profund

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungpro-fund (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben ganz umfassend, tiefgehend, tiefgründig
Beispiele:
ein profundes Fachwissen
eine profunde Erkenntnis
sein Wissen war profund
er besaß eine profunde Sachkenntnis
er veröffentlichte ein profundes Werk (= er veröffentlichte ein grundlegendes Werk)
eine profunde Lebensweisheit (= eine tiefsinnige Lebensweisheit)
ein profundes Gespräch führen
etwas Profundes sagen
ein profunder Kenner der Antike (= ein gründlicher Kenner der Antike)
war er aus profundem (= tief empfundenem) Glück in Verzweiflung gestürzt [Sternheim4,182]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

profund Adj. ‘tief, sehr gründlich, umfassend’. Anfang des 18. Jhs. begegnet profond als Übernahme von gleichbed. frz. profond, wird jedoch bald im Anschluß an das Ausgangswort lat. profundus ‘bodenlos, unergründlich, unermeßlich’, kirchenlat. ‘geistig tief eingehend’, zu profund umgebildet. Lat. profundus bedeutet eigentlich ‘wo einem der Boden (unter den Füßen) weg ist’, vgl. lat. fundus ‘Grund, Boden, Grundstück, Boden eines Gefäßes’ (s. ↗Fundus). Lat. pro- hat hier die Bedeutung ‘weg’, vgl. lat. profugere ‘davonfliehen, weglaufen’, prohibēre ‘fern-, abhalten, verbieten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
hintergründig · profund · ↗tief · tiefdenkend · ↗tiefschürfend
Synonymgruppe
durchdacht · ↗gehaltvoll · in die Tiefe gehend · mit Tiefgang · ↗nachdenklich · profund · ↗tief gehend · ↗tief schürfend · ↗tiefgehend · ↗tiefgründig · ↗tiefreichend · ↗tiefschürfend · ↗tiefsinnig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allgemeinbildung Analyse Bass Desinteresse Einblick Existenzangst Fachkenntnis Fachwissen Gelehrsamkeit Geschichtskenntnis Kenner Kennerin Kennerschaft Kenntnis Literaturkenntnis Marktkenntnis Menschenkenner Menschenkenntnis Mißverständnis Musikkenner Nachschlagewerk Ortskenntnis Quellenkenntnis Recherche Rechtskenntnis Sachkenner Sachkenntnis Unkenntnis Wissen recherchiert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›profund‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin musikalisch so naiv, dass ich unfähig bin, mich profund zu irren.
Der Tagesspiegel, 19.12.2000
Wer sich gut unterhalten will, braucht nicht auf profunde Information zu verzichten.
o. A.: Reise in das Reich der Zeit. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]
Seine profunden Kenntnisse der rabbinischen Literatur erwarb er sich durch persönlichen und brieflichen Verkehr mit Juden.
Bertholet, A. u. Baumgartner, W.: Buxtorf. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 8904
Ich kenne auch seine profunde Undankbarkeit: mit der müssen wir operieren.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 450
Gleichzeitig flammte ein Streit auf, der schon jahrelang geschwelt und wieder seinen Ausdruck in einer profunden, historisch-rechtlichen Diskussion gefunden hatte.
Mann, Golo: Das Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1602
Zitationshilfe
„profund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/profund>, abgerufen am 14.10.2019.

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