raunen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrau-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›raunen‹ als Grundform: ↗Geraun · ↗Geraune
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben ganz leise, murmelnd reden
Beispiele:
jmdm. Worte, Zärtlichkeiten ins Ohr raunen
»Vorsicht!«, raunte er
heimlich flüsternd über etw., jmdn. sprechen
Beispiele:
man raunt über das Ereignis, über diese Menschen
Getuschel und Raunen ging durch den Saal
Eingeweihte raunen von einem unheimlichen Handel [Wasserm.Wahnschaffe2,334]
bildlich
Beispiele:
der Wind, Wald raunt
Und er meint, ihr Blut raunen zu hören [FalladaBlechnapf291]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

raunen · raunzen
raunen Vb. ‘leise, murmelnd, heimlich sprechen’, ahd. rūnēn (8. Jh.), mhd. rūnen, rounen ‘heimlich und leise reden, flüstern’, asächs. rūnon, mnd. mnl. rūnen ‘flüstern, heimlich sprechen’, nl. ruinen ‘murmeln, murren, munkeln’, aengl. rūnian ‘flüstern, sich verschwören’, engl. (älter) to round ‘raunen, wispern’, anord. rȳna ‘sich vertraulich unterhalten, Runenzauber ausüben’ gehören (ursprünglich wohl im Sinne von ‘Zauberworte sprechen’) als Ableitungen zu dem unter ↗Rune (s. d.) behandelten Substantiv. Dazu die Weiterbildung raunzen Vb. obd. ‘nörgeln, weinerlich klagen, wimmern’, ahd. rūnezen, rūnizen, rūnezōn ‘murren, flüstern’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Stimme dämpfen · (jemandem etwas) ins Ohr sagen · ↗(jemandem etwas) zuflüstern · ↗hauchen · hinter vorgehaltener Hand (zuflüstern o.ä.) · leise sprechen · mit tonloser Stimme (sagen o.ä.) · ↗munkeln · raunen · ↗säuseln · ↗tonlos (sprechen o.ä.) · ↗tuscheln · ↗wispern · ↗zischeln  ●  ↗flüstern  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augur Eingeweihter Klappentext Komplott Mikro Mikrofon Off Ohr Staubfinger anerkennend bedeutungsvoll bewundernd ehrfurchtsvoll ehrfürchtig entgegen flüstern geheimnisvoll munkeln rauschen respektvoll summen säuseln tuscheln umraunen unheilvoll verschwörerisch vielsagend wispern zischeln zuraunen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›raunen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Stars - man raunt von 1800, aber gibt es so viele?
Der Tagesspiegel, 03.10.1999
Du nennst das Drama, ich spiele meinen Part, raunt der Sänger.
Die Zeit, 02.04.1998, Nr. 15
Sie raunten, deuteten, reckten sich auf, riefen und drängten hinzu.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 119
Jetzt trat sie an Cortez heran und raunte ihm etwas zu.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 237
Und sie raunte ihm süße Worte der Resignation ins Ohr und schob mit ihren warmen Fingern alle Fragen und Aufgaben als vergebens weg.
Musil, Robert: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1983 [1906], S. 101
Zitationshilfe
„raunen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/raunen>, abgerufen am 26.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Raunebel
Raunächte
Raumzelle
raumzeitlich
Raumzeit
Rauner
Raunze
raunzen
Raunzer
Raunzerei