rühmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrüh-men
Wortbildung mit ›rühmen‹ als Erstglied: ↗rühmenswert  ·  mit ›rühmen‹ als Letztglied: ↗anrühmen · ↗nachrühmen
eWDG, 1974

Bedeutung

etw., jmdn. (überall) lobend hervorheben, herausheben, preisen
Beispiele:
ein Buch, die Ware rühmen
jmds. Eifer, Fleiß rühmen
einen Dichter, Kämpfer rühmen
etw., jmdn. laut, sehr, hoch, außerordentlich rühmen
umgangssprachlich etw., jmdn. in alle Himmel rühmen
jmdn. wegen seiner Tüchtigkeit, Leistung rühmen
wir können sie nicht genug rühmen
jmdn. rühmen hören
jmdn. als Vorbild, als gerecht rühmen
rühmende Worte sprechen
etw., jmdn. rühmend (vor anderen) erwähnen, hervorheben
daß er sie [das Mädchen] rühmte vor allen in ihrer Zucht und Scheuheit [C. Hauptm.Einhart1,26]
etw. an jmdm. rühmenetw. an jmdm. hochschätzen
Beispiel:
wir rühmen an ihm seine Klugheit, Zuverlässigkeit
sich rühmenstolz auf etw. sein
Beispiele:
sie können sich rühmen, ihr Werk vollendet zu haben
ohne uns zu rühmen, dürfen wir sagen, dass ...
er rühmt sich (= prahlt), ein verkanntes Genie zu sein
Der Mann hatte sich im Suff gerühmt ... Heldentaten verübt zu haben [A. ZweigErziehung295]
gehoben sich einer Sache rühmen
Beispiele:
sich seines Erfolges, seiner Taten rühmen
Danach rühmte sich Feck öffentlich seiner geschickten Lügerei (= prahlte er damit) [BecherAbschied4,71]
viel Rühmens von etw. machenviel Aufhebens von etw. machen
Beispiel:
Je mehr Rühmens sie von ihrem Gegner machen [FontaneWuthenowI 1,361]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruhm · rühmen · berühmt · Berühmtheit · rühmlich · ruhmlos · ruhmredig · ruhmvoll
Ruhm m. ‘hohes Ansehen’. Das im Dt. und Nl. begegnende Substantiv ahd. (h)ruom (8. Jh.), mhd. ruom, ruon, (md.) rūm ‘Lob, Ehre, Prahlerei’, asächs. hrōm, mnd. rōm, mnl. nl. roem ‘Ruhm, Ehre’ (germ. *hrōma-) stellt sich mit (anders abgeleitetem) asächs. hrōð ‘Ruhm’, aengl. hrōþor ‘Trost, Freude, Nutzen’, got. hrōþeigs ‘ruhm-, siegreich’ (germ. *hrōþa-), ahd. (h)ruod- in Personennamen (vgl. Rüdiger, Rudolf) zu der unter ↗rufen (s. d.) angeführten Schallwurzel ie. *kar(ə)- ‘laut preisen, rühmen’. Auszugehen ist wohl von einer Bedeutung ‘Freudengeschrei’, die sich einerseits über ‘kriegerisches Selbstlob’ zu ‘Prahlerei’, andererseits über ‘Preis, Lob anderer’ zu ‘Ansehen, Ehre’ entwickelt. rühmen Vb. ‘jmds. Ruhm verkünden, jmdn. lobend hervorheben’, ahd. (h)ruomen ‘(sich) rühmen, prahlen’ (8. Jh.), mhd. rüemen, ruomen, (md.) rūmen, auch ‘froh sein, jubeln’, asächs. hrōmian ‘sich rühmen’, mnd. rōmen ‘rühmen, prahlen’, mnl. nl. roemen ‘rühmen, loben, preisen’, aengl. hrīeman, hrȳman, hrēman ‘rufen, schreien, prahlen’. berühmt Adj. ‘weithin bekannt, überall hoch angesehen’, spätmhd. berüemet, eigentlich Part. Prät. von mhd. berüemen, ahd. bi(h)ruomen ‘sich rühmen’ (um 1000); Berühmtheit f. ‘berühmte Persönlichkeit, anerkannter guter Ruf, Ruhm’ (1. Hälfte 16. Jh.). rühmlich Adj. ‘rühmens-, lobenswert, löblich’, mhd. rüem(e)lich ‘lobenswert, ruhmredig, prahlerisch’; vgl. ahd. (h)ruomlīhho Adv. ‘ruhmredig, prahlerisch’ (8. Jh.). ruhmlos Adj. ‘ohne Ruhm, Verdienst’ (17. Jh.). ruhmredig Adj. ‘prahlerisch’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter rhumrettig (Luther), rumretig (Sachs), zu mhd. ruomreiticheit ‘Prahlerei’, ruomereiten, (md.) ruomerēden ‘sich rühmen’, eigentlich ‘sich Ruhm bereiten’ (zum Grundwort s. ↗bereit), dann volksetymologisch an reden angeschlossen. ruhmvoll Adj. mhd. (md.) rūmvol.

Thesaurus

Synonymgruppe
preisen · rühmen
Synonymgruppe
(ein) Lob aussprechen · (sich) anerkennend äußern · (viel) Gutes nachsagen · Anerkennung zollen · Lob zollen · ↗belobigen · ↗benedeien · eine hohe Meinung haben · ↗gutheißen · ↗laudieren · ↗loben · lobend erwähnen · ↗lobpreisen · ↗preisen · rühmen · ↗schätzen · ↗würdigen
Assoziationen
  • (ein) Loblied anstimmen (auf) · (jemandem) ein großes Lob aussprechen · (jemandem) großes Lob spenden · (jemandem) hohes Lob zollen · (jemandes) Lob singen · (jemandes) Loblied singen · (sehr) rühmen · (sich) in Lobeshymnen ergehen · in den Himmel heben · in den höchsten Tönen loben · in den höchsten Tönen reden (von) · ↗lobpreisen · sehr loben  ●  (sich) in Lobtiraden ergehen  abwertend · (einer Sache / jemandem) Weihrauch spenden  geh., fig. · (jemandem einen) Lorbeerkranz flechten  geh., fig. · (jemandem) Lorbeerkränze flechten  geh., fig. · (jemandem) ein dickes Lob geben  ugs. · (sich) in Lobestiraden ergehen  geh., abwertend · des Lobes voll (sein)  geh. · voll des Lobes (sein)  geh. · über den grünen Klee loben  ugs.
  • Betonung auf etwas legen · Nachdruck verleihen · Wert auf die Feststellung legen · Wert legen auf · ↗akzentuieren · ↗betonen · ↗herauskehren · ↗herausstellen · ↗herausstreichen · ↗hervorheben · mit Nachdruck erklären · nachdrücklich betonen · ↗pointieren  ●  ↗unterstreichen  fig.
  • auszeichnen · ↗dekorieren · eine Auszeichnung verleihen
  • (die) Lorbeeren ernten · (eine) gute Bewertung bekommen · (viel) gelobt werden · nur Gutes hören (von)
  • akzeptieren · ↗billigen · ↗goutieren · ↗gutheißen
  • Lobeshymne (oft fig. und iron.) · ↗Lobpreisung · ↗Lobrede · Lobschrift · ↗Preisung · ↗Weihrauch (oft iron.) · ↗Würdigung  ●  ↗Aretalogie  geh., griechisch · Aretologie  geh., griechisch · ↗Eloge  geh., franz. · ↗Elogium  geh., lat. · ↗Laudatio  geh., lat.
  • (die) Werbetrommel rühren · Publicity machen für · Werbung machen · ↗anpreisen · ↗bewerben · ↗promoten · ↗propagieren · ↗umwerben · ↗werben  ●  ↗hochhalten  fig. · Rummel machen um  ugs.
  • begeistert aufgenommen werden · begeisterte Aufnahme finden · gefeiert werden · mit Preisen überhäuft werden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bescheidenheit Bewunderer Biograph Errungenschaft Freundschaft Fähigkeit Gastfreundschaft Heldentat Inschrift Kenner Laudatio Mut Nachruf Prospekt Schönheit Tapferkeit Tugend Verdienst Vorzug Weitsicht Zeitgenosse einst geloben genug gern gerne lauthals nachrühmen preisen tadeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rühmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rühmt sich, diesen Preis von ursprünglich 79 Mark herabgesetzt zu haben.
Der Tagesspiegel, 09.08.2001
Er hat sich der amerikanischen Erfolge gerühmt, zum Teil sogar mit ihnen geprahlt.
Süddeutsche Zeitung, 21.06.1997
Selten werden solche Sänger die Schönheit der Musik eher rühmen als die des Textes.
Donostia, P. José Antonio de: Basken. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 28342
Niemals aber rühme sich die junge Dame eines ausgeteilten Korbes.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6621
Doch wer, der das kritische Handwerk noch so gewissenhaft übte, darf sich rühmen, sich niemals prostituiert zu haben?
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 27013
Zitationshilfe
„rühmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/rühmen>, abgerufen am 20.04.2019.

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