radeln

GrammatikVerb · radelte, ist/hat geradelt
Aussprache
Worttrennungra-deln
Wortbildung mit ›radeln‹ als Erstglied: ↗Radler1 · ↗Radler2  ·  mit ›radeln‹ als Letztglied: ↗anradeln · ↗ausradeln · ↗davonradeln · ↗durchradeln2 · ↗durchradeln1 · ↗heimradeln · ↗losradeln
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich Rad fahren
Beispiele:
auf Feldwegen, durch die Straßen radeln
er ist am Nachmittag in die Stadt geradelt
sie radelte eine Stunde auf ihrem Fahrrad zur Arbeit
»Ach ... da hat er wohl zuviel geradelt [RennKindheit32]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rad · radeln · Radler · rädern · radfahren · Radfahrer
Rad n. ‘kreisrundes Teil, das sich um seinen Mittelpunkt dreht (bei einem Fahrzeug die Fortbewegung ermöglichend)’. Das nur im Kontinentalwestgerm. begegnende Substantiv ahd. rad (8. Jh.), mhd. rat (Genitiv rades), asächs. rað, mnd. mnl. rat, nl. rad, afries. reth, rad (germ. *raþa-) ist im Engl. und Nord. früh ausgestorben; doch finden sich hier die vielleicht verwandten Bildungen aengl. rodor, rador ‘Äther, Himmel’, anord. rǫðull ‘Strahlenkranz, Sonne’. Außergerm. sind verwandt air. roth, kymr. rhod ‘Rad’, lat. rota ‘Rad’, rotula, rotulus ‘Rädchen’ (s. ↗Rolle, ↗rollen), rotāre ‘(sich) kreisförmig herumdrehen’ (s. ↗rotieren), lit. rãtas ‘Rad, Kreis’ (Plur. rãtai ‘Wagen’), aind. ráthaḥ ‘Wagen, zweirädriger Streitwagen’, rathī́- ‘im Wagen fahrend, Wagenlenker’, awest. raθa- ‘Wagen’. Sie führen auf ie. *rot(h)- ‘Rad’ und damit auf die Wurzel ie. *ret(h)- ‘laufen, rollen’, vgl. air. rethim ‘laufe’. radeln Vb. ‘radfahren’ (2. Hälfte 19. Jh.) für älteres velozipedieren (s. ↗Fahrrad) als Neubildung zu (Fahr)rad; wohl in Anlehnung an bair. radeln ‘im Kreis drehen’ und an das in der Wiener Umgangssprache gebräuchliche herumradeln ‘vergebliche, ärgerliche Fahrten machen’. Radler m. ‘Radfahrer’ (um 1900, zuerst ironisch für Velozipedist). rädern Vb. im Mittelalter ‘jmdn. durch das Rad hinrichten, aufs Rad flechten’, mhd. rederen; vgl. die Wendung wie gerädert sein ‘todmüde, völlig erschöpft sein, sich zerschlagen fühlen’. radfahren Vb. Radfahrer m. (beide 2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Sport
Synonymgruppe
Fahrrad fahren · ↗Rad fahren · radeln  ●  Velo fahren  schweiz. · ↗pedalieren  scherzhaft · in die Pedale treten  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fahrrad Fahrradfahrer Fahrtrichtung Gehweg Hometrainer Landstraße Mountainbike Tandem davonradeln durchradeln entgegen entlang entlangradeln heim hinauf hinterher hinunter joggen los losradeln mit mitradeln quer radeln skaten vorbei vorbeiradeln vorüber wandern weiterradeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›radeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man da nicht so ein Theater drum machen würde, wäre das längst erledigt ", sagt sie missmutig und radelt ins Dorf.
Der Tagesspiegel, 05.05.2001
Vielleicht radelte ich auch ein bißchen für die deutsche Einheit in unseren Köpfen.
Bild, 09.01.1998
Sodann radelte er mit eigener Kraft aufs offene Meer hinaus.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 170
Immer schneller radelt die Zeit vorüber, je kürzer das Leben wird.
Brief von Wilhelm Busch an Marie Hesse vom 14.08.1903. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1903], S. 20529
Alles muß rauschen, schäumen, fliegen, splittern, lodern oder wenigstens radeln.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10088
Zitationshilfe
„radeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/radeln>, abgerufen am 14.11.2019.

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