rastlos

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungrast-los (computergeneriert)
WortzerlegungRast1-los
Wortbildung mit ›rastlos‹ als Erstglied: ↗Rastlosigkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

sich keine Ruhe gönnend
Beispiele:
ein rastloser Mensch, Arbeiter, Künstler, Geist
er arbeitete rastlos
nie zur Ruhe kommend, ohne Rast, ruhelos
Beispiele:
ein rastloses Leben führen
das rastlose Suchen, Forschen des Gelehrten führte schließlich zu der großen Entdeckung
in rastloser Arbeit, Mühe schuf er das berühmte Kunstwerk
mit seinem rastlosen Fleiß, Eifer hat er es weit gebracht
Rastlose Liebe [GoetheRastlose LiebeTitel]
unruhig, unstet, hastig
Beispiele:
das rastlose Treiben der Großstadt
er wanderte, irrte rastlos im Lande umher
seine rastlosen Augen, Gedanken irrten, sein rastloser Blick glitt hin und her
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rast · Rüst(e) · rasten · rastlos · Unrast
Rast f. ‘Ruhepause’, ahd. rasta (9. Jh.), mhd. rast(e), asächs. rasta, mnd. rast(e), mnl. raste, (mit Umlaut) anord. rǫst ‘Ruhe(pause), das Verweilen, Wegstrecke, Meile’, schwed. rast ‘Rast, Ruhe, Pause’, got. rasta ‘Meile, Wegstrecke’ sowie daneben ahd. restī (8. Jh.), resta (9. Jh.) ‘das Verweilen’, mhd. rest(e) ‘Ruhe, Rast, Sicherheit, Ruhestätte, Grab’, asächs. resta, auch ‘Tod’, mnd. reste ‘Rast, Ruhe’, aengl. ræst, rest, engl. rest (germ. *rast(j)ō-) und (ablautend) mnd. roste, ruste, mnl. ruste, nl. rust ‘Ruhe, Rast, Pause’ (germ. *rust(j)ō-) gehören wie (ohne ableitenden Dental gebildetes) aengl. ærn, anord. rann, got. razn ‘Haus’ zu einer s-Erweiterung der unter ↗Ruhe (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *erə-, *rē- ‘ruhen’. Die alte Bedeutung ‘Wegstrecke, Meile’ bezeichnet die zwischen zwei Rastorten zurückgelegte Wegstrecke unterschiedlicher Länge. Ablautendes spätmhd. rust f., mnd. roste, ruste ‘Ruhe’ (s. oben) wird in die Literatursprache übernommen Rüst(e) f. ‘das Ausruhen, Weile, Ordnung’ (die Sonne geht zur Rüste ‘zur Ruhe’, 16. Jh.). rasten Vb. ‘Rast machen, (sich) ausruhen’, ahd. resten (8. Jh.), rastōn (9. Jh.), mhd. rasten, resten ‘ruhen’, asächs. restian, mnd. resten, rosten, aengl. ræstan, restan, engl. to rest ‘(aus)ruhen’ sind Ableitungen von den oben genannten Substantiven. rastlos Adj. ‘sich keine Ruhe gönnend, ruhelos, unermüdlich’ (17. Jh.). Unrast f. ‘Ruhe-, Rastlosigkeit, innere Unruhe’, mhd. unraste, unreste ‘Unruhe, Rast- und Ruhelosigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
getrieben · rastlos · ↗ruhelos · ↗unruhig · ↗zappelig  ●  (jemand) kann nicht fünf Minuten still sitzen  ugs., fig., variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) unruhiger Geist (sein) · immer in Aktion · immer in Bewegung · nicht stillsitzen können · ↗nimmermüde · ↗quirlig · rastlos · ↗rege · ↗regsam · ↗ruhelos  ●  Hummeln im Hintern haben  ugs. · Pfeffer im Hintern haben  ugs. · keine Ruhe im Hintern (haben)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteurer Berufsarbeit Betriebsamkeit Eifer Fleiß Forschen Geschäftigkeit Kosmopolit Macher Nomade Perfektionist Reisen Reisetätigkeit Ruheständler Schaffen Schaffensdrang Suchen Tätigkeit Wanderer Wanderschaft Wanderung durchstreifen getrieben reisend ruhelos suchend tingeln touren umherreisen unstet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rastlos‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da er von dieser Methode sehr überzeugt ist und rastlos in ihrer Anwendung, sind über die Jahre schon ein paar erträgliche Ergebnisse zusammengekommen.
Der Tagesspiegel, 18.08.2003
Er zog rastlos um die Welt, um das Leid zu vergessen, das er angerichtet hatte.
Bild, 16.01.1999
Rastend ist es und doch rastlos, Ferne ist es und doch so nah!
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 203
Du hältst mich auf in den Erneuerungen meines unruhigen rastlosen Selbst!
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6450
Der strich durch das große Zimmer, immer rastlos, in unbehaglicher Haltung, drückte sich an die Wand.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 936
Zitationshilfe
„rastlos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rastlos>, abgerufen am 16.06.2019.

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