schöpferisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschöp-fe-risch
WortzerlegungSchöpfer1-isch
Wortbildung mit ›schöpferisch‹ als Letztglied: ↗eigenschöpferisch · ↗kulturschöpferisch · ↗selbstschöpferisch · ↗sprachschöpferisch · ↗unschöpferisch · ↗wortschöpferisch
eWDG, 1976

Bedeutung

zielgerichtet und mit Ideenreichtum Neues und Bedeutendes schaffend, gestaltend
Beispiele:
ein schöpferischer Mensch, Geist
die schöpferischen Fähigkeiten des Menschen
schöpferische Initiative, Impulse, Gedanken, Phantasie
die schöpferische Mitwirkung der Werktätigen an der Leitung des Staates
schöpferische Kritik
in dem Kollektiv herrscht eine schöpferische Atmosphäre
schöpferische Arbeit leisten
eine schöpferische Periode, Pause haben
schöpferische Aktivität zeigen
schöpferische Kräfte wecken, entfalten
die Werktätigen zu höchster schöpferischer Leistung führen
den Marxismus-Leninismus schöpferisch anwenden
das Spielzeug soll das Kind zur schöpferischen Tätigkeit anregen
schöpferisch tätig sein
Probleme schöpferisch lösen
Der Marxismus-Leninismus ist die lebendige und schöpferische Wissenschaft von den allgemeinen Gesetzen des Klassenkampfes, des Übergangs zum Sozialismus und der allseitigen Entfaltung der neuen Gesellschaft [Banaschak-VorholzerMensch260]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schaffen · abschaffen · anschaffen · beschaffen1 · beschaffen2 · erschaffen · nachschaffen · Schaffe · Schaffner · Geschöpf · Schöpfer2 · schöpferisch · Schöpfung
schaffen Vb. ‘in eigener Leistung hervorbringen, gestalten’ und (besonders südd.) ‘arbeiten, zustande bringen’. Das stark flektierende Verb (mit j-Präsens) ahd. skephen ‘(er)schaffen, (be)wirken, gestalten, ordnen, festsetzen’ und auch ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.) entwickelt (aus der Partizipialform giscaffan) einen neuen Präsensstamm mit dem Infinitiv mhd. schaffen, nhd. schaffen (schuf, geschaffen). Verwandt sind asächs. skeppian ‘(er)schaffen, bestimmen’, aengl. scieppan ‘(er)schaffen, bilden anordnen, machen’, got. gaskapjan ‘erschaffen’, ferner ↗schaben, ↗Schaff, ↗Schaft, ↗Scheffel (s. d.) und die dort genannten Wortformen, so daß, ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante ie. *skā̌b(h)- der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich ist. Neben dem starken Verb ahd. skephen (s. oben) steht ein gleichlautendes schwaches jan-Verb ahd. skephen ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.); beide Verben haben sich anscheinend semantisch miteinander vermischt (Weiteres s. ↗schöpfen). Weiterhin steht zum starken Verb die schwach flektierende Intensivbildung ahd. scaffōn ‘tun, bilden, zustande bringen, anordnen’ (8. Jh.), mhd. schaffen, nhd. schaffen ( schaffte, geschafft), deren Infinitiv- und Präsensformen im Mhd. und Nhd. mit denen des oben genannten starken Verbs zusammenfallen. Für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung ‘etw. hervorbringen, bewirken’, für das schwache Verb von einer Grundbedeutung ‘einrichten, ordnen’ (weiter ‘anordnen, tätig sein, arbeiten, herbei-, wegbringen’) auszugehen. Starke und schwache Flexion zeigen entsprechend mnd. scheppen, mnl. sceppen und engl. to shape (mit dem Part. Prät. shaped und, allerdings selten und älter, shapen). Zum schwachen Verb stellen sich (auch bei teilweise starker Flexion bis ins 16. Jh.) abschaffen Vb. ‘aufheben, beseitigen’, mhd. abeschaffen (14. Jh.), südd. auch ‘sich abarbeiten’; anschaffen Vb. ‘etw. in seinen Besitz bringen, sich aneignen’ (16. Jh.), ‘anordnen, verursachen’ (15. Jh.); beschaffen1 Vb. ‘herbeiholen, besorgen’ (15. Jh.); vgl. ahd. biscaffōn ‘gestalten, bilden’ (8. Jh.); dagegen beschaffen2 Part.adj. ‘geartet, geformt, befindlich’ (15. Jh.), mhd. ‘vorhanden, durch das Schicksal bestimmt’, zu (vorwiegend stark flektierendem) mhd. beschaffen ‘(er)schaffen, bestimmt oder zugeteilt sein, ordnen, verwalten, herbeibringen’. Zum starken Verb gehören erschaffen Vb. ‘entstehen lassen, gestalten, formen’, geläufig seit dem 16. Jh.; nachschaffen Vb. ‘gestaltend nachbilden’ (18. Jh.), ‘nachträglich anschaffen’ (17. Jh.). Schaffe f. ‘Leistung, (großartige) Angelegenheit’, neugebildetes Verbalabstraktum der Jugendsprache (20. Jh.); zuvor (ohne direkte Nachfolge) mhd. schaffe ‘Anordnung, Befehl’. Schaffner m. ‘Besorger, Ordner, Aufseher, Verwalter’, mhd. schaffenære, scheffenære, nach voraufgehendem schaffære, scheffære, ahd. scaffāri (um 1000). Seit dem 19. Jh. fast nur noch für das Bedienungs- und Aufsichtspersonal bei Bahn und Post, vgl. Postschaffner, Eisenbahnschaffner. Den alten Stammsilbenvokal des starken Verbs (nach ahd. skephen) bewahren (zu ö gerundet) Geschöpf n. ‘das Erschaffene, Geformte’ (15. Jh.), anfangs auch Vorgangsbezeichnung im Sinne von ‘Erschaffung’; Schöpfer2 m. ‘wer etw. erschafft, gestaltet’, auch Bezeichnung des christlichen Gottes als des Erschaffers der Welt, ahd. skephāri (9. Jh.), mhd. schepfære, schephære (vgl. früher bezeugtes ahd. skepho, 8. Jh.); schöpferisch Adj. ‘gestaltend, Neues erschaffend’ (18. Jh.); Schöpfung f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gestaltens’, mhd. schepfunge, schepfenunge im Sinne des göttlichen Erschaffens der Welt, seit dem 18. Jh. ‘Gesamtheit von Natur und Welt’, auch ‘geistiges, künstlerisches Schaffen und sein Produkt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
einfallsreich · ↗erfinderisch · ↗erfindungsreich · ↗fantasiebegabt · ↗fantasievoll · ↗gestalterisch · ↗ideenreich · ↗ingeniös · ↗innovativ · ↗kreativ · ↗originell · ↗phantasiebegabt · ↗phantasievoll · schöpferisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akt Begabung Eigenleistung Einbildungskraft Geist Genie Genius Gestalten Gestaltungskraft Herangehen Impuls Individualität Individuum Intelligenz Intuition Kraft Marxismus Originalität Pause Phantasie Potential Potenz Restauration Synthese Tun Tätigkeit Unruhe Zerstörer Zerstörung nachschöpferisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schöpferisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie brauchen ihrer schöpferischen Kraft nicht mehr beraubt zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2002
Die DEFA gab eine Dokumentation des schöpferischen Prozesses in Auftrag.
Der Tagesspiegel, 07.02.2001
Er tut es unablässig, denn er setzt jederzeit seine schöpferische Tätigkeit fort.
Khoury, Adel Theodor: Vorsehung. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 9280
Trotz seines schweren Schicksals erlahmte er nicht in seiner schöpferischen Tätigkeit.
Honolka, Kurt: Smetana. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 4089
Vor allem aber handelte es sich um ein allgemeines Versiegen der schöpferischen Kräfte.
Lehmann, A.: Malerei und Plastik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 5783
Zitationshilfe
„schöpferisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schöpferisch>, abgerufen am 12.11.2019.

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