rabiat

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungra-bi-at
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend rücksichtslos vorgehend und zur Gewalttätigkeit neigend
Beispiele:
ein rabiater Kerl, Bursche
ein rabiates Weib
er ist, wird (immer gleich) rabiat
Einer der rabiatesten Wachtmeister, ein junger brutaler Moselaner [WeisenbornMemorial60]
Sie ... bestehen rabiat auf sofortiger Begleichung der Rechnung [St. ZweigBalzac106]
wütend, wild, zornig
Beispiele:
etw., jmd. macht jmdn. (ganz) rabiat
eine rabiate Auseinandersetzung
in hitzköpfiger Erbitterung, die ... geradezu rabiate Formen annahm [St. ZweigAmok109]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rabiat Adj. ‘rücksichtslos, gewalttätig, wütend, außer sich’, Entlehnung (Ende 17. Jh.; anfangs selten, häufiger seit 2. Hälfte 19. Jh.) aus mlat. rabiatus ‘wütig, tollwütig’ (Part. Perf. von mlat. rabiare ‘toll sein, wüten, toben’) bzw. aus gleichbed. ital. arrabbiato (älter wohl auch rabbiato, Part. Perf. von ital. arrabbiare, älter auch rabbiare ‘wütend, toll werden’, vgl. ital. rabbia ‘Tollwut, Wut, Zorn’); auf Herkunft aus dem Ital. deuten die frühe Bezeugung im öst.-obd. Raum sowie die im 19. Jh. verbreitete Schreibung rabbiat. An die Stelle von lat. rabere ‘toll sein, wüten’ tretendes mlat. rabiare (früher schon vlat.?, vgl. afrz. ragier, span. rabiar ‘wüten, rasen’) ist eine Bildung zu spätlat. rabia, lat. rabiēs ‘Wut, Tollwut, Tobsucht, Raserei’.

Thesaurus

Synonymgruppe
brachial · ↗gewalttätig · ↗grob · ↗grobschlächtig · ↗handgreiflich · rabiat · ↗roh · ↗ruppig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antikommunismus Antikommunist Antisemit Antisemitismus Autofahrer Dieb Erziehungsmethode Fußballfan Führungsstil Kahlschlag Kürzunge Ladendieb Methode Nationalismus Nationalist Polemik Preiskampf Sparkurs Sparpolitik Umgangston Vorgehen Vorgehensweise bisweilen derart minder mitunter rücksichtslos vorgehen ziemlich äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rabiat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch bundesweit kommt es immer wieder zu den rabiaten Taten.
Die Zeit, 03.09.2013 (online)
Ich verstehe ja, daß man sich über zu wenig Geld ärgert, aber rabiat darf man dabei nicht werden.
Bild, 24.03.2005
Das Erscheinen des kleinen, häßlichen Juden machte den Mann vollends rabiat.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 150
In der Tat war Frisch sofort gereizt, nannte mich »präpotent«, wurde rabiat und auch aggressiv.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 898
Durch den Vorfall an der Schule beängstigt, tat sie es rabiat.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 97
Zitationshilfe
„rabiat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rabiat>, abgerufen am 21.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Rabenvogel
Rabenvieh
Rabenvater
Rabenstein
rabenschwarz
Rabitz
Rabitzdecke
Rabitzwand
Rabulist
Rabulistik