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rot

GrammatikAdjektiv · Komparativ: röter · Superlativ: am rötesten
GrammatikAdjektiv · Komparativ: roter · Superlativ: am rotesten
Aussprache
Wortbildung mit ›rot‹ als Erstglied: ↗Rot-Grün-Sehschwäche · ↗Rot-Kreuz-Schwester · ↗Rotarmist · ↗Rotbarsch · ↗Rotbart · ↗Rotbrasse · ↗Rotbrassen · ↗Rotbuch · ↗Rotbuche · ↗Rotbusch · ↗Rotdorn · ↗Rotdrossel · ↗Roteisenerz · ↗Roterle · ↗Rotfilter · ↗Rotfuchs · ↗Rotglut · ↗Rothalstaucher · ↗Rothaut · ↗Rothirsch · ↗Rotkohl · ↗Rotkopf · ↗Rotkraut · ↗Rotkreuzschwester · ↗Rotlauf · ↗Rotlicht · ↗Rotliegende · ↗Rotling · ↗Rotphase · ↗Rotrock · ↗Rotschimmel · ↗Rotschopf · ↗Rotschwanz · ↗Rotschwänzchen · ↗Rotsehen · ↗Rotspon · ↗Rotstein · ↗Rotstich · ↗Rotstift · ↗Rottanne · ↗Rotverschiebung · ↗Rotwein · ↗Rotweinfleck · ↗Rotwild · ↗Rotwurst · ↗Rötling · ↗rot-braun · ↗rot-rot · ↗rot-schwarz · ↗rotblond · ↗rotblühend · ↗rotbraun · ↗rotbunt · ↗rotbärtig · ↗rotdurchädert · ↗rotempfindlich · ↗rotgeblumt · ↗rotgeblümt · ↗rotgefroren · ↗rotgerändert · ↗rotgesichtig · ↗rotgestreift · ↗rotgeweint · ↗rotgeädert · ↗rotglühend · ↗rothaarig · ↗rotkariert · ↗rotumrändert · ↗rotunterlaufen · ↗rotwangig · ↗rotäugig
 ·  mit ›rot‹ als Letztglied: ↗blassrot · ↗blau-rot · ↗blaurot · ↗blutrot · ↗bordeauxrot · ↗brandrot · ↗braun-rot · ↗braunrot · ↗dunkelrot · ↗fahlrot · ↗feuerrot · ↗fleischrot · ↗fuchsrot · ↗gelb-rot · ↗gelbrot · ↗glutrot · ↗glührot · ↗grellrot · ↗hellrot · ↗himbeerrot · ↗hochrot · ↗infrarot · ↗karfunkelrot · ↗karmesinrot · ↗karminrot · ↗kirschrot · ↗knallrot · ↗korallenrot · ↗krebsrot · ↗kupferrot · ↗lackrot · ↗lichtrot · ↗mattrot · ↗mennigrot · ↗orange-rot · ↗orangerot · ↗purpurrot · ↗puterrot · ↗rosarot · ↗rosenrot · ↗rostrot · ↗rot-rot · ↗rubinrot · ↗schamrot · ↗scharlachrot · ↗schlafrot · ↗schwachrot · ↗signalrot · ↗tiefrot · ↗tomatenrot · ↗ultrarot · ↗weinrot · ↗ziegelrot · ↗zinnoberrot · ↗zornrot
 ·  mit ›rot‹ als Grundform: ↗Rot · ↗erröten  ·  formal verwandt mit: ↗Frührot · ↗Lippenrot · ↗Morgenrot · ↗Wangenrot
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
dem Orange benachbarte Farbe, die am Rande des Sonnenspektrums liegt
Beispiele:
rot wie Blut
die rote Fahne der Arbeiterbewegung
die rote Farbe reifer Erdbeeren, Kirschen, Tomaten
rote Johannisbeeren, roter Mohn, rote Nelken, Rosen
rote Bete, Rüben
ein roter Bart
rotes Haar, rote Lippen, Wangen
eine gesunde rote Gesichtsfarbe
ein rotes Band, ein roter Rock
eine rote Kappe, Mütze
rote Farbe, Grütze, roter Stoff, rote Tinte, Wolle
der rote Kamm des Hahnes
das rote Licht der Verkehrsampel
der rote Schein des Feuers
die roten Dächer der Häuser glänzen im Sonnenschein
er hat vom vielen Trinken eine rote Nase
vor Scham, Verlegenheit einen roten Kopf bekommen
rote Ringe, Ränder um die Augen haben
vom Weinen, vor Übernächtigkeit rote (= entzündete) Augen
die roten Streifen auf der Haut weisen auf eine Entzündung, Blutvergiftung hin
ein vor Aufregung, von Anstrengung rotes Gesicht
rote (= aufgesprungene) Hände
rotes Gold (= Kupferlegierung, Gold- Kupfer-Legierung)
der Mann mit der roten Mütze bei der Eisenbahn
roter Wein (= Rotwein)
der Rote Platz (= berühmter Platz im Zentrum Moskaus)
Geografie das Land der roten Erde (= Westfalen)
Geografie das Rote Meer (= Meer zwischen Afrika und der arabischen Halbinsel)
das Rote Kreuz (= Organisation zur Verwundeten- und Krankenpflege sowie zur Hilfe bei Katastrophen)
das Deutsche Rote Kreuz
das Internationale Rote Kreuz
im Herbst wird das Laub gelb, braun und rot
von der großen Anstrengung, vor Aufregung, Zorn, Scham wurde er über und über, ganz rot (im Gesicht), lief ihm sein Gesicht rot an
vor Freude glühend rot werden
er wurde rot und röter vor Wut und brüllte schließlich los
umgangssprachlich, scherzhaft rot und blass werden
umgangssprachlich, scherzhaft als ich ihn ertappte, wurde er rot bis über beide Ohren
ein rot und weiß gestreiftes Tuch
der Stoff ist rot und blau gemustert
etw. sieht rot aus, schimmert, leuchtet, glänzt rot
sich [Dativ] die Augen rot weinen (= so viel weinen, dass die Augen sich entzünden)
einen Pullover rot färben
eine Bank rot (an)streichen
Berlin unter der roten Fahne [Rote Fahne1918]
Röslein, Röslein, Röslein rot [GoetheHeidenrösl.]
etw. rot anstreichenetw. mit einem Rotstift besonders hervorheben
Beispiele:
der Lehrer streicht die Fehler im Heft mit roter Tinte, rot an
der Student strich die wichtigen Textstellen rot an
etw., einen Tag im Kalender rot anstreichen (= sich etw., einen Tag besonders gut merken)
rot ist die Farbe der Liebe
die Farbe Rot
ein angenehmes, dunkles, helles, kräftiges, leuchtendes, sattes, tiefes, zartes Rot
ein aufdringliches, schreiendes Rot
der Maler hat nicht mit Rot gespart
ein Streifen Rot am Saume des Pullovers
ein Rot wie von glühendem Metall
ein Teeservice mit Verzierungen in Rot und Gold
das Rot der Korallen, eines gekochten Krebses, ihrer Lippen
das gesunde Rot des Lebens
etw. Rot auf den Lippen
(etw.) Rot auflegen (= die Wangen, Lippen rot schminken, Rouge auflegen)
die Verkehrsampel zeigt Rot
bei Rot nicht über die Straße gehen
ein heißes Rot lief auf seine Wangen [Stifter1,21]
Dies alte Backsteinhaus, dies tote Rot [NossackNovember110]
ohne Artikel
Rotdritthöchste Farbe der deutschen Spielkarten, deren Kennzeichen stilisierte Herzen sind, Herz
Beispiele:
Rot spielen
Rot ist Trumpf
Rot anspielen, ausspielen, bedienen, zugeben
jmdm. ein Glas Roten (= Rotwein) einschenken
bildlich
Beispiele:
der rote Faden (= der einheitliche Grundgedanke)
jmdm. den roten Hahn aufs Dach setzen (= jmds. Haus anzünden)
umgangssprachlich keinen, nicht einen roten Heller haben (= überhaupt kein Geld, gar nichts haben)
umgangssprachlich jmd., etw. ist das rote Tuch für jmdn., wirkt auf jmdn. wie das rote Tuch (= jmd., etw. wirkt auf jmdn. aufreizend wie das rote Tuch auf den Stier)
umgangssprachlich rot sehen (= wütend sein, werden)
umgangssprachlich jmdm. ist, wird (es) rot vor Augen (= jmd. ist, wird wütend)
2.
Bezeichnung für die Zugehörigkeit, das Bekenntnis zu einer politisch links stehenden Partei, Organisation, deren Vertreter mit unterschiedlicher Konsequenz für die Errichtung des Sozialismus (und Kommunismus) kämpfen
Beispiele:
die roten Viertel im Osten der Stadt
umgangssprachlich er ist ein Roter, gehört zu den Roten
historisch die Rote Armee (= Armee der Sowjetunion)
historisch Die Rote Fahne (= Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus)
historisch (die) Rote Hilfe Deutschlands (= überparteiliche Organisation der deutschen Arbeiter in den Jahren 1924 bis 1945 zur Unterstützung der verfolgten revolutionären Kämpfer und ihrer Familien)
umgangssprachlich rot sein (= politisch links stehen)
umgangssprachlich rot wählen (= bei einer Wahl seine Stimme einer politisch links stehenden Partei geben)
Hermann Becker, der rote Becker, der seinerseits im Kölner Kommunistenprozeß zu langer Festungshaft verurteilt worden war [BebelAus meinem Leben92]
Bildet die rote Klassenfront unter Führung der Kommunistischen Partei [Thälm.Reden1,125]
wurden im roten Hamburg wieder [bei Wahlen im Jahre 1908] drei Sozialdemokraten gewählt [BredelVäter155]
Fritz Weiler, Schlosser, organisiert seit 1920, roter Sportler [BaierlFlinz1]
dort [in der Ukraine im Jahre 1918] machen die Weißen und die Roten (= die Angehörigen der Roten Armee) Krieg miteinander [A. ZweigEinsetzung49]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rot · Röte · Rötel · Röteln · röten · erröten · rötlich · Rotauge · Rotkehlchen · Rotwild
rot Adj. Die Farbbezeichnung ahd. rōt (8. Jh.), mhd. rōt, auch ‘falsch, listig’, asächs. rōd, mnd. rōt, mnl. root, nl. rood, aengl. rēad, engl. red, anord. rauðr, schwed. röd, got. rauþs (germ. *rauda-), daneben (ablautend) aengl. rēod ‘rötlich’ (germ. *reuda-) führt wie ↗Rost (s. d.) mit aind. rudhiráḥ ‘rot, blutig’, rúdhiram ‘Blut’, griech. erythrós (ἐρυθρός) ‘rot’, lat. ruber ‘rot’ (s. ↗Rubin, ↗Rubrik), air. rūad ‘rot’, lit. raũdas ‘rotbraun, fuchsrot, rötlich’, aslaw. ruda ‘Erz, Bergwerk’, aruss. rudъ, russ. (landschaftlich) rudój (рудой), rúdyj (рудый) ‘blutrot’ auf eine Wurzel ie. *reudh-, *roudh-, *rudh- ‘rot’. Es handelt sich wohl um die älteste und zugleich in den ie. Sprachen am weitesten verbreitete Farbbezeichnung. Röte f. ‘das Rotsein, rote Färbung’, ahd. rōtī (um 1000), mhd. rœte. Rötel m. Mischung von Ton, Kreide und Eisenoxid, Rötelstein, roter Farbstoff, rœtel(stein) (14. Jh.). Röteln Plur. Kinderkrankheit, bei der sich rote Flecken auf der Haut bilden (2. Hälfte 16. Jh.), älter Rötel Plur. (Mitte 16. Jh.). röten Vb. ahd. rōtēn ‘rot werden, rötlich schimmern’ (8. Jh.), rōten ‘rot machen’ (9. Jh.), mhd. rōten ‘rot sein oder werden’, rœten ‘rot machen’, reflexiv ‘erröten, sich schämen’. erröten Vb. ‘rot werden’, ahd. irrōtēn (10. Jh.), mhd. errōten (auch ‘rot machen’). rötlich Adj. ‘ins Rote spielend, leicht rot’ (15. Jh.), vgl. mhd. rœteleht und rœtec. Rotauge n. ‘Plötze’, ahd. rōtouga (Hs. 13. Jh.), spätmhd. rōtouge, benannt nach einem roten Ring um die Augen. Rotkehlchen n. kleiner Singvogel mit rotgefiederter Kehle und Brust (Anfang 16. Jh.); vgl. ahd. rōtila, rōtilo (Hs. 12. Jh.), frühnhd. rötel (15. Jh.). Rotwild n. Sammelbezeichnung für Edelhirsche (mit im Sommer rötlichbraunem Fell), mhd. rōtwilt.

Thesaurus

Synonymgruppe
links · ↗linksgerichtet · ↗linksorientiert · politisch links stehend · rot · ↗sozialistisch  ●  ↗kommunistisch (sein)  Hauptform · (eine) rote Socke (sein)  ugs., fig., abwertend · vaterlandslose Gesellen  derb, politisch, abwertend, historisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ampel Armee Blutkörperchen Brigade Erde Faden Fahne Farbe Flora Haar Halbmond Karte Khmer Kreuz Laterne Linie Liste Planet Rathaus Rose Salon Stern Teppich Teufel Tuch Zahl blau gelb grün weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rot‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie lächelt mich an, das Mal rot auf ihrer weißen Haut.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 299
Das Rote Kreuz, Träger der Initiative, steuert einen Raum im Übernachtungsheim bei.
Die Zeit, 15.04.1999, Nr. 16
Ich sei für ihn im wahrsten Sinne des Wortes ein »rotes Tuch«.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 289
Das kleine Mädchen mit den roten Schuhen fiel ihm ein.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 318
Zuweilen kam wieder der Nebel, ein giftiger Nebel aus rotem Gas.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 924
Zitationshilfe
„rot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rot>, abgerufen am 19.06.2019.

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