quellen

GrammatikVerb · quillt, quoll, ist gequollen
Aussprache
Worttrennungquel-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›quellen‹ als Erstglied: ↗Quellbewölkung · ↗Quellung · ↗Quellwolke · ↗quellfest · ↗quellfähig
 ·  mit ›quellen‹ als Letztglied: ↗aufquellen · ↗ausquellen · ↗emporquellen · ↗entgegenquellen · ↗heraufquellen · ↗herausquellen · ↗herquellen · ↗hervorquellen · ↗vorquellen1 · ↗überquellen
 ·  mit ›quellen‹ als Grundform: ↗entquellen · ↗verquellen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
langsam und in großer Dichte aus etw. herausfließen, hervordringen
Beispiele:
die Tränen quollen ihr aus den Augen
Blut quoll aus der Wunde, Nase
das Wasser quillt aus der Erde
der Schweiß quoll ihm aus allen Poren
aus dem Zimmer quollen Flammen
schwarze Wolken quollen aus dem Schornstein
dicker Rauch quillt durch die Tür, das Fenster
eine große Menschenmenge quoll aus der Seitenstraße, durch das Tor
Aus der Wolke / Quillt der Segen, / Strömt der Regen [SchillerGlocke]
Obstbäume ... mit rissiger Rinde und quellenden Harztropfen [G. HermannGebert185]
bildlich
Beispiele:
ein Lachen quoll aus seiner Kehle
Musik quillt aus dem Radio
Aus der Geige quollen wunderbare Töne [OelfkenTraum20]
Sein Haß quoll aus dem Herzen in den Mund [E. ClaudiusGrüne Oliven18]
sich stark ausdehnend aus etw. hervortreten, hervorkommen
Beispiele:
vor Neugier, Zorn, Anstrengung quollen ihm (fast) die Augen aus den Höhlen, dem Kopf
aus seinen Schläfen quollen dicke Adern
die Füße quollen aus den engen Schuhen
der Nacken quoll ihm über den Kragen
Alsdann stemmte sie beide Hände in das quellende Fleisch ihrer Hüften [G. Hauptm.Quint1,54]
dichterisch, übertragen
Beispiele:
Süß quoll ein Duft [A. HolzBlechschmiede455]
im Sumpf quollen Blasen [FühmannJudenauto69]
2.
durch Aufnahme von Flüssigkeit an Umfang zunehmen, dick und weich werden, schwellen, anschwellen
Beispiele:
die Linsen, Bohnen müssen eine Stunde quellen
sie muss die Erbsen für das Mittagessen noch quellen lassen
der Reis, Grieß quillt noch
Weizenschrot mit kaltem Wasser zum Quellen ansetzen
das Holz ist durch die Feuchtigkeit gequollen
die schützende Hornschicht der Oberhaut kann quellen
ihm quoll (vor Ekel, Ärger) der Bissen im Mund
Schwere Steine, in quellenden Kalkbrei gebettet [JahnnHolzschiff141]
bildlich
Beispiel:
die Melodie des quellenden und erregenden Frühlings [OelfkenTraum197]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

quellen1 · Quelle · Quell · quellen2
quellen1 Vb. ‘sprudeln, sprudelnd fließen’, ahd. quellan ‘hervorsprudeln’ (10. Jh.), mhd. quellen ‘quellen, anschwellen’, asächs. quellan, mnd. quellen ‘(auf)quellen, dünn, locker werden, aufwallen vor Zorn, Schmerz’ (vgl. auch die Partizipialbildung aengl. collenferhþ ‘mit geschwollenem Mut, stolz’) schließt sich mit aind. galati ‘träufelt herab’, griech. blýein (βλύειν) ‘hervorquellen (lassen), hervorsprudeln’, balané͞ion (βαλανεῖον) ‘Bad, Badestube’ an eine Wurzel ie. *gu̯el(ə)- ‘herabträufeln, überrinnen, quellen’ an. Quelle f. auch (besonders dichterisch) Quell m. ‘kontinuierlich aus der Erde hervorsprudelnder Wasserstrom’, übertragen ‘Ursprung, Anfang’ (15. Jh.), ahd. quella (um 1000), asächs. quella, aengl. cwylla. Oder (unabhängig vom Ahd.) frühnhd. Neubildung zum Verb? quellen2 Vb. ‘weichen lassen, zum Quellen, Sieden bringen’ (16. Jh.), Kausativum (im Sinne von ‘quellen machen’) zu ↗quellen (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
fließen · ↗fluten · quellen · ↗rinnen · ↗strömen  ●  ↗rauschen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brei Eingeweide Faxgerät Fuge Gedärm Lautsprecher Lira Magma Mund Pore Qualm Rauch Rauchschwaden Rauchwolke Ritze Schaumstoff Schlot Schornstein Träne aufquellen ausquellen emporquellen entgegenquellen heraufquellen herausquellen hervorquellen hinausquellen vorquellen über überquellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›quellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es quillt der Brei in den Nachmittag hinein, das war fantastisches Material für mich.
Der Tagesspiegel, 09.09.2004
Öffnet man den Deckel, quillt Nebel aus dem eiskalten Innern.
Die Zeit, 04.06.2003, Nr. 23
Durch das Loch in der Wand quoll fetter schwarzer Eisenqualm.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 180
Mit jedem Keuchen quoll ihm neues Blut in Stößen aus dem Mund.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 12
Nach dem Aufkochen an der Herdseite ohne Rühren 20 Minuten quellen lassen.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 150
Zitationshilfe
„quellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/quellen#1>, abgerufen am 24.10.2019.

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quellen

GrammatikVerb · quellt, quellte, hat gequellt
Aussprache
Worttrennungquel-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›quellen‹ als Letztglied: ↗vorquellen2
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. durch Wasser aufschwellen lassen
Beispiele:
Erbsen müssen vor dem Kochen eine Nacht gequellt werden
sie muss die Bohnen erst quellen, hat den Reis gequellt
die Gerste wird zur Herstellung von Malz gequellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

quellen1 · Quelle · Quell · quellen2
quellen1 Vb. ‘sprudeln, sprudelnd fließen’, ahd. quellan ‘hervorsprudeln’ (10. Jh.), mhd. quellen ‘quellen, anschwellen’, asächs. quellan, mnd. quellen ‘(auf)quellen, dünn, locker werden, aufwallen vor Zorn, Schmerz’ (vgl. auch die Partizipialbildung aengl. collenferhþ ‘mit geschwollenem Mut, stolz’) schließt sich mit aind. galati ‘träufelt herab’, griech. blýein (βλύειν) ‘hervorquellen (lassen), hervorsprudeln’, balané͞ion (βαλανεῖον) ‘Bad, Badestube’ an eine Wurzel ie. *gu̯el(ə)- ‘herabträufeln, überrinnen, quellen’ an. Quelle f. auch (besonders dichterisch) Quell m. ‘kontinuierlich aus der Erde hervorsprudelnder Wasserstrom’, übertragen ‘Ursprung, Anfang’ (15. Jh.), ahd. quella (um 1000), asächs. quella, aengl. cwylla. Oder (unabhängig vom Ahd.) frühnhd. Neubildung zum Verb? quellen2 Vb. ‘weichen lassen, zum Quellen, Sieden bringen’ (16. Jh.), Kausativum (im Sinne von ‘quellen machen’) zu ↗quellen (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
fließen · ↗fluten · quellen · ↗rinnen · ↗strömen  ●  ↗rauschen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brei Eingeweide Faxgerät Fuge Gedärm Lautsprecher Lira Magma Mund Pore Qualm Rauch Rauchschwaden Rauchwolke Ritze Schaumstoff Schlot Schornstein Träne aufquellen ausquellen emporquellen entgegenquellen heraufquellen herausquellen hervorquellen hinausquellen vorquellen über überquellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›quellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es quillt der Brei in den Nachmittag hinein, das war fantastisches Material für mich.
Der Tagesspiegel, 09.09.2004
Öffnet man den Deckel, quillt Nebel aus dem eiskalten Innern.
Die Zeit, 04.06.2003, Nr. 23
Durch das Loch in der Wand quoll fetter schwarzer Eisenqualm.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 180
Mit jedem Keuchen quoll ihm neues Blut in Stößen aus dem Mund.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 12
Nach dem Aufkochen an der Herdseite ohne Rühren 20 Minuten quellen lassen.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 150
Zitationshilfe
„quellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/quellen#2>, abgerufen am 24.10.2019.

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