sacht

GrammatikAdjektiv
eWDG, 1974

Bedeutung

kaum merklich, sanft
a)
leise, behutsam, leicht
Beispiele:
etw. sacht anfassen
jmdn. sacht streicheln, küssen, wecken, von sich wegschieben
sich sacht entfernen, fortschleichen, hinsetzen, erheben, von jmdm. losmachen
sacht die Tür öffnen, schließen, an die Tür klopfen
er ging sacht die Treppe hinauf, ins Zimmer hinein
ihr Atem ging sacht
er nahm das Kind sacht auf den Arm
der Fluss rauschte sacht
das Boot schaukelte sacht
die Strömung war sacht
ein sachtes Geräusch, Plätschern, Klopfen
ein sachter Stoß, Windhauch
etw. mit sachter Hand berühren
er näherte sich ihnen mit sachten Schritten
Die Ähren wogten sacht [EichendorffMondnacht]
b)
langsam, allmählich
Beispiele:
der Weg führt sacht bergan
die Berge erheben sich sacht hinter den Wäldern, steigen sacht an
sacht abfallende Felder
das Interesse der Leser an diesem Ereignis erlahmte sacht
Eine wunderbare, sich sachte an Schönheiten steigernde Landschaft [BronnenDeutschland93]
gemächlich
Beispiele:
der Zug fuhr sacht weiter
die Pferde trabten sacht dahin
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sacht Adj. ‘vorsichtig, sanft, leise’. Neben ahd. samft, semfti, senfti stehen als lautgerecht entwickelte Formen mit Nasalausfall und Ersatzdehnung asächs. sāfto (Adv.), aengl. sēfte, mnl. saefte (s. ↗sanft). Auf Grund des sich im Nd. und Nl. vollziehenden Wandels von ft zu cht (s. ↗Gerücht, ↗Nichte, ↗Schacht) entstehen die Formen mnl. saechte, sachte (nl. zacht) und mnd. sachte, die vom Niederrhein aus vom 16. Jh. an auch ins Md. und Obd. vordringen.

Thesaurus

Synonymgruppe
behutsam · ↗einfühlsam · ↗lieb · ↗liebevoll · sacht · ↗sanft · ↗zart · ↗zärtlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Annäherung Aufschwung Ironie Regen Ton Wind ansteigen ansteigend berühren bewegen drücken gleiten klopfen langsam leise sacht sanft schaukeln schieben schwanken schwingen schütteln stetig streicheln streichen streifen vorsichtig wiegen wogen Übergang

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sacht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kommt erst langsam in Bewegung, und man steigt dann fast unmerklich sacht empor.
Süddeutsche Zeitung, 15.03.1994
Zorn, es war auch Zorn im Spiel, als er sacht den Kopf schüttelte, enttäuscht, ungläubig vor allem.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 225
Er deutete mit dem Kopf nach den beiden sacht gehenden Beamten.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 4918
Sacht wogten die verdorrten, strohgelben Gräser über der glatten Oberfläche.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 284
Der Regen rieselte, unermüdlich, sacht, die Bäume raschelten und rauschten.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 415
Zitationshilfe
„sacht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sacht>, abgerufen am 15.10.2019.

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