung ergibt sich ‘Verletzung, Verminderung der Ehre, des Ansehens’. Hierzu die Wendung (mit erstarrtem Dativ Plur.) zuschanden werden ‘vernichtet werden’, vgl. ahd. zi scantōn werdan ‘beschämt werden’ (um 1000), mhd. ze schanden werden. Oft als erstes Kompositionsglied (bereits im Mhd. einsetzend, danach sehr produktiv bis in die Gegenwart) für etw., das als häßlich und schmähend, als abschreckend, empörend, verabscheuungswürdig gekennzeichnet werden soll, vgl. Schandbuch, -fleck, -lied, -maul, -pfahl, -schnauze, -tat. schänden Vb. ‘in Schande bringen’, ahd. giskenten (8. Jh.), skenten (9. Jh.), mhd. schenden ‘entehren, beschimpfen, lästern, schimpfen, verfluchen, tadeln’. schandbar Adj. ‘Schande bringend, abscheulich’, mhd. schandebære. schändlich Adj. ‘mit Schande behaftet, unehrenhaft, abscheulich’, ahd. scantlīh (8. Jh.), mhd. schantlich, schentlich ‘schämenswert, entehrend, schmachvoll’.

Thesaurus

Synonymgruppe
erbärmlich · ↗niederträchtig · schandbar · ↗schnöde · ↗schändlich · ↗verachtenswert · ↗verächtlich  ●  eine Schande  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er war so schandbar leicht zum Weinen bereit seit seiner Operation, die nichts geholfen hatte.
Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 44
Politiker und die Medien Amerikas urteilen fast einhellig über die schandbaren Aktionen.
Die Zeit, 06.05.2004, Nr. 20
Im nördlichen Deutschland ist sie aufgenommen, keineswegs rauscharm und offenbar mit einem schandbar schlechten Mikrofon mitten in den beifallsüchtigen Fans.
Süddeutsche Zeitung, 30.09.2000
Deutschland biete nach einem verlorenen Krieg, einer schandbaren Revolution und einer fünfzehnjährigen Ausplünderung das Bild einer in sich geschlossenen ruhigen Kraft.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1937]
Daß Sandkuhl die Wäschekommode durchstöbert hatte, fand Annemarie plötzlich genauso schandbar wie den entdeckten Sattler-Brief.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 282
Zitationshilfe
„schandbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schandbar>, abgerufen am 27.06.2019.

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