redigieren

GrammatikVerb · redigierte, hat redigiert
Aussprache
Worttrennungre-di-gie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

einen Text vor der Veröffentlichung überarbeiten, zur Veröffentlichung vorbereiten
Beispiele:
ein Blatt, einen Zeitungsartikel, eine Rundfunksendung, einen wissenschaftlichen Aufsatz redigieren
eine gut, gewissenhaft, sorgfältig redigierte Zeitschrift
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

redigieren · Redaktion · redaktionell · Redakteur · Redaktor
redigieren Vb. ‘Texte für die Veröffentlichung bearbeiten, druckfertig machen’, entlehnt (um 1800) aus mfrz. frz. rédiger ‘zusammenstellen, ordnen, abfassen, ausarbeiten, zu Papier bringen’ (mfrz. auch ‘zurückführen’), das auf lat. redigere (redāctum) ‘zurücktreiben, zurückbringen, eintreiben’, übertragen ‘in einen Zustand, in eine Lage bringen, zu etw. machen, in Ordnung bringen’ beruht; vgl. lat. agere ‘treiben, handeln, tätig sein’. Heute vornehmlich Fachwort der Wissenschaft, der Publizistik und des Verlagswesens. Voraus geht redigieren ‘etw. mit Gewalt (zusammen)treiben, in eine Ordnung bringen, ordnen’ als unmittelbare Entlehnung (1. Hälfte 16. Jh.) aus lat. redigere. Redaktion f. ‘Überprüfung, Bearbeitung eines Manuskripts vor der Veröffentlichung’ (Ende 18. Jh.), ‘Gesamtheit der Redakteure einer Zeitung, eines Verlages, deren Arbeitsräume’ (19. Jh.), Entlehnung von gleichbed. frz. rédaction, das als Nomen actionis zu den Bedeutungen des Verbs frz. rédiger gebildet ist; vgl. mfrz. rédaction ‘Zurückführung’, nach gleichbed. spätlat. redāctio (Genitiv redāctiōnis). redaktionell Adj. ‘die Redaktion betreffend’ (Ende 19. Jh.), frz. rédactionnel. Redakteur m. ‘gelehrter Sammler (von Verordnungen), Anordner, (wissenschaftlich ausgebildeter) Bearbeiter oder Verfasser von Texten in der Publizistik und im Verlagswesen’, Entlehnung (2. Hälfte 18. Jh.) von frz. rédacteur ‘wer Rechtstexte sammelt, ordnet, Zeitungsartikel u. dgl. schreibt bzw. bearbeitet’, gebildet als Nomen agentis (wohl in Anlehnung an rédaction) zu frz. rédiger. Redaktor m. ‘Bearbeiter, Herausgeber wissenschaftlicher Werke’ (Ende 18. Jh.), gelehrte nlat. Bildung in Anlehnung an lat. Nomina agentis auf -tor.

Thesaurus

Synonymgruppe
Korrektur lesen · ↗gegenlesen  ●  ↗lektorieren  fachspr. · redigieren  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›redigieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ja, fast zu spröde seminaristisch verfasst ist der Text und auch nicht allzu sorgfältig redigiert.
Die Zeit, 15.10.2003, Nr. 42
Hierbei hat Engels den zuweilen nur skizzierten Text von Marx stilistisch leicht redigiert, selbstredend ohne die leiseste inhaltliche Veränderung.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 262
Er hatte dieses Dokument weder geschrieben noch redigiert, er kannte es nur flüchtig.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 230
Das zeitlich erste und wichtigste Organ seiner Tätigkeit war die berühmte, mustergültig redigierte Elsässische Rundschau.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 985
Ich trank aus der Flasche, fuhr mit dem Handrücken über den Mund und redigierte weiter.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 145
Zitationshilfe
„redigieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/redigieren>, abgerufen am 21.10.2019.

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