schütten

GrammatikVerb · schüttete, hat geschüttet
Aussprache
Worttrennungschüt-ten
Wortbildung mit ›schütten‹ als Erstglied: ↗Schüttbeton · ↗Schüttboden · ↗Schüttgut · ↗Schüttofen · ↗Schüttstein
 ·  mit ›schütten‹ als Letztglied: ↗abschütten · ↗anschütten · ↗aufschütten · ↗ausschütten · ↗danebenschütten · ↗daraufschütten · ↗einschütten · ↗herausschütten · ↗herunterschütten · ↗hinabschütten · ↗hineinschütten · ↗hinschütten · ↗hinunterschütten · ↗nachschütten · ↗umschütten · ↗vollschütten · ↗wegschütten · ↗zusammenschütten · ↗zuschütten · ↗überschütten
 ·  mit ›schütten‹ als Grundform: ↗beschütten · ↗verschütten
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. aus etw. heraus und in, auf, über etw. fließen, rinnen lassen, gießen, besonders von Flüssigkeiten, von pulvrigen und körnigen Stoffen
Beispiele:
Wasser aus dem Eimer, in die Schüssel, in den Ausguss schütten
Salz, Zucker, Mehl (aus der Tüte) in ein Gefäß schütten
Viehfutter in den Trog schütten
er hat sich [Dativ] (unabsichtlich) ein paar Tropfen Wein auf den Anzug geschüttet
Weil der zuerst geschüttete Beton früher abbindet, kann der eine Verschalungsring gelöst und wieder oben aufgesetzt werden [Tageszeitung1966]
besonders vom Schüttgut   etw. in größerer Menge ungeordnet auf einen Haufen werfen
Beispiele:
Korn auf den Boden schütten
wir haben alles, den Sand, die Steine, den Abfall auf einen Haufen geschüttet
der Preis für geschüttete (= nicht gestapelte, nicht abgepackte) Briketts
2.
etw. schüttet gutbesonders vom Getreide, von einer Quelle   etw. ist ertragreich, ergiebig
Beispiele:
das Getreide, Korn, der Weizen schüttet gut, schlecht in diesem Jahr
der Erddamm, der eine reich schüttende Quelle am Südabhang aufstaute [Natur u. Heimat1957]
3.
umgangssprachlich es schüttetes regnet stark, es gießt
Beispiel:
gestern hat es tüchtig geschüttet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schütten · Schütte · schüttern
schütten Vb. ‘strömen, niederrinnen, niedergleiten lassen, gießen’, ahd. scutten ‘heftig hin und her bewegen, schütteln’ (8. Jh.), mhd. schüt(t)en ‘schwingen, schütteln, erschüttern, Erdreich an-, aufschwemmen, anhäufen, eindämmen’, asächs. skuddian ‘schütteln, erschüttern’, mnd. schüdden, mnl. scudden, nl. schudden ‘schütteln, hin und her bewegen’, afries. skedda (germ. *skudjan). Dazu gehören (ablautend) aengl. scūdan ‘eilen’ sowie die Iterativbildungen schüttern (s. unten), ↗schaudern, ↗schütteln (s. d.). Vielleicht lassen sich lit. kutė́ti ‘aufrütteln’, kutrùs ‘beweglich, rührig’ und russ. skitát’sja (скитаться) ‘umherstreichen, umherirren’ vergleichen; dann wäre der Ansatz einer Wurzel ie. *(s)kū̌t- ‘rütteln’ möglich. Schütte f. ‘Bund Stroh’, eigentlich ‘die Menge Stroh, die auf einmal zum Ausdreschen der Körner auf die Tenne geschüttet wird’ (16. Jh.), ‘Lagerort für aufgeschüttetes Getreide, Speicher’ (15. Jh.), mhd. schüt(e) ‘Anschwemmung, angeschwemmtes Erdreich’, dadurch gebildete ‘Insel’, auch ‘Erdwall, Schutt, Unrat, Ort, wo Schutt abgeladen, wo Korn aufgeschüttet wird, Kornboden’. schüttern Vb. ‘stoßen, donnern, beben’ (16. Jh.), Iterativbildung zu schütten (s. auch ↗erschüttern).

Thesaurus

Synonymgruppe
abladen · ↗auskippen · ↗ausladen · ↗entladen · schütten
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausguß Bier Eimer Faß Flüssigkeit Füllhorn Gift Glas Halde Kaffee Klo Kübel Milch Pulver Sieb Säure Topf Trog abschütten aufschütten ausschütten einschütten hineinschütten hinunterschütten nachschütten reinschütten umschütten wegschütten zusammenschütten zuschütten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schütten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Letztes Jahr wurde ihm heimlich Ecstasy ins Bier geschüttet, er war völlig berauscht.
Bild, 29.12.2001
Ich schütte die Post aus den Körben zurück auf meinen Tisch.
Der Tagesspiegel, 19.10.2001
Wer schüttet uns denn immer den ganzen Beton auf die Füße?
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 389
Ein Mann schüttete den Inhalt der Pfanne in eben jene Form.
Dominik, Hans: John Workmann der Zeitungsboy, Biberach an d. Riss: Koehler 1954 [1925], S. 31
Sie schüttete die Körner in die Hand und neigte sich leicht zu den Tieren herab.
Klabund: Der Marketenderwagen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2324
Zitationshilfe
„schütten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schütten>, abgerufen am 23.08.2019.

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