schäumen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschäu-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schäumen‹ als Erstglied: ↗Schäumer · ↗schäumbar  ·  mit ›schäumen‹ als Letztglied: ↗abschäumen · ↗aufschäumen · ↗ausschäumen · ↗einschäumen · ↗entschäumen · ↗überschäumen
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. schäumtetw. bildet Schaum
Beispiele:
das Bier, die Seife schäumt
der Sekt in den Gläsern hatte geschäumt
die Milch kochte schäumend über
schäumende Wellen, Gebirgsbäche
ein stark schäumendes Reinigungsmittel
er tobte mit schäumendem Mund
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee [FontaneMaynard]
bildlich
Beispiel:
dichterisch Die Jugend brauset, das Leben schäumt [SchillerWallenst. Lager11]
übertragen jmd. schäumtjmd. ist außerordentlich wütend
Beispiele:
er schäumt vor Wut, Zorn, Verachtung
in schäumender Raserei schlug er auf seinen Gegner ein
gehoben jmd. ist exaltiert
Beispiel:
Renate schäumte vor Glück [HuelsenbeckinDt. Erzähler2,271]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaum · schäumen · schaumig · Schaumwein · Abschaum · abschäumen
Schaum m. ‘lockeres Gefüge aus Luftbläschen und kleinen Substanzteilchen’, ahd. scūm (11. Jh.), mhd. schūm, schoum, mnd. schūm, mnl. scūme, scuum, nl. schuim. Herkunft ungewiß. Geht man von einer Bedeutung ‘das (eine Flüssigkeit) Bedeckende’ aus (s. unten Abschaum, abschäumen), so können die Formen als germ. Bildungen mit m-Suffix zur Ablautstufe ie. *(s)kū- der unter ↗Scheune (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə- ‘bedecken, umhüllen’ aufgefaßt werden. schäumen Vb. ‘Schaum bilden’, ahd. scūmen (9. Jh.), mhd. schūmen, seit dem 14. Jh. auch umgelautet schöumen. schaumig Adj. ‘voller Schaum, aus Schaum bestehend’ (16. Jh.), schumig (15. Jh.). Schaumwein m. mit Kohlensäure versetzter und daher ‘moussierender Wein’ (18. Jh.), nach frz. vin mousseux. Abschaum m. ‘was sich beim Kochen, Schmelzen u. dgl. auf Flüssigkeiten an Luftbläschen und Substanzteilchen absetzt und als wertlos entfernt wird’ (18. Jh.); früher bezeugt in übertragener Verwendung für ‘minderwertiger, übelster Teil der Menschheit’ (Ende 15. Jh.); gebildet im Anschluß an abschäumen Vb. ‘Schaum abschöpfen’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bier Bugwelle Champagner Gischt Maßkrug Seife Sekt Weißbier Woge Wut abschäumen aufschäumen ausschäumen branden brausen brodeln einschäumen empor gurgeln hoch innerlich perlen prickeln rauschen spritzen sprudeln strudeln zischen über überschäumen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schäumen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man schon das poppige Genre Soap bemüht, muss es wenigstens schäumen.
Die Welt, 10.11.2000
Und über diese schäumte, man kann es nicht anders sagen, eine Pflanze.
Die Zeit, 09.05.1997, Nr. 20
Das Säuseln in meinem Ohr schwoll an, es sprudelte und schäumte.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 265
Zu kaltes Bier schäumt nicht richtig und wird beim Einschenken trüb.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 186
Alles muß rauschen, schäumen, fliegen, splittern, lodern oder wenigstens radeln.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10088
Zitationshilfe
„schäumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schäumen>, abgerufen am 24.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schaumbrezel
Schaumblase
Schaumbläschen
Schaumbildung
schaumbildend
Schäumer
Schaumflocke
Schaumgebäck
schaumgeboren
schaumgebremst