resigniert

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Worttrennungre-si-gniert · re-sig-niert
Grundformresignieren
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

bildungssprachlich
a)
durch Resignation gekennzeichnet
b)
ergeben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

resignieren · resigniert · Resignation
resignieren Vb. ‘verzichten, sich in sein Schicksal ergeben, sich abfinden’. Zugrunde liegt lat. resīgnāre ‘entsiegeln, eröffnen, zurückgeben, verzichten’, mlat. ‘eine Pfründe, einen Besitz abtreten’ (vgl. lat. sīgnāre ‘mit einem Zeichen, Siegel-, Prägezeichen, Stempel versehen, (be)zeichnen’). Daraus entlehnt spätmhd. resignieren ‘entsiegeln, eröffnen’. In der 1. Hälfte des 16. Jhs. steht das Verb im Sinne von ‘ein Amt niederlegen, abdanken, zurücktreten, sich zurückziehen’ und folgt damit (ebenfalls auf lat. resīgnāre beruhendem) gleichbed. afrz. mfrz. resigner, resiner (frz. résigner); danach (2. Hälfte 18. Jh.) ‘verzichten, sich abfinden’ mit resigniert Part.adj. ‘ergeben, entmutigt, enttäuscht, verbittert’. Resignation f. ‘Verzicht, Entsagung, Ergebung (in das Schicksal), Mutlosigkeit’ (1. Hälfte 18. Jh.), ‘Amtsniederlegung, Abdankung, Rücktritt’ (Mitte 15. Jh., resignacien), mlat. resignatio (Genitiv resignationis) ‘Entsagung, Verzicht’, afrz. resignacion (frz. résignation).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem ist) schwer ums Herz · bedrückt · ↗bekümmert · ↗betrübt · ↗freudlos · ↗gedrückt · ↗kummervoll · ↗lustlos · nicht aufzuheitern · ↗niedergedrückt · ↗niedergeschlagen · resigniert · ↗trübselig · ↗trübsinnig · ↗unfroh · ↗unglücklich  ●  ↗traurig  Hauptform · dasitzen wie ein Häufchen Elend  ugs. · ↗geknickt  ugs. · ↗unlustig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Trübsal blasen · ↗betrauern · den Kopf sinken lassen · deprimiert (sein) · durch nichts aufzuheitern sein · enttäuscht (sein) · ↗leiden · ↗mutlos (sein) · resigniert (sein) · ↗trauern · ↗traurig (sein)  ●  den Kopf hängen lassen  Redensart, fig. · (wie) ein Häufchen Elend  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(hat) resigniert · hat aufgegeben · ohne Aussicht · ohne Hoffnung · will nicht mehr
Assoziationen
  • kleinmütig · ohne Zuversicht · ohne rechten Glauben an die Zukunft · verzagt  ●  ↗mutlos  Hauptform · ↗kleingläubig  geh., religiös

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achselzuck Achselzucken Bitterkeit Fazit Feststellung Handbewegung Kopfschütteln Resümee Schulterzucken Seufzen Seufzer Unterton abwinken beinahe enttäuscht erschöpft feststellen frustriert hinzusetzen klingen konstatieren müde ratlos resümieren seufzen teils verbittert wütend zornig zucken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›resigniert‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aron gefällt die Party ganz und gar nicht, aber er hält resigniert den Mund.
Süddeutsche Zeitung, 16.11.2004
So gesehen, kann niemand an einem resignierten Behinderten interessiert sein.
Die Zeit, 07.06.1974, Nr. 24
Endlich gebe ich es vollends auf und setze mich resigniert auf meinen Platz.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zu Ulis Teddybär, den er entschlossen umarmt hielt, nickte sie resigniert.
Pausewang, Gudrun: Die Wolke, Ravensburg: Maier 1989 [1987], S. 20
Trotzdem besteht kein Grund, das Problem der reformatorischen Wende resigniert zu übergehen.
Ebeling, G.: Luther. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 23987
Zitationshilfe
„resigniert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/resigniert>, abgerufen am 19.08.2019.

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