schädigen

GrammatikVerb
Worttrennungschä-di-gen
Wortbildung mit ›schädigen‹ als Letztglied: ↗umweltschädigend · ↗vorschädigen  ·  mit ›schädigen‹ als Grundform: ↗beschädigen · ↗entschädigen · ↗geschädigt · ↗schädigend
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. schädigen
a)
jmdm. materiellen Schaden zufügen
Beispiele:
er hat durch seine Unterschlagungen den Betrieb sehr, um mehrere Tausend Euro geschädigt
Jura die Höhe des Schadens ist durch den Geschädigten nachzuweisen
Jura das schädigende Ereignis
Jura die schädigende Handlung
b)
veraltet etw. beschädigen
Beispiel:
sobald die Flut den Deich zu schädigen beginne [StormSchimmelr.7,268]
2.
etw. schädigt jmdn.etw. ruft bei jmdm. einen gesundheitlichen Schaden hervor
oft im Part. Präs. u. Prät.
Beispiele:
geschädigte Fußgelenke
Sporttherapie für Geschädigte
daß das Fernsehen grundsätzlich keinerlei schädigenden Einfluß auf die Augen hat [Gesundheit1960]
daß eine Therapie, die in dem schädigenden Milieu ansetzt, zu sehr guten Erfolgen führt [Gesundheit1967]
dem geschädigten Schüler, dem es schwerfällt, richtig lesen und schreiben zu lernen [wird auf der Hilfsschule] ... eine elementare allgemeine und polytechnische Bildung vermittelt [Gesundheit1968]
[diese Unkrautbekämpfungsmittel] vernichten ... nur die Unkräuter, während die Kulturpflanzen nicht geschädigt werden [Urania1959]
3.
Beispiel:
jmds. Interessen, Ansehen schädigen (= ihnen schaden, für sie von Nachteil sein)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schaden zufügen · Verlust zufügen · ↗abträglich (sein) · auflaufen lassen · schädigen
Unterbegriffe
  • (jemandem) einen schlechten Dienst erweisen · unbeabsichtigt schädigen  ●  (jemandem) einen Bärendienst erweisen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ansehen Baum Blutgefäß Erbgut Erbsubstanz Gefäß Gehirn Gehör Gesundheit Gewebe Image Immunsystem Knochenmark Leber Lunge Mutterleib Nerv Nervensystem Nervenzelle Niere Organ Ozonschicht Ruf Sauerstoffmangel Schleimhaut Strahlung Umwelt Zelle nachhaltig Ökosystem

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schädigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schädigt die Arbeit vor dem Monitor auf Dauer unsere Augen?
Der Tagesspiegel, 01.02.2002
Sie wollen nicht in den Ruch geraten, dessen Ansehen zu schädigen.
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2001
Nie werde ich mich dazu hergeben, meine arme Schwester so zu schädigen.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 178
Er kann Sie aber auch überfordern und seelisch wie gesundheitlich schädigen.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 197
Zu starke und stärkste Reize hemmen und schädigen die Entwicklung.
Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 43
Zitationshilfe
„schädigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schädigen>, abgerufen am 18.10.2019.

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