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schürfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschür-fen
Wortbildung mit ›schürfen‹ als Erstglied: ↗Schürfarbeit · ↗Schürfbohrung · ↗Schürfer · ↗Schürffeld · ↗Schürfgraben · ↗Schürfgrube · ↗Schürfloch · ↗Schürfrecht · ↗Schürfschacht · ↗Schürfstelle · ↗Schürfstollen · ↗Schürfung · ↗Schürfwunde
 ·  mit ›schürfen‹ als Letztglied: ↗abschürfen · ↗aufschürfen  ·  mit ›schürfen‹ als Grundform: ↗erschürfen  ·  formal verwandt mit: ↗tiefschürfend
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Bergmannssprache nutzbare Lagerstätten in geringer Tiefe suchen, nach Bodenschätzen graben
Beispiele:
in diesem Gebiet soll demnächst geschürft werden
nach Eisenerz, Gold, Kohle schürfen
Bodenschätze fördern, gewinnen
Beispiele:
in der Mine wurde Gold, Silber geschürft
das auf der Mondoberfläche geschürfte Gestein
2.
übertragen etw. gründlich durchdenken, nach etw. forschen
Beispiele:
wir müssen in dieser Angelegenheit noch tiefer schürfen
daß sie den unruhigen Geist, den ewig schürfenden Intellekt der Mutter geerbt hat [RehfischHexen228]
3.
die Oberfläche der Haut infolge äußerer Einwirkung, besonders durch Schaben, Aufreißen, leicht verletzen
Beispiele:
ich habe mir bei dem Sturz die Haut leicht geschürft
sich [Dativ] beim Rutschen die Knie blutig schürfen
wir schürften uns beim Klettern die Hände wund
sich schürfen
Beispiel:
ich habe mich an der Blechdose empfindlich geschürft
4.
ein schabendes, kratzendes Geräusch verursachen
Beispiele:
sie hörte das vorsichtige Schürfen des Hobels auf dem Brett [OelfkenTraum102]
wie der Stein, der sich zwischen Tür und Boden klemmt und dann ganz abscheulich schürft [M. WalserHalbzeit461]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schürfen Vb. ‘die Haut aufreißen, ritzen’, in der Bergmannssprache (16. Jh.) ‘Erdschichten beseitigen und nach Bodenschätzen graben’, ahd. scurphen ‘in etw. hineinschneiden, etw. öffnen (den Körper von Opfer-, Schlachttieren, von Menschen mit Folterwerkzeugen), Feuer aus dem Stein schlagen’ (9. Jh.), mhd. schürpfen, schürfen ‘aufschneiden, ausweiden, schlagen, Feuer schlagen’, aengl. sceorpan, screpan ‘kratzen, nagen, schaben’ stellen sich wie die unter ↗scharf und ↗schröpfen (s. d.) genannten Formen zur Labialerweiterung ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)- der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. ↗scheren).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bergleute Bett Braunkohle Diamant Edelmetall Edelstein Erde Erz Gold Kohle Kupfer Metall Mine Oberfläche Rohstoff Schatz Silber Tagebau Tiefe Tonne Uran Wahrheit abschürfen aufschürfen aus dort einst graben tief

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schürfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um der Komplexität des Geschehens gerecht zu werden, müsste man tiefer schürfen.
Die Zeit, 27.06.2011, Nr. 26
Haben Sie sich selbst einmal einer Analyse unterzogen, um so tief schürfen zu können?
Die Welt, 06.10.1999
In geringem Umfang wird dort auch heute noch Gold geschürft.
o. A. [so.]: Mindoro. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1994]
Wer Erze schürfen will, muß Stollen in die Erde treiben.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 304
Die Leine schürfte kratzend an den scharfen Kanten der Kaminöffnung.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 103
Zitationshilfe
„schürfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schürfen>, abgerufen am 22.09.2019.

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