saumselig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungsaum-se-lig
Wortbildung mit ›saumselig‹ als Erstglied: ↗Saumseligkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben nachlässig, langsam, zeitvergeudend, säumig
Beispiele:
er ist sehr saumselig
er erledigt seine Aufgaben saumselig
er arbeitet saumselig
er war saumselig bei der Bezahlung seiner Mietrückstände
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

säumen2 · versäumen · Versäumnis · säumig · Säumnis · Saumseligkeit · saumselig
säumen2 Vb. ‘zögern, sich verweilen, trödeln’, mhd. sūmen ‘aufhalten, hinhalten, verzögern, versäumen, warten lassen, jmdn. auf-, abhalten, hindern’, reflexiv ‘sich aufhalten, verspäten’, mnd. sǖmen; der im Mhd. bezeugte transitive Gebrauch ist in neuerer Sprache unüblich. Ohne sichere Anknüpfungsmöglichkeiten; ein vermuteter Zusammenhang mit griech. eā́n (ἐᾶν) ‘(zu)lassen, gestatten, in Ruhe lassen, unterlassen’ und dessen zu erschließender Stammform *(σ)εϜα- ist ungewiß. Früher belegt als das Simplex ist die Präfixbildung versäumen Vb. ‘verpassen, nicht wahrnehmen, nicht tun’, ahd. firsūmen (9. Jh.), mhd. versūmen ‘ungetan, unbeachtet lassen, ab-, auf-, zurückhalten, irren, vernachlässigen, im Stich lassen, sich verspäten’; Versäumnis n. ‘Unterlassung, das Zuspätkommen’, mhd. versūmnisse. säumig Adj. ‘zögernd, langsam, verspätet, nachlässig’, ahd. sūmīg (um 800), mhd. sūmic. Säumnis f. n. ‘das Zögern, Verspätung’, mhd. sūmnisse f. Saumseligkeit f. ‘Neigung zum Säumen, Nachlässigkeit’ (17. Jh.), zu saumselig Adj. ‘langsam, nachlässig’, mhd. sūmeselic, abgeleitet von mhd. sūmesal, -seli, -sele, nhd. Saumsal (bis ins 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bummelig  ugs. · ↗herumtrödeln(d)  ugs. · saumselig  geh., veraltend · ↗säumig  geh. · trödelig  ugs. · verbummelt  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und sie waren nicht saumselig in ihrem Bemühen, solches Uebel abzuwenden.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1900]
Mit einem Staubtuch fuhr er langsam, beinahe saumselig über das silhouettenhafte Inventar.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 92
Aber wie kommt unsereiner dazu, derart kostbare Geschenke zu erbitten, ein Sünder, saumselig im Befolgen der göttlichen Gesetze?
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2003
So eilfertig die Vorurteile verkündet wurden, so unglaublich saumselig arbeitete die Justiz.
Die Zeit, 03.11.1972, Nr. 44
Der bisher so saumselige Antonio erwartete jetzt mit kaum bezähmbarer Ungeduld die Rückkehr seiner Boten.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5629
Zitationshilfe
„saumselig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/saumselig>, abgerufen am 21.10.2019.

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