raspeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungras-peln
Wortbildung mit ›raspeln‹ als Erstglied: ↗Raspelei  ·  mit ›raspeln‹ als Letztglied: ↗abraspeln
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw., besonders Holz, Leder, Kunststoff, weiches Metall mit der Raspel bearbeiten
Beispiele:
die scharfe Kante des Brettes muss noch stumpf geraspelt werden
glatte Ledersohlen werden durch Raspeln aufgeraut
umgangssprachlich, scherzhaft, übertragen Süßholz raspelnjmdm. vom anderen Geschlecht in auffälliger Weise schmeicheln, mit jmdm. schöntun
Beispiel:
sie raspeln schon den ganzen Abend Süßholz miteinander
2.
Obst, Gemüse mit der Raspel zerkleinern
Beispiele:
Äpfel, Möhren, Rettich raspeln
geraspelte Kokosnuss, Schokolade
3.
ein kratzendes, raschelndes Geräusch von sich geben
Beispiele:
Ein feines blechernes Raspeln tönt in der Wand [FalladaBauern418]
Das Schilf raspelt im Winde [StrittmatterOchsenkutscher348]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

raspeln · Raspel
raspeln Vb. ‘mit der Raspel bearbeiten’. Frühnhd. raspeln (Anfang 16. Jh.), mnd. respeln ‘kratzend zusammenscharren’ ist eine Iterativbildung zu heute unüblichem raspen ‘scharren, kratzen’, ahd. (h)raspōn (um 1000), mhd. raspen ‘an sich reißen, raffen’, das als schwache Bildung neben dem untergegangenen starken Verb ahd. (h)respan ‘rupfen, zupfen’ (8. Jh.), aengl. gehrespan ‘reißen’ steht. Geht man (unter der Annahme von s-Metathese) von einer Bildung mit s-Suffix germ. *hresp- aus, so lassen sich die oben genannten Formen mit dem unter ↗raffen (s. d.) behandelten Verb verbinden. Seit dem 17. Jh. wird raspeln unter dem Einfluß von Raspel (s. unten) gewöhnlich im Sinne von ‘mit der Raspel arbeiten’ verwendet, während die Bedeutung ‘scharren, kratzen’ nur noch selten begegnet. Raspel f. ‘grobe Feile zum Bearbeiten von Holz und anderen weicheren Materialien, Küchengerät zum Zerkleinern von Obst und Gemüse’ (16. Jh.), Rückbildung aus dem Verb. Vgl. mhd. raspe f.

Thesaurus

Synonymgruppe
(Käse) reiben · raspeln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfel Kartoffel Käse Möhre Süßholz abraspeln grob schneiden schälen vermischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›raspeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Drei Tage lang habe ich geraspelt, ob wir nicht mal einen Kaffee nehmen könnten.
Süddeutsche Zeitung, 24.01.2000
Sie fliegen gern morsches Holz an und raspeln daran herum.
Die Welt, 07.08.2004
Hier wird nicht gebastelt, hier wird gesägt, geraspelt, geschwitzt, gebohrt, gedübelt, geflucht, geleimt und geschliffen.
Die Zeit, 01.07.2002, Nr. 26
Die geschälten Rettiche raspeln und mit den übrigen Zutaten vermischen.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 20
Schabe die Möhren ab, wasche sie, rasple sie in die Schüssel.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 214
Zitationshilfe
„raspeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/raspeln>, abgerufen am 17.09.2019.

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