regelmäßig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungre-gel-mä-ßig (computergeneriert)
WortzerlegungRegel-mäßig
Wortbildung mit ›regelmäßig‹ als Erstglied: ↗Regelmäßigkeit  ·  mit ›regelmäßig‹ als Letztglied: ↗unregelmäßig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
durch bestimmte Regeln geordnet, der Regel, Norm entsprechend
Beispiele:
ein regelmäßiges Leben
ein regelmäßiges Bauwerk
regelmäßige Formen
ein regelmäßiges (= ebenmäßiges) Gesicht
der Puls, Kreislauf, die Atmung ist regelmäßig (= gleichmäßig)
er lebt regelmäßig
Sprachwissenschaft diese Verben werden regelmäßig flektiert
auf der Corredera ... dem großen, regelmäßigen Platz [Feuchtw.Goya440]
2.
zu bestimmten Zeiten, in bestimmter Weise immer wiederkehrend
Beispiele:
regelmäßige Mahlzeiten
der regelmäßige Schulbesuch, Flugdienst
die regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen
etw. geschieht in regelmäßigen Abständen
eine Bezahlung in regelmäßigen Raten
adverbiell
immer
Beispiele:
er geht regelmäßig um diese Zeit zum Dienst
sie isst regelmäßig um 12 Uhr
etw. wiederholt sich regelmäßig
die Post kommt regelmäßig vormittags
regelmäßig Medizin einnehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regel · regeln · Regelung · Regler · regelmäßig · regelrecht · regulieren · Regulierung · regulär · Regularität · Regulator
Regel f. ‘Richtschnur, Richtlinie, Vorschrift, Norm, gewohnte Ordnung’, auch (wegen der regelmäßigen Wiederkehr) ‘Menstruation’, ahd. regula ‘Ordensregel, Regel, Richtschnur’ (9. Jh.), mhd. regel(e) ‘Ordensregel, Regel, Vorschrift, Norm, Maß’ ist, zunächst als Ausdruck des Klosterlebens, wie mnd. regule, reg(g)ele f. ‘(Ordens)regel, Lehre, Richtschnur’, mnl. reghele, regle f. ‘(Ordens)regel, Richtschnur, Reihe, gerade Linie, Lineal’, nl. regel m. ‘Linie, Zeile, Norm, gewohnte Ordnung, Richtschnur, Ordensregel, Menstruation’, aengl. regol m. ‘Regel, Kanon, Gesetz, Muster, Lineal’, anord. regula (durch mnd. Vermittlung auch regla) f. ‘Ordensregel’ aus mlat. regula f. ‘Ordensregel, Vorschrift, Richtschnur, Richtscheit, Meßlatte, Lineal’ übernommen (vgl. die bis ins 18. Jh. gebräuchliche bildungssprachliche Variante nhd. Regul, gestützt durch regulieren, s. unten). Das mlat. Substantiv, dessen Stammvokal nach Ausweis der germ. Entlehnungen kurz zu sein scheint (falls der bei Länge meist auftretende Wandel zu ī im Germ. hier nicht wegen des weiterhin deutlich empfundenen Zusammenhangs mit der lat. Form unterblieb), setzt lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel, Richtschnur, Grundsatz’ fort, eine dehnstufige Nominalbildung zu lat. regere ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’. Dazu regeln Vb. ‘in eine bestimmte Ordnung bringen, nach Regeln ordnen’ (2. Hälfte 18. Jh., vereinzelt schon geregelt für spätlat. rēgulāriter im frühen 16. Jh.); Regelung f. ‘das Regeln, Ordnen, Festlegung, Vorschrift’ (19. Jh.); Regler m. ‘Vorrichtung zum selbsttätigen Regeln bestimmter Größen’ in der Technik (19. Jh.), zuvor gelegentlich von Personen ‘wer alles nach Regeln ordnen will’ (Ende 18. Jh., ohne Zusammenhang mit mhd. regelære ‘Mönch, besonders nach der Regel des heiligen Augustinus lebender Kanoniker’, mlat. canonicus regularis); regelmäßig Adj. ‘nach bestimmten Regeln geordnet, gleichmäßig’ (2. Hälfte 17. Jh.), adverbiell ‘in gleichbleibendem Turnus wiederkehrend, immer’ (Ende 18. Jh.); regelrecht Adj. ‘ordnungsgemäß, richtig’ (Anfang 18. Jh., erst im 19. Jh. geläufig). regulieren Vb. ‘in eine bestimmte Ordnung bringen, (bei Störungen) ausgleichen’ (seit Ende 18. Jh. vorwiegend terminologisch; in der Allgemeinsprache, im 20. Jh. teilweise auch in der Technik durch regeln ersetzt), mhd. regulieren ‘nach einer Regel ausführen’, entlehnt aus spätlat. rēgulāre ‘regeln, einrichten’, zu lat. rēgula (s. oben); dazu Regulierung f. ‘das Ordnen, Ausgleichen’ (um 1800, mit zunehmender Häufigkeit vor allem Bestandteil fachlicher Komposita). regulär Adj. ‘ordnungsgemäß, richtig’ (Ende 18. Jh.), zuvor ‘gleiche Teile habend, regelmäßig angeordnet, symmetrisch’ (von geometrischen Gebilden, namentlich im Festungsbau, 2. Hälfte 16. Jh.), anfangs in der Form regular, seit Ende 17. Jh. (wohl unter dem Einfluß von gleichbed. frz. régulier) französierend regulär, regulair, Übernahme von spätlat. rēgulāris ‘regelmäßig, eine Richtschnur enthaltend’ (lat. ‘zur Schiene formbar, Schienen-’, zu lat. rēgula, s. oben); dazu Regularität f. ‘Regelmäßigkeit, Richtigkeit’ (Mitte 17. Jh.), nach gleichbed. frz. régularité, einer gelehrten Bildung zu spätlat. rēgulāris (vgl. spätlat. irrēgulāritās ‘Stand des Weltgeistlichen’). Regulator m. ‘Regler’ zur Einstellung des gleichmäßigen Ganges einer Maschine (18. Jh.), ‘Wanduhr’ mit verstellbarem Pendel (19. Jh.), gelehrte Bildung zu spätlat. rēgulāre (s. oben). Vgl. frz. régulateur (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
periodisch · regelmäßig · ↗turnusmäßig · wiederholend · wiederkehrend · ↗zyklisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
gleichmäßig · in gleichen Abständen · regelmäßig · ↗regulär
Antonyme
Synonymgruppe
(wie) gestochen · ↗klar · regelmäßig · ↗scharf
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstand Arbeitszeit Austausch Besuch Einkommen Einnahme Konsultation Kontakt Kontrolle Training Treffen Zeitabstand Zusammenkunft aufsuchen austauschen besuchen ebenso erscheinend fast kontrollieren stattfindend tagen telefonieren trainieren treffen trinken veranstalten wiederkehrend Überprüfung überprüfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›regelmäßig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Redaktion prüft regelmäßig jene Behauptungen, für die sich die meisten Leser interessieren.
Die Zeit, 26.08.2013, Nr. 34
Falls es uns gefällt, wollen wir unser Nest in der dunklen Zeit regelmäßig eine Zeitlang verlassen.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 314
Er selbst ging regelmäßig mit den verschiedensten Frauen ins Bett.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 27
Aber auch bei höheren Pflanzen kommt regelmäßig ein Abbau der Proteine vor.
Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 301
Die regelmäßige Anordnung der vier Massen in einem Ring entspricht einem einfachsten endlichen unbegrenzten linearen Riemannschen Raum aus vier diskreten Elementen.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Zitationshilfe
„regelmäßig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/regelmäßig>, abgerufen am 17.10.2019.

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