rappeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrap-peln
Wortbildung mit ›rappeln‹ als Erstglied: ↗rappelig · ↗rappelvoll · ↗rapplig
 ·  mit ›rappeln‹ als Letztglied: ↗aufrappeln · ↗durchrappeln · ↗hochrappeln · ↗zusammenrappeln
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich klappern, rasseln
Beispiele:
jmd., es rappelt an der Tür
der Sturm rappelte (= rüttelte) an den Fensterläden
jeden Morgen um sechs rappelt bei mir der Wecker
Telefon und Fernschreiber rappeln und ticken den ganzen Tag in der Zentrale
salopp, bildlich es rappelt bei jmdm.jmd. ist nicht recht bei Verstande, ist übergeschnappt, verrückt
Beispiel:
bei dir rappelt es wohl?
2.
umgangssprachlich sich rappelnsich (mühsam) bewegen, sich aufraffen
Beispiele:
er rührt und rappelt sich nicht vom Fleck
der Hund lag wie tot auf dem Boden und rappelte sich nicht
Die Großmutter kränkelt. Wenn sie sich morgens aus dem Bett rappelt, gellen ihre Schmerzensschreie durch das Haus [StrittmatterTinko213]
übertragen
Beispiel:
er rappelte sich trotz mehrfacher Rückschläge wieder in die Höhe (= es ging mit ihm wieder aufwärts)
3.
salopp gerappelt vollgerammelt voll
Beispiel:
der Zug war gerappelt voll
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rappeln · aufrappeln · Rappel · rappelig · Rappelkopf · rappelköpfig · rappelköpfisch
rappeln Vb. ‘klappern, rasseln’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich (mühsam) bewegen, sich aufraffen’ (18. Jh.) vereint in sich wohl einerseits lautnachahmendes, mit iterativem l-Suffix und Konsonantengemination gebildetes nd. rappeln ‘rasseln, klappern’ (vgl. entsprechendes mhd. raffeln ‘lärmen, klappern, schelten’ sowie engl. to rap ‘klopfen’) und andererseits zu mnd. rāpen ‘raffen’, md. rappen ‘gewaltsam an sich reißen’ (16. Jh.) gebildetes nd. rappeln ‘sich aufraffen, bewegen, an sich reißen’ (s. ↗raffen). Aus ‘lärmen’ entwickelt sich die Bedeutung ‘nicht recht bei Verstande, verrückt sein’ (18. Jh., doch wohl älter, s. unten rappelig, rappelköpfig); vgl. es rappelt bei jmdm. aufrappeln Vb. reflexiv ‘sich aufraffen’ (18. Jh.). Rappel m. ‘Verrücktheit, plötzlich aufsteigender Zorn’ (19. Jh.); älter mundartlich Rappel f. ‘Klapper, Flachsraufe’. rappelig Adj. ‘verrückt, nervös, unruhig’ (17. Jh.). Rappelkopf m. ‘eigensinniger, störrischer, zum Jähzorn neigender Mensch’, rappelköpfig Adj. ‘eigensinnig, störrisch, jähzornig’ und gleichbed. rappelköpfisch Adj. (alle 17. Jh.); vielleicht aus der Sprache der Pferdezüchter, wo rappelköpfisch ‘am Koller leidend’ neben kollerig gebraucht wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
klackern · ↗klappern · ↗knattern · ↗prasseln (Regen, Hagel) · rappeln · ↗rasseln · ↗rattern · ↗scheppern
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Karton Kasten Kiste auf aufrappeln da endlich es gewaltig hoch hochrappeln klappern langsam laut los mühsam richtig rumpeln wieder zusammen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rappeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da steht auch er vor der Pleite, rappelt sich aber bald wieder auf.
Die Zeit, 02.03.2006, Nr. 10
Es läuft nie ganz richtig, aber man rappelt sich zusammen.
Süddeutsche Zeitung, 04.07.1997
Ich rappelte mich aber noch mal hoch und zog mir die Stiefel aus.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 142
Das rappelt die nun jeden Tag her, «sagte sie verdrossen zur Tochter.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 21629
Nachts um 3.00 Uhr rappelt beinahe zehn Minuten lang an einer Tour das Telefon.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 02.12.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„rappeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rappeln>, abgerufen am 20.09.2019.

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