schädlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschäd-lich (computergeneriert)
Wortzerlegungschaden-lich
Wortbildung mit ›schädlich‹ als Erstglied: ↗Schädlichkeit  ·  mit ›schädlich‹ als Letztglied: ↗gesundheitsschädlich · ↗klimaschädlich · ↗sozialschädlich · ↗umweltschädlich · ↗unschädlich
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Schaden zufügend
a)
der Gesundheit
Beispiele:
schädliche Gase, Dämpfe, Flüssigkeiten, Stoffe
das Fehlen körperlicher Bewegung wirkt sich schädlich aus, hat schädliche Folgen
die schädliche Wirkung des Rauchens
das Rauchen ist schädlich für die Gesundheit, für dich
eine gezielte Behandlung, die auf eine Beseitigung der schädlichen Faktoren hinwirkt [Gesundheit1964]
daß diese Stadt bei dieser Witterung ihm höchst schädlich war [Th. MannTod in Venedig9,492]
b)
jmdm.
Beispiele:
auf jmdn. einen schädlichen Einfluss ausüben
eine schädliche Handlungsweise, Tat
wenn er die für ihn schädlichen Folgen seiner Gefühlsseligkeit entdeckt [BrechtDreigroschenroman22]
2.
ein schädliches TierTier, das bei oft massenweisem Auftreten Schaden anrichtet
Beispiele:
schädliche Insekten
die Bisamratte ist schädlich für die Wasserwirtschaft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dürftig · ↗lausig · ↗nachteilig · ↗negativ · schädlich · ↗ungut · ↗ungünstig · von Nachteil · ↗widrig  ●  ↗schlecht  Hauptform · zu wünschen übrig lassen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
abträglich · ↗hinderlich · ↗nachteilig · schädlich
Synonymgruppe
auf schädliche Weise · ↗nachteilig · schädlich
Synonymgruppe
destruktiv · schädlich · vernichtend · zerstörend · ↗zerstörerisch  ●  obliterierend  fachspr.
Antonyme
Synonymgruppe
beklemmend · schädlich · ↗ungut · ↗unheilvoll
Synonymgruppe
arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böse · ↗fies · ↗garstig · ↗gehässig · ↗gemein · ↗hinterfotzig · ↗hundsgemein · ↗niederträchtig · ↗perfid · ↗perfide · ↗ruchlos · ↗schuftig · ↗schurkisch · ↗schäbig · schädlich · ↗tückisch · ↗verabscheuenswert · ↗verabscheuungswürdig · ↗verwerflich  ●  hundig  österr. · ↗verrucht  veraltend · ↗infam  geh. · ↗mies  ugs. · ↗schofel  ugs. · ↗übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgas Auswirkung Chemikalie Einfluß Einwirkung Emission Gas Insekt Nebenwirkung Rauchen Steuerwettbewerb Stoff Strahl Strahlung Substanz Treibhausgas UV-Strahl UV-Strahlung Umwelteinfluß Umwelteinwirkung Wirkung kontraproduktiv nutzlos nützlich unerwünscht unnötig unnütz volkswirtschaftlich äußerst überflüssig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schädlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das fünfzig zu fünfzig Ergebnis ist an sich nicht schädlich.
Die Welt, 31.10.2002
Solche Handlungen können vorkommen, sie sind nicht einmal von vornherein schädlich.
Der Tagesspiegel, 12.10.1999
Die Reden über eine »zweite Revolution« weist er als schädlich zurück.
o. A.: 1934. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 21204
In den kommenden Jahrhunderten neigt die Kirche immer stärker dazu, körperliche Genüsse als schädlich anzusehen.
Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 128
Derartige Pilze faulen sehr schnell und können dadurch schädlich werden.
Ulbrich, Eberhard: Essbar oder giftig?, Berlin: Grüne Post 1937, S. 376
Zitationshilfe
„schädlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schädlich>, abgerufen am 27.06.2019.

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