sättigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungsät-ti-gen
Wortbildung mit ›sättigen‹ als Letztglied: ↗absättigen · ↗übersättigen  ·  mit ›sättigen‹ als Grundform: ↗ersättigen  ·  formal verwandt mit: ↗wohlgesättigt
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
sich, jmdn. sättigenseinen, jmds. Hunger stillen
Beispiele:
sich an, mit Obst, Kuchen sättigen
dieses Essen sättigt, ist sehr sättigend, hat ihn gesättigt
ich bin, fühle mich vollauf gesättigt (= satt)
übertragen
Beispiele:
jmds. Verlangen, Ehrgeiz, Hass, Leidenschaft sättigen (= befriedigen)
sich an, mit einem Anblick, Gefühl sättigen
mit Wissen, Bildung gesättigt (= angefüllt) sein
ein von Licht gesättigter Himmel
sein Zorn war noch nicht gesättigt [HesseNarziß5,220]
Auch der wunderliche Alte schien sich einstweilen an der Qual des Mädchens gesättigt zu haben [NablOrtliebsche Frauen317]
Die Luft sättigte sich mit den Düften der Damen und Herren [H. MannVollendung Henri Quatre7,280]
2.
nur im Part. Prät.
fachsprachlich
a)
gesättigte Farbennicht durch Schwarz, Weiß oder Grau verhüllte Farben des Spektrums, Vollfarben
Beispiele:
gesättigtes Dunkelgrün
Die im Spektrum erscheinenden Farben sind immer gesättigt [Urania1961]
b)
Chemie
Beispiele:
eine gesättigte Lösung (= Lösung, die bei konstanter Temperatur von der aufzulösenden Substanz nichts mehr aufnehmen kann)
eine gesättigte Kochsalzlösung, Zuckerlösung, Fettsäure
Wasser und absoluter Alkohol werden mit schwefliger Säure gesättigt
c)
Physik
Beispiel:
gesättigter Dampf (= in einem begrenzten Raum vorhandener Dampf, der bei konstanter Temperatur von einer verdunstenden Flüssigkeit nichts mehr aufnehmen kann)
bildlich
Beispiel:
Die Luft, von weißem Nebel gesättigt, schmeckte nach Ruß und Rauch [NollHolt1,141]
d)
Wirtschaft
Beispiel:
der Markt ist gesättigt (= kann keine Waren, eine bestimmte Ware nicht mehr aufnehmen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

satt · Sattheit · sättigen · Sättigung · sattsam
satt Adj. ‘nicht hungrig’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. sat ‘gesättigt, voll, genügend’, asächs. sad, nl. zat, aengl. sæd (auch ‘überdrüssig’, woraus engl. sad ‘traurig, ernst, bedrückt’), anord. saðr, got. saþs (germ. *sada-) beruht auf einem mit dem Suffix ie. -to- gebildeten Partizipialadjektiv. Verwandt sind (ablautend) got. gasōþjan ‘sättigen’, sōþ oder sōþs ‘Sättigung’ sowie außergerm. lat. satis ‘genug’, satur ‘satt’, air. sāith ‘Sattheit’, lit. sotùs ‘satt’, so daß eine Wurzel ie. *sā-, *sə- ‘satt, sättigen’ angesetzt werden kann, wozu auch aind. asinváḥ ‘unersättlich’ und griech. (Aorist) ā́sai (ᾆσαι) ‘sättigen’, ásē (ἄση) ‘Ekel, Unbehagen, Verdruß’, eigentlich ‘Übersättigung’, gehören und wohl auch (allerdings mit Umgestaltung des Vokalismus) aslaw. sytъ, russ. sýtyj (сытый) ‘satt’. Sattheit f. ‘Zustand des Sattseins’, mhd. satheit. sättigen Vb. ‘satt machen’, mhd. setigen, settigen, älter sat(t)en, set(t)en; Sättigung f. (15. Jh.). sattsam Adj. ‘genügend, hinlänglich’ (17. Jh.), zuvor (bei Luther) ‘gut genährt, üppig, übermütig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
satt machen · sattmachen · sättigen
Assoziationen
Synonymgruppe
saturieren · sättigen
Zitationshilfe
„sättigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sättigen>, abgerufen am 27.05.2019.

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