schärfen

GrammatikVerb
Worttrennungschär-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schärfen‹ als Erstglied: ↗Schärfung  ·  mit ›schärfen‹ als Letztglied: ↗aufschärfen · ↗einschärfen · ↗nachschärfen
 ·  mit ›schärfen‹ als Grundform: ↗entschärfen · ↗verschärfen  ·  formal verwandt mit: ↗wohlgeschärft
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
ein Schneidewerkzeug, Spaltwerkzeug scharf machen
Beispiele:
ein (stumpfes) Messer, Werkzeug schärfen
ein Beil, eine Axt, Schneide, Klinge schärfen
eine gut geschärfte Sense
selten im Part. Prät.
übertragen geschärftverschärft
Beispiele:
die »Richter« ... verdonnerten mich dann wegen Gehorsamsverweigerung zu sechs Wochen geschärftem Arrest [Weltbühne1954]
die darauf folgenden geschärften Maßregeln [Droste-Hülsh.Judenbuche911]
2.
übertragen etw. schärft etw.etw. macht etw. (durch ständige Übung) fähig, alle Feinheiten zu erfassen, zu erkennen
Beispiele:
etw. schärft das Gehör, die Ohren, Sinne
das schärfte seinen Verstand, Geist, sein Gedächtnis, Gewissen
das Schachspiel schärft das Gehirn
etw. schärft die Augen, den Blick für etw.
das schärfte (= verbesserte) sein Stilgefühl, Urteil, seine Kritik
sich schärfen
Beispiel:
ihr Gehör schärfte sich von Tag zu Tag
3.
Militär Munition schärfenMunition schussfertig machen
Beispiele:
Bomben, Granaten schärfen (= mit Zündern versehen)
die Bombe war nicht geschärft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scharf · Schärfe · schärfen · einschärfen · scharfmachen · Scharfmacher · Scharfrichter · Scharfschütze · Scharfsinn
scharf Adj. ‘gut schneidend, geschliffen, spitz’, übertragen ‘stark gewürzt, kalt, deutlich, genau, heftig, schonungslos’, ahd. s(c)arf(i) (8. Jh.), mhd. scharf und ahd. scarph (9. Jh.), mhd. scharpf, scharph, scherpfe, scherf; frühnhd. (obd. md.) scharpf, asächs. skarp, mnd. scharp, scherp, mnl. scarp, scaerp, scerp, nl. scherp, afries. skerp, aengl. sc(e)arp, engl. sharp, anord. skarpr (‘eingeschrumpft, dürr, scharf, rauh, hart’), schwed. skarp (germ. *skarpa-) läßt sich verbinden mit lett. skarbs ‘rauh, grob’, mir. cerb ‘schneidend’, aruss. ščьrbъ ‘schadhaft’, russ. (älter) ščerbá (щерба) ‘Riß, Lücke, Schramme, Narbe’ und führt auf die Labialerweiterung ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)- (s. auch ↗schürfen, ↗schröpfen) der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. ↗scheren). Schärfe f. ‘Zustand des Scharfseins, Klarheit, Genauigkeit, Rücksichtslosigkeit’, ahd. s(k)erphī, s(k)erfī (9. Jh.), mhd. scherpfe, scherfe ‘Stachel, (Speer)spitze, Rauhheit’. schärfen Vb. ‘scharf machen’, mhd. scherpfen, scherfen, asächs. (gi)skerpian (9. Jh.). einschärfen Vb. ‘mit Eindringlichkeit sagen, klarmachen’ (17. Jh.). scharfmachen Vb. ‘aufhetzen’, Scharfmacher m. ‘Aufhetzer’ (19. Jh.), entstanden als Ausdrücke der Reaktion für die Anführer streikender Arbeiter. Scharfrichter m. ‘wer mit dem Schwert oder Beil hinrichtet’ (14. Jh.), zuerst nsächs. (mnd. scharprichter) und westmd., seit dem 16. Jh. allgemein verbreitete Berufsbezeichnung für den Henker bzw. den Vollstrecker der Todesstrafe. Scharfschütze m. ‘im Schießen besonders ausgebildeter und daher treffsicherer Schütze’ (18. Jh.). Scharfsinn m. ‘Fähigkeit, besonders klar und logisch zu denken’ (17. Jh.), Rückbildung aus scharfsinnig Adj. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
scharf machen · ↗schleifen · schärfen
Synonymgruppe
anspitzen · schärfen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufmerksamkeit Beobachtungsgabe Bewußtsein Blick Gehör Gespür Gewissen Klinge Kontur Kostenbewußtsein Kralle Markenprofil Parteiprofil Problembewußtsein Profil Realitätssinn Risikobewusstsein Sensibilität Sicherheitsbewußtsein Sinn Umweltbewußtsein Unrechtsbewusstsein Urteilsfähigkeit Urteilskraft Urteilsvermögen Verstand Wachsamkeit Wahrnehmung ein einschärfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schärfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich würde sagen, die Ereignisse haben geholfen, unsere redaktionelle Integrität zu schärfen.
Der Tagesspiegel, 01.06.2005
Allerhöchstens schärfen sie das Bewußtsein dafür, daß Aggression herrscht, wo geliebt wird.
Die Welt, 10.07.1999
Das Licht von oben schien die zart gebogene Nase zu schärfen.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 287
Während er zur Kirche hinüberging, nahm er sich vor, die geschwungene Schar seines Pfluges zu schärfen.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 112
Er schärfte dem Bezirkskommissär ein, jede Versammlung sofort aufzulösen, in der man es sich etwa einfallen ließ, »Resolutionen« zu fassen.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 170
Zitationshilfe
„schärfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schärfen>, abgerufen am 19.09.2019.

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