rumschreien

GrammatikVerb · schreit rum, schrie rum, hat rumgeschrien/rumgeschrieen
Worttrennungrum-schrei-en
Wortzerlegungrum-schreien
DWDS-Verweisartikel, 2019

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend jmd. schreit rum
Synonym zu herumschreien (Lesart 1, 2)
Beispiele:
Aber ich habe hart an mir gearbeitet und mittlerweile gelernt, das zu kontrollieren. Und wem hört man eher zu: Einer Frau, die rumschreit oder einer, die mit kühler Ruhe sagt: So kannst du nicht mit mir umgehen? Ich dachte früher, ich müsste mir Respekt auf brachiale Weise verschaffen. [Süddeutsche Zeitung, 04.11.2017]
Und wir sind nach Hause gerannt. So schnell wir konnten. Als ich und Tom nach Hause kamen, konnten wir Susannes Papa durch die Wand hören. Er hat rumgeschrien wegen der Zeit und dem Abendessen und dass es jetzt kalt war, Mama wollte wissen, wo ich und Tom gewesen waren und warum Tom nur seinen Mantel anhatte. [Davies, Katie; Lecker-Chewiwi, Ann; Shaw, Hannah: Das große Katzenkomplott. Mannheim, 2012.]
Dann haben wir versucht, erste Hilfe zu leisten. Ich hab’ sein Hemd aufgeknöpft und an seiner Brust gehorcht und sein Herz noch schlagen hören. Ich habe ihn in den Arm genommen und rumgeschrieen: »Ruft den Notarzt!« Dann kamen die und haben mit Herzschocker versucht, was zu machen. [Süddeutsche Zeitung, 06.04.2009]
Als ich ihn vor Jahren zuerst las – ich kannte damals nur einige Gedichte, deren Autor mir als gefährlicher Typ vorkam, dem man nachts lieber nicht allein begegnet –, hat mir »Der Mann mit der Ledertasche« ein anderes Bukowski-Bild gezeigt: das eines eher gutmütigen, liebenswerten Menschen, der bloß so laut rumschreit, weil er verletzbar ist (womit freilich nur ein anderes männliches Klischeebild bestätigt wird). [Die Zeit, 14.10.1977, Nr. 42]

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Geschrei erheben · Krawall machen · Randale machen · Unmut äußern · Zorn äußern · ein großes Palaver veranstalten · ↗fluchen · ↗geifern · ↗herumschreien · ↗keifen · lautstark protestieren · nicht zu beruhigen sein · ↗poltern · ↗schimpfen · ↗zetern  ●  (die) Welle machen  ugs. · (eine) Szene machen  ugs. · (einen) (mächtigen) Wirbel veranstalten  ugs. · (einen) Riesenaufstand machen  ugs. · (einen) Zwergenaufstand veranstalten  ugs. · (he)rumpalavern  ugs. · (mächtig) auf den Putz hauen  ugs. · fluchen wie ein Bierkutscher  ugs. · fluchen wie ein Droschkenkutscher  ugs. · fluchen wie ein Fischweib  ugs. · herumzetern  ugs. · keifen wie ein Fischweib  ugs. · ↗motzen  ugs. · rumschreien  ugs. · schimpfen wie ein Fischweib  ugs. · schimpfen wie ein Rohrspatz  ugs. · ↗schnauzen  ugs. · ↗wettern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

schreien

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rumschreien‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kann mit ruhiger Art bestimmt auftreten und muss nicht rumschreien.
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2004
Der Umgangston wurde zwar rauer, wild rumgeschrien hat er aber nicht.
Die Welt, 23.08.2003
Scheinbar hat sie sich die Kleider vom Leib gerissen und rumgeschrien.
Bild, 15.10.2005
Wenn ich rumschreie und gestikuliere, wäre das für mich sicher werbewirksamer, aber dieses Showgehabe lehne ich ab.
Der Spiegel, 08.08.1994
Wenn du den Wärter bekämpfst und rumschreist, dann kommst du nicht raus.
konkret, 1985
Zitationshilfe
„rumschreien“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rumschreien>, abgerufen am 22.10.2019.

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