rassig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungras-sig
Wortbildung mit ›rassig‹ als Letztglied: ↗reinrassig
eWDG, 1974

Bedeutung

Beispiel:
ein rassiges (= mit den Eigenschaften einer guten Rasse ausgestattetes, feuriges) Pferd
umgangssprachlich, veraltend besonders von Frauen   mit markanten Zügen, Eigenschaften, mit ausgeprägtem, oft feurigem Temperament ausgestattet
Beispiele:
sie ist eine rassige Schönheit
etw. ist rassig (= imposant)
Weinbau ein rassiger Schaumwein
Weinbau der Sekt hat eine rassige Note
Die junge Frau war blauhaarig und rassig – eine Bilderbuch-Italienerin [StrittmatterBienkopp77]
ein hübscher, rassig aussehender Junge [RennKindheit130]
... der sich einen rassigen (= schnittigen) Sportwagen nach dem anderen kaufte [M. WalserEhen199]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rasse · rassig · rassisch
Rasse f. Gruppe (Unterart) von Tieren, Pflanzen, die sich durch gemeinsame erbliche Merkmale und physiologische Eigenschaften von anderen Gruppen unterscheiden, große Gruppe von Menschen mit gemeinsamen charakteristischen erblichen Körpermerkmalen, im Dt. zuerst Razza, Raza (16./17. Jh.) nach ital. razza, danach Race (18. Jh., bis etwa 1900 in dieser Schreibweise) nach frz. race ‘Geschlecht, Stamm, Abstammung, Nachkommenschaft, Gattung, Sorte, Art (von Menschen und Tieren)’. Herkunft ungewiß. FEW 10, 115 ff. macht wahrscheinlich, daß mfrz. frz. race aus ital. razzo m. bzw. razza f. ‘Geschlecht’ (13./14. Jh.) bzw. aus einem in Italien üblichen mlat. rassa ‘Abmachung unter den Angehörigen eines Berufes, einer Familie’ entlehnt sei, dem lat. ratio ‘Rechnung, Berechnung, Rechenschaft, Denken, Denkvermögen, Vernunft, Grund, Maß, Gesetzmäßigkeit, Ordnung, Methode, Prinzip’ (s. ↗rational), spätlat. ‘Sippenverband, Gruppe (von Tieren, Früchten)’, wohl auch ‘Gestüt’, zugrunde liegt. Rasse steht zunächst für ‘Geschlecht, Familie, Menschengruppe, -schlag mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften und Verhaltensweisen’, wird in der 2. Hälfte des 18. Jhs. ein naturgeschichtlicher Ordnungsbegriff zur Bezeichnung einer Tier- bzw. Pflanzengruppe mit übereinstimmenden typischen (vererbbaren) Merkmalen des äußeren Erscheinungsbildes in einem gleichen geographischen Verbreitungsgebiet, oft im eingeschränkten Sinne ‘(durch systematische Züchtung gewonnenes) edles Geschlecht mit ausgeprägten, hervorragenden Eigenschaften’ (vgl. Rassehund, -pferd, -tier). Gegen Ende des 18. Jhs. wird Rasse als anthropologischer Begriff auch auf Menschen in der oben angeführten Bedeutung übertragen und im 19. Jh. vielfach mit ‘Volk’ gleichgesetzt. In Anlehnung an die unwissenschaftliche Vorstellung von der Ungleichwertigkeit der Rassen (vgl. „Essai sur l’inégalité des races humaines“ Gobineau 1853) entwickelte der deutsche Faschismus eine Rassentheorie bzw. -ideologie, mit der er die Ausbeutung, Unterdrückung und Vernichtung bestimmter Völker oder ethnischer Gruppen zu rechtfertigen suchte. rassig Adj. ‘mit den Eigenschaften einer guten Rasse ausgestattet’, auch (besonders von Pferden) ‘edel, feurig, vollblütig’ (1. Hälfte 20. Jh.). rassisch Adj. ‘die Rasse, Rassenzugehörigkeit des Menschen betreffend, auf der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse, Bevölkerungsgruppe beruhend’ (1922).

Thesaurus

Synonymgruppe
rassig · ↗schmissig · ↗schnittig
Synonymgruppe
(die) Blicke auf sich ziehen(d) · (die) Hormone in Wallung bringen(d) · (ihre) weiblichen Reize zur Geltung bringen(d) · ↗(sexuell) ansprechend · ↗(sexuell) reizend · Fantasien auslösen(d) · Lust machen(d) · Männerherzen höher schlagen lassen(d) · Phantasien auslösen(d) · ↗atemberaubend · ↗atemraubend · aufregend · aufreizend · ↗erotisch · erotisierend · ↗erregend · ↗knackig · ↗reizvoll · ↗sinnlich · stimulierend · ↗verführerisch · ↗wohlgeformt · ↗wohlgestaltet · ↗wohlproportioniert · zum Anbeißen  ●  ↗(sexuell) attraktiv  Hauptform · ↗sexy  engl. · (die) Hormone ankurbeln(d)  ugs. · aphrodisierend  geh. · betörend  geh. · ↗geil  ugs. · ↗heiß  ugs. · ↗knusprig  ugs., fig. · ↗kurvig  ugs. · ↗lasziv  geh. · ↗lecker  ugs., fig. · mit heißen Kurven  ugs. · rassig  ugs., veraltet · ↗scharf  ugs. · von ansprechender Körperlichkeit  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfahrt Brasilianerin Brünette Cabrio Dunkelhaarige Geliebte Italienerin Kampfspiel Pferd Piste Rennpferd Riesling Roadster Rothaarige Russin Römerin Schwarzhaarige Schönheit Spanierin Sportwagen Stierkämpfer Säure Tänzerin Weib Zigeunerin Zweikampf Zweisitzer dunkelhaarig elegant schlank

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rassig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese rassige Schönheit hat es nicht mehr geschafft, sich was überzuziehen.
Bild, 31.08.1998
Die nicht rassisch deutsch waren, hat der alle umgebracht, nur rassige Deutsche nicht.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 111
Er braucht gar nicht den geschmeidigen Bewegungen ihrer rassigen Hände zu folgen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 398
Sie ist ein paar Jahre jünger als ich und ziemlich rassig und hat das gern.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 212
Ich bin in Wien aufgewachsen, habe helle Haut und grüne Augen, bin also nicht der rassige, südländische Typ.
Die Zeit, 02.05.2013, Nr. 19
Zitationshilfe
„rassig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rassig>, abgerufen am 21.09.2019.

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