rappelig

GrammatikAdjektiv
Nebenform rapplig · Adjektiv
Worttrennungrap-pe-lig ● rapp-lig
Wortzerlegungrappeln-ig
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp nervös, unruhig
Beispiele:
sei doch nicht gleich so rappelig!
das macht mich (ganz) rappelig
da wird man ja rappelig, wenn man daran denkt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rappeln · aufrappeln · Rappel · rappelig · Rappelkopf · rappelköpfig · rappelköpfisch
rappeln Vb. ‘klappern, rasseln’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich (mühsam) bewegen, sich aufraffen’ (18. Jh.) vereint in sich wohl einerseits lautnachahmendes, mit iterativem l-Suffix und Konsonantengemination gebildetes nd. rappeln ‘rasseln, klappern’ (vgl. entsprechendes mhd. raffeln ‘lärmen, klappern, schelten’ sowie engl. to rap ‘klopfen’) und andererseits zu mnd. rāpen ‘raffen’, md. rappen ‘gewaltsam an sich reißen’ (16. Jh.) gebildetes nd. rappeln ‘sich aufraffen, bewegen, an sich reißen’ (s. ↗raffen). Aus ‘lärmen’ entwickelt sich die Bedeutung ‘nicht recht bei Verstande, verrückt sein’ (18. Jh., doch wohl älter, s. unten rappelig, rappelköpfig); vgl. es rappelt bei jmdm. aufrappeln Vb. reflexiv ‘sich aufraffen’ (18. Jh.). Rappel m. ‘Verrücktheit, plötzlich aufsteigender Zorn’ (19. Jh.); älter mundartlich Rappel f. ‘Klapper, Flachsraufe’. rappelig Adj. ‘verrückt, nervös, unruhig’ (17. Jh.). Rappelkopf m. ‘eigensinniger, störrischer, zum Jähzorn neigender Mensch’, rappelköpfig Adj. ‘eigensinnig, störrisch, jähzornig’ und gleichbed. rappelköpfisch Adj. (alle 17. Jh.); vielleicht aus der Sprache der Pferdezüchter, wo rappelköpfisch ‘am Koller leidend’ neben kollerig gebraucht wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgeregt · beunruhigt · erregt · ↗fieberhaft · ↗gereizt · ↗kribbelig · ↗nervös · ↗ruhelos · ↗schreckhaft · ↗unruhig · wie ein aufgescheuchtes Huhn  ●  ↗(ganz) durcheinander  ugs. · ↗aufgedreht  ugs. · ↗aufgekratzt  ugs. · aufgewühlt  ugs. · durch den Wind  ugs., fig. · ↗fickerig  ugs., norddeutsch · ↗fickrig  ugs., norddeutsch · ↗hibbelig  ugs., regional · ↗hippelig  ugs., regional · ↗kabbelig  ugs. · ↗kirre  ugs. · rappelig  ugs. · rapplig  ugs. · wie angestochen  ugs. · ↗zappelig  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was sie dagegen ganz rappelig macht, sind diese steinernen Einfassungen der Quellen im ganzen Land, an denen Pflanzen und Tiere nicht leben können.
Der Tagesspiegel, 10.08.2001
Der Zug sei alt und rappelig, hatte David Griffiths gesagt, kein Vergleich zu Deutschland.
Die Zeit, 25.10.1996, Nr. 44
Als Baby Paul zu rappelig wurde zum Mitnehmen, übernahm Ehemann Werner Mahler, ebenfalls Photograph, die Kinderbetreuung.
Die Zeit, 18.04.1997, Nr. 17
Gleich eingangs beispielsweise, beim Putsch des dritten Standes, wird er ganz rappelig.
konkret, 1990
Gleich eingangs beispielsweise, beim Putsch des dritten Standes, wird er ganz rappelig.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1989]
Zitationshilfe
„rappelig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rappelig>, abgerufen am 19.10.2019.

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