schadhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschad-haft (computergeneriert)
WortzerlegungSchaden-haft
Wortbildung mit ›schadhaft‹ als Erstglied: ↗Schadhaftigkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

beschädigt, nicht mehr in einwandfreiem Zustand
Beispiele:
ein schadhaftes Dach reparieren
schadhafte Schuhe, Wäsche
der Mantel hat einige schadhafte Stellen
schadhafte Zähne
[sie] besserte schadhaft gewordene Gobelins ... aus [O. M. GrafMitmenschen157]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
baufällig · ↗ruinös · schadhaft
Synonymgruppe
Mängel aufweisen(d) · abgestoßen · ↗angeknackst · angestoßen · beeinträchtigt · berieben (Bucheinband) · ↗beschädigt · ↗fehlerhaft · funktionsbeeinträchtigt · in seiner Funktion eingeschränkt · mit (kleineren) Mängeln · mit Kratzern · mit Lackschäden · mit Stockflecken · mit kleinen Macken · mängelbehaftet · nicht mehr alle Funktionen haben(d) · nicht mehr einwandfrei · nicht mehr tadellos · nicht mehr voll funktionsfähig · nicht mängelfrei · schadhaft · verbogen · verkratzt  ●  ↗mangelhaft  Hauptform · angemackelt  ugs. · vermackelt  ugs.
Unterbegriffe
  • danebengegangen · misslungen · nicht gut geworden  ●  ↗missraten  geh. · nichts geworden (sein)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
angeknackst · ↗angeschlagen · angestoßen · ↗beschädigt · ↗defekt · in Mitleidenschaft gezogen · lädiert · ↗mitgenommen · ramponiert · schadhaft · ↗wurmstichig
Assoziationen
  • Mängel aufweisen(d) · abgestoßen · ↗angeknackst · angestoßen · beeinträchtigt · berieben (Bucheinband) · ↗beschädigt · ↗fehlerhaft · funktionsbeeinträchtigt · in seiner Funktion eingeschränkt · mit (kleineren) Mängeln · mit Kratzern · mit Lackschäden · mit Stockflecken · mit kleinen Macken · mängelbehaftet · nicht mehr alle Funktionen haben(d) · nicht mehr einwandfrei · nicht mehr tadellos · nicht mehr voll funktionsfähig · nicht mängelfrei · schadhaft · verbogen · verkratzt  ●  ↗mangelhaft  Hauptform · angemackelt  ugs. · vermackelt  ugs.
  • (völlig) kaputt · ↗baufällig · ↗entzwei · ↗irreparabel · ↗marode · nicht mehr zu gebrauchen · ↗unbrauchbar · vernichtet · zerbrochen · ↗zermahlen · zermalmt · zerstört · zertrümmert  ●  aus dem Leim gegangen  ugs. · ↗auseinander  ugs. · geschrottet  ugs. · ↗hin  ugs. · ↗hinüber  ugs. · im Arsch  derb · im Eimer  ugs. · reif für den Sperrmüll  ugs. · reif für die Tonne  ugs. · schrottig  ugs. · völlig hinüber  ugs. · zu nichts mehr zu gebrauchen  ugs. · ↗zuschanden  geh., veraltend
  • abgehalftert · ↗abgerissen · ↗abgetakelt · abgewirtschaftet · am Ende · ↗desolat · in einem schlechten Zustand · ↗marode · ↗mies · ruiniert · ↗schäbig · ↗ungepflegt · verdorben · ↗verkommen · verlottert · verludert · verlumpt · ↗verschlissen · verwahrlost · verwildert · zerfasert · zerfleddert · ↗zerlumpt · zerschlissen  ●  ↗(äußerlich) heruntergekommen  Hauptform · (herumlaufen) wie ein Penner  derb, abwertend · ↗abgefuckt  derb, jugendsprachlich · abgeranzt  ugs. · abgewrackt  ugs. · auf den Hund gekommen  ugs. · ↗gammelig  ugs. · muchtig  ugs., berlinerisch · vergammelt  ugs.
  • Beeinträchtigung · ↗Beschädigung · ↗Defekt · ↗Knacks · Läsur · ↗Makel · ↗Riss · ↗Schaden · ↗Sprung
  • dürftig · ↗lausig · ↗nachteilig · ↗negativ · ↗schädlich · ↗ungut · ↗ungünstig · von Nachteil · ↗widrig  ●  ↗schlecht  Hauptform · zu wünschen übrig lassen  ugs.
  • (etwas) ramponiert · (leicht) lädiert · nicht der (die/das) allerneueste · schon (etwas) mitgenommen · schon bessere Tage gesehen haben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauteil Belag Beton Bremse Dach Dichtung Fahrbahn Fahrbahndecke Fußboden Gebiß Gen Getriebe Implantat Isolierung Kabel Leitung Protein Rad Radsatz Reifen Rohr Schweißnaht Stelle Straßenbelag Torpedo Ventil Ware Weiche Zahn geworden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schadhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei den von uns untersuchten Kindern hatten über drei Viertel schadhaft veränderte große Zehen.
Die Zeit, 26.07.2006, Nr. 31
Denn häufig erweisen sich die neu erworbenen Kinder als schadhaft.
Die Welt, 10.09.2004
Sonst findet man, will man sie anziehen, nur schadhafte Stücke im Schrank.
Hinzelmann, Else: Gut angezogen sein mit kleinen Mitteln. In: Ins Leben hinaus, Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1931, S. 51
Schadhafte Stellen werden sofort, und zwar mit passendem Garn, ausgebessert.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 318
Das Auswechseln schadhafter Teile wird dadurch erheblich erleichtert und verbilligt.
Kühne, Heinz: Wir sammeln Briefmarken, Gütersloh u. a.: Bertelsmann Ratgeberverl. [1969] [1959], S. 37
Zitationshilfe
„schadhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schadhaft>, abgerufen am 18.10.2019.

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