schadenfroh

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungscha-den-froh (computergeneriert)
WortzerlegungSchadenfroh
eWDG, 1974

Bedeutung

voll Schadenfreude
Beispiele:
schadenfroh sein
schadenfroh lachen
sie stimmten ein schadenfrohes Gelächter an
jmdn. schadenfroh ansehen
»Ich bin krank ...« »Verkatert sind Sie!« sagte Veronika schadenfroh [NollHolt1,100]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
boshaft · ↗fratzenhaft · ↗hämisch · ↗sardonisch · schadenfroh
Synonymgruppe
(sich) ins Fäustchen lachen · schadenfroh (sein)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemerkung Beobachter Gelächter Grinsen Kommentar Lachen Lächeln Ton beinahe beobachten fast feixen geradezu gleichgültig grinsen hämisch kichern klingen kommentieren konstatieren lachen lächeln mitleidig reiben teils titeln verkünden zuschauen zusehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schadenfroh‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber viele Schweizer Bürger reiben sich jetzt schadenfroh die Hände.
Der Tagesspiegel, 22.04.2002
Sie alle werden sich jetzt ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen können.
Bild, 17.06.1997
Die meisten von ihnen blickten gar nicht hin, andere lächelten und viele grinsten schadenfroh.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 615
Gründliche Kritik kam allein von den Kommunisten; Kritik, die man genial nennen könnte, wäre sie nicht so furchtbar einseitig und schadenfroh gewesen.
Mann, Golo: Politische Entwicklung Europas und Amerikas 1815-1871. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17106
Eure Eier, habe ich gedacht, schadenfroh, werdet ihr womöglich für euch behalten können.
Wolf, Christa: Störfall: Berlin u. Weimar: Aufbau-Verlag 1987, S. 7
Zitationshilfe
„schadenfroh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schadenfroh>, abgerufen am 20.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schadenfreudig
Schadenfreude
Schadenfreiheitsrabatt
Schadenfreiheit
schadenfrei
Schadenhöhe
Schadenlage
Schadenmeldung
Schadenquote
Schadenregulierung