pur

GrammatikAdjektiv
Aussprache
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

rein, keine andersartigen Bestandteile aufweisend, unvermischt
a)
attributiv in Verbindung mit Edelmetallen
Beispiele:
etw. ist aus purem Gold
das ist pures Silber
Laß mir den besten Becher Weins / In purem Golde reichen [GoetheSänger]
b)
attributiv in Verbindung mit Abstrakta
umgangssprachlich bloß, nichts anderes als
Beispiele:
das ist purer Wahnsinn, Zufall, pure Verleumdung, Angeberei, Ironie
das ist hier pure Vergeudung von Energie
das ist die pure (= lautere) Wahrheit
etw. aus purer Angst, purem Egoismus, Vergnügen, Übermut, Mitgefühl, Trotz tun
sie tat es aus purer Verzweiflung, Eitelkeit, Bequemlichkeit, Menschenfreundlichkeit, Höflichkeit
Kinder treiben gern puren Unsinn [KreuderGesellschaft74]
c)
in Verbindung mit alkoholischen Getränken, seltener mit bestimmten Lebensmitteln; dem Subst. unflektiert nachgestellt
Beispiele:
einen Whisky pur (= ohne Sodawasser) bestellen
in diesem Glas mit Babynahrung sind Möhren pur
diesen Schnaps muss man am besten pur trinken
selten
attributiv
Beispiel:
er hielt nichts von Mixgetränken, sondern trank nur puren Schnaps und Wein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pur Adj. ‘rein, unvermischt, klar, ohne Einschränkung’, spätmhd. pūr ‘rein, lauter, unverfälscht’ (14. Jh.), entlehnt aus gleichbed. lat. pūrus.

Thesaurus

Synonymgruppe
bar · ↗blank · ↗bloß · nichts als · pur · ↗rein · ↗schier · ↗total (nachgestellt)  ●  (der/die/das) reinste (...)  emotional · ↗eitel  veraltend · ↗lauter  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
orthodox · pur · ↗rein · ↗unvermischt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktionismus Augenwischerei Egoismus Eigeninteresse Eigennutz Fiktion Gift Gold Heuchelei Hohn Illusion Langeweile Lebensfreude Leichtsinn Lust Luxus Neid Neugier Nonsens Populismus Selbstverständlichkeit Unsinn Vergnügen Verzweiflung Wahnsinn Zeitverschwendung Zufall Zynismus pur Übermut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis dahin zieht noch mancher unbehelligt seine Bahnen, denn auch ohne das nasse Event sind einige der städtischen Bäder Kultur pur.
Die Welt, 31.03.1999
Oder kommt das genüßliche Plätschern in so vielen Filmen von dort aus purer Lust am melodramatischen Überschwang?
Der Tagesspiegel, 02.12.1998
Der Ausdruck in seinen Augen war inzwischen kein purer Zorn mehr.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 81
Das Sammeln, aus purem Vergnügen betrieben, kann uns schon Lohn genug sein.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 75
Die meisten schien die pure Langeweile hierher verschlagen zu haben.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 478
Zitationshilfe
„pur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/pur>, abgerufen am 21.07.2019.

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