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pusten

GrammatikVerb · pustete, hat gepustet
Aussprache
Worttrennungpus-ten
Wortbildung mit ›pusten‹ als Erstglied: ↗Pusteblume  ·  mit ›pusten‹ als Letztglied: ↗anpusten · ↗aufpusten · ↗auspusten · ↗durchpusten · ↗fortpusten · ↗herunterpusten · ↗hinwegpusten · ↗lospusten · ↗trockenpusten · ↗umpusten · ↗wegpusten
 ·  mit ›pusten‹ als Grundform: ↗verpusten
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich Atemluft aus den wenig geöffneten Lippen mit mehr oder weniger starkem Druck hinausblasen
Beispiele:
in einen Ball, Luftballon Luft pusten
den Staub vom Tisch pusten
auf das Essen pusten, damit es kühler wird
durch die Nase pusten
jmd. pustet in die Hände, um sie zu erwärmen
(in den Ofen) pusten, damit das Feuer besser brennt
Spiel einen Stein beim Damespiel pusten (= anzeigen, dass man den Stein des Gegenspielers auf Grund eines Versäumnisses wegnehmen wird)
bildlich
Beispiele:
der Wind pustet (über die weite Fläche)
landschaftlich der Ofen pustet (= gibt deutlich spürbar Hitze ab)
Die dicken Schornsteine der großen Brauereien ... pusteten ihren Rauch auf die Chaussee [ViebigDie vor d. Toren204]
salopp, übertragen
Beispiele:
jmdm. was, eins pusten (= nicht nach jmds. Wunsch handeln, eine Zumutung zurückweisen)
auf etw. pusten (= auf etw. keinen Wert legen, etw. geringschätzen)
2.
außer Atem sein, keuchen
Beispiele:
als er die 4 Treppen hinaufgestiegen war, pustete er
nach dieser Anstrengung ging sie pustend im Zimmer auf und ab
bildlich
Beispiel:
Rumpelnd und pustend kam der Zug endlich in Gang [FalladaWolf1,85]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pusten · Puste · Pusteblume · Pusterohr
pusten Vb. ‘blasen, Luft ausstoßen, (schwer) atmen, außer Atem sein, keuchen’. Mnd. nd. pūsten ‘blasen, hauchen’ wird im 18. Jh. in die hd. Literatursprache aufgenommen, erscheint jedoch vereinzelt bereits in Wörterbüchern des 15. Jhs. als frühnhd. pusten, busten und wohl schon um 1300 im Ordensland in einer Präfixbildung mhd. (md.) anbūsten ‘blasend anfachen’ (zu erschließen aus der Präteritalform būste an). Daneben steht diphthongiertes frühnhd. (md.) pausten (bei Luther ‘mit starkem Hauch redend hervorbringen’), das im Nhd. untergeht, in obd. pfausten ‘schnauben, schwer atmen, trotzen’ aber noch länger fortlebt; vgl. ferner nl. poesten ‘blasen’, schwed. pusta ‘keuchen, pusten, anblasen’. Weiterhin gehören hierzu (ohne t-Formans) spätmhd. pūsen, frühnhd. pausen, bausen ‘aufgeblasen sein, sich blähen, schwellen, strotzen’, nhd. ↗Pausback (s. d.), frühnhd. pfusen, pfausen ‘schnauben, blasen, schwer atmen’ (so noch obd., auch im Sinne von ‘schmollen, trotzen’). Umgangssprachlich jmdm. etw. pusten ‘geringschätzig blasen, schnauben, um seinen Unwillen kundzutun’ (19. Jh.), übertragen ‘jmdm. etw. verweigern’. Verwandt sind außerdem aengl. pos ‘Schnupfen’, anord. pūstr ‘Ohrfeige’, schwed. (mundartlich) pysa ‘schnauben, schwellen, überkochen’. Sie gehen sämtlich wie ↗Busen (s. d.) auf eine s-Erweiterung der ursprünglich wohl lautnachahmenden Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ zurück. Puste f. ‘Atem’, übertragen ‘Kraft zum Aushalten, Durchstehvermögen’ (19. Jh.), zu pusten; vgl. mnd. pūst ‘das Blasen’. Pusteblume f. verblühter Löwenzahn, dessen zurückgebliebene Fruchtstände von Kindern weggepustet werden (zuerst bezeugt im 19. Jh. in nd. Mundart, doch wohl älter). Pusterohr n. ‘Blasrohr’ zum Anfachen des Feuers (18. Jh.), dann auch Kinderspielzeug zum gezielten Fortblasen kleiner Kugeln oder Bolzen; vgl. mnd. pūster ‘Blasrohr, (kleiner) Blasebalg’.

Thesaurus

Synonymgruppe
blasen · pusten
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgas Alkoholmessgerät Alkoholtest Atemtestgerät Auspuff Gebläse Kohlendioxid Luft Promille Qualm Rohr Schadstoff Schornstein Schwefeldioxid Seifenblase Staub Stickoxid Testgerät Treibhausgas Trillerpfeife Zigarettenrauch anpusten aufpusten auspusten durchpusten hinauspusten hineinpusten pusten umpusten wegpusten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pusten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt pustet einmal der Wind, und alles liegt wieder voll.
Bild, 27.02.1998
Der Minister läßt sich den neuen Wind gerne um die Nase wehen, er pustet sogar mit.
Die Zeit, 19.01.1996, Nr. 4
Jedesmal pustet er mit vollen Backen kräftig über den gefüllten Löffel hinweg.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22902
Wenn ich verblüht bin, pusten Wind oder Kinder meine Früchte in die Luft.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 333
Und er pustete mit großer Inbrunst über die leere Handfläche.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 36
Zitationshilfe
„pusten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/pusten>, abgerufen am 25.06.2019.

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