rennen

GrammatikVerb · rannte, ist/hat gerannt
Aussprache
Worttrennungren-nen
Wortbildung mit ›rennen‹ als Erstglied: ↗Rennbahn · ↗Rennerei · ↗Rennjacht · ↗Rennkamel · ↗Rennsportwagen · ↗Rennyacht
 ·  mit ›rennen‹ als Letztglied: ↗abrennen · ↗anrennen · ↗davonrennen · ↗drauflosrennen · ↗durchrennen1 · ↗durchrennen2 · ↗einrennen · ↗entgegenrennen · ↗festrennen · ↗fortrennen · ↗herausrennen · ↗herbeirennen · ↗hereinrennen · ↗herumrennen · ↗herunterrennen · ↗hinaufrennen · ↗hineinrennen · ↗hinterherrennen · ↗hinüberrennen · ↗hochrennen · ↗nachrennen · ↗umrennen · ↗vorausrennen · ↗vorbeirennen · ↗vorrennen · ↗wegrennen · ↗wettrennen · ↗zurückrennen · ↗überrennen
 ·  mit ›rennen‹ als Grundform: ↗Rennen · ↗berennen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
schnell laufen
Beispiele:
aus der Schule, über die Straße, zur Straßenbahn rennen
die Kleine ist während des Besuchs ständig hin und her gerannt
um die Wette rennen
er rennt um sein Leben
sie kam atemlos treppauf gerannt
sie rennt wie ein Wiesel (= sehr schnell)
salopp er rannte wie ein geölter Blitz (= sehr schnell)
ich bin die ganze Strecke, nur die letzten drei Minuten gerannt
Viel Dienerschaft rannte ab und zu [Feuchtw.Goya350]
die Wachtmeister rennen von Zelle zu Zelle [FalladaWolf1,8]
Alles rennet, rettet, flüchtet [SchillerGlocke]
Als die Tür hinter ihm zugefallen ist, kommt er ins Rennen [KästnerLottchen118]
mit Hilfsverb ›hat‹
salopp sich [Dativ] die Zunge aus dem Hals rennenmit größter Anstrengung laufen
Beispiele:
der hat sich aber die Zunge, Lunge aus dem Hals gerannt, um noch mitzukommen!
Die würde sich ja die Beine aus dem Leib rennen für Sie, Herr Theo! [BrechtFurcht u. Elend3]
jmdn. fast über den Haufen rennenjmdn. vor Eile fast umstoßen
Beispiel:
er hätte den Blinden fast über den Haufen gerannt
mit Hilfsverb ›ist‹
im Laufen heftig gegen etw. stoßen
Beispiele:
er ist im Dunkeln (mit dem Kopf) gegen, an die Wand gerannt
gegen den Baum wird bestimmt noch jemand rennen!
umgangssprachlich, übertragen jmdm. in die Arme rennenjmdm. zufällig begegnen
Beispiele:
gestern bin ich ihm in die Arme gerannt
mit dem Kopf durch die Wand rennen (= Absichten gegen größte Hindernisse mit Unvernunft durchsetzen)
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
sich [Dativ], jmdm. etw. in etw. rennensich, jmdm. etw. in einen Körperteil stoßen, einen Körperteil mit, an etw. verletzen
Beispiele:
jmdm. den Dolch in den Leib, den Degen durch das Herz rennen
er hat sich (an dem Balken) ein Loch in den Kopf gerannt
das Messer hätte ich ihm einfach in die Rippen gerannt [G. HermannWordelmann208]
sie hätte ihm Ohrfeigen versetzt, das Knie in den Leib gerannt [AndresPortiuncula67]
übertragen sich die Köpfe blutig rennensich hart bekämpfen
Beispiel:
damals hatten sie sich darüber die Köpfe blutig gerannt
3.
mit Hilfsverb ›ist‹
umgangssprachlich in etw. rennensich selbst in eine schlimme Lage bringen
Beispiele:
sie rennen blindlings in ihr, ins Unglück, Unheil, Verderben
in sein Schicksal, den Tod rennen
umgangssprachlich, abwertend irgendwohin rennenmit unangebrachtem, überflüssigem Eifer etw., jmdn. aufsuchen
Beispiele:
bei jeder Kleinigkeit zum Arzt rennen
immer finden sich neidische Leute, die zur Polizei rennen [TollerSchriften31]
ein Mensch wie du, der in die Kirche rennt [SeghersRettung3,54]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rennen · Rennen · Renner · berennen · verrennen
rennen Vb. ‘schnell laufen’, ahd. rennen ‘laufen machen, jagen, treiben, zusammenlaufen lassen, sammeln’ (um 900), mhd. mnd. rennen, auch ‘schnell reiten, laufen’, asächs. rennian ‘zusammenlaufen lassen’, mnl. nl. rennen ‘schnell laufen, fließen’, aengl. (mit r-Metathese) ærnan ‘rennen, reiten, fahren’, anord. renna ‘laufen machen, eingießen, verschlingen, bewegen, rennen’, schwed. ränna ‘rennen, laufen’, got. urrannjan ‘aufgehen lassen’ stehen als Kausativa (germ. *rannjan) zu dem unter ↗rinnen (s. d.) angeführten Verb und bedeuten eigentlich ‘fließen, laufen machen’, also ‘in Bewegung setzen, (an)treiben, jagen’. Daraus entwickelt sich in mhd. Zeit durch Ersparung des Objekts intransitiver Gebrauch mit der Bedeutung ‘laufen’. Rennen n. ‘sportlicher Wettkampf im Laufen, Fahren, Reiten’, zuvor ‘Turnier, Hetze, Jagd’ (15. Jh.). Renner m. ‘Rennpferd’, spätmhd. renner ‘wer (hin und her) rennt, viel beschäftigt ist, Stallknecht, reitender Bote’, frühnhd. ‘Rennpferd’. berennen Vb. ‘gegen etw. anrennen, angreifen, stürmen’, mhd. berennen ‘überrinnen machen, begießen, laufen lassen, tummeln, angreifen, bestürmen’. verrennen Vb. reflexiv ‘hartnäckig an einer Sache festhalten, sich verbohren, sich verirren’, mhd. verrennen ‘überrinnen machen, übergießen, bestreichen, jagen, antreiben’, reflexiv ‘zu weit rennen, sich reitend verirren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
eilen · ↗galoppieren · ↗hasten · ↗hechten · ↗hetzen · ↗huschen · ↗pfeifen · ↗rasen · schnell laufen · ↗schnellen · ↗sprinten · ↗stieben  ●  ↗fegen  fig. · ↗laufen  Hauptform · rennen  Hauptform · ↗schießen  fig. · Gummi geben  ugs. · Hackengas geben  ugs. · ↗dahinpreschen  ugs. · die Beine in die Hand nehmen  ugs., fig. · ↗düsen  ugs. · ↗fetzen  ugs. · fitschen  ugs., ruhrdt. · ↗fliegen  geh., fig., literarisch · ↗flitzen  ugs. · ↗jagen  ugs. · ↗pesen  ugs. · ↗preschen  ugs. · ↗sausen  ugs. · ↗spurten  ugs. · ↗stürmen  ugs. · ↗wetzen  ugs. · ↗zischen  ugs.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
  • (sich) fortbewegen · von A nach B kommen
Unterbegriffe
Assoziationen
  • in schneller Gangart · schnellen Schrittes  ●  mit kurzen, schnellen Schritten  militärisch · eilenden Schrittes  geh. · hurtigen Schenkels  ugs., ironisch · im Sauseschritt  ugs. · im Schweinsgalopp  ugs.
  • langsam laufen · ↗schnüren (z.B. Füchse) · ↗traben
Antonyme
  • langsam gehen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Haufen Panik anrennen davonrennen ein einrennen entgegenrennen her herrennen herumrennen hinaufrennen hinausrennen hineinrennen hinrennen hinterher hinterherrennen hinunterrennen losrennen mitrennen nachrennen rausrennen rennen rumrennen umherrennen umrennen vorbeirennen wegrennen weiterrennen zurennen zurückrennen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rennen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kinder, viele von ihnen halbnackt, flüchten aus dem Gebäude, rennen ziellos durch die Straßen.
Die Welt, 04.09.2004
Eine paar Minuten später rennt er jubelnd über das Feld.
Der Tagesspiegel, 01.06.2003
Da rennen wir vier Tage durch die Stadt, ich meine, man will doch auch alles gesehen haben.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 07.04.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wir rannten ohne Verluste, in einen Klumpen zusammengeballt, zum Ziel.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 203
Aber plötzlich schiebt er ihn rasch in den Sack und rennt dahin.
Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 17468
Zitationshilfe
„rennen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rennen>, abgerufen am 15.10.2019.

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