rekurrieren

Aussprache
Worttrennungre-kur-rie-ren (computergeneriert)
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
bildungssprachlich auf etw. früher Erkanntes, Gesagtes o. Ä. zurückgehen, Bezug nehmen (u. daran anknüpfen)
2.
Rechtssprache, österreichisch, schweizerisch, (sonst) veraltet Rekurs einlegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rekurs · rekurrieren
Rekurs m. ‘Einspruch, Bezugnahme’, älter ‘Zuflucht’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. recursus ‘Rücklauf, Rückkehr’, übertragen (jurist.) ‘Bezug’, zu lat. recurrere (s. unten). rekurrieren Vb. ‘auf etw. Bezug nehmen, Einspruch erheben’, älter ‘Zuflucht nehmen’, entlehnt (Anfang 18. Jh.) aus lat. recurrere ‘zurücklaufen, seine Zuflucht nehmen, auf etw. zurückkommen’, zu lat. currere (cursum) ‘laufen, rennen, eilen’ und ↗re- (s. d.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(etwas) aufgreifen · (sich) berufen auf · (sich) beziehen auf · (sich) stützen auf · Bezug nehmen auf · ↗anknüpfen (an) · anspielen auf · sich anlehnen an · verweisen auf · zurückgreifen auf · zurückkommen auf  ●  alludieren  geh., lat., bildungssprachlich · rekurrieren (auf)  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Vorbild darauf

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rekurrieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier soll politische Opposition kriminalisiert werden “und rekurriert argumentativ auf die deutsche Geschichte.
Die Zeit, 16.10.1987, Nr. 43
Die Sprachregelung, auf die sich die Führungen offenbar verständigt haben, rekurriert auf das Selbstbestimmungsrecht des irakischen Volkes.
Süddeutsche Zeitung, 11.04.2003
Schon wenn es darum geht, die Rationalität einzelner Personen zu beurteilen, genügt es nicht, auf diese oder jene Äußerung zu rekurrieren.
Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 1. Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 65
Sie können es auch nie werden, da sie stets auch auf aktuelle gesellschaftliche und kulturelle Gegebenheiten rekurrieren und folglich durch immanente normative Setzungen gekennzeichnet sind.
Meißner, Wolfgang: Kreativität. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 22368
Sie rekurrierten zudem im Figuralen auf das Grabmal für Clemens XIV.
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 218
Zitationshilfe
„rekurrieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rekurrieren>, abgerufen am 19.07.2019.

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