produktiv

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungpro-duk-tiv
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›produktiv‹ als Erstglied: ↗Produktivkraft  ·  mit ›produktiv‹ als Letztglied: ↗hochproduktiv · ↗unproduktiv
eWDG, 1974

Bedeutung

konkrete Ergebnisse, Produkte hervorbringend
Beispiele:
produktiv tätig sein
sich produktiv beschäftigen
ein produktiv arbeitender Mensch
politische Ökonomie produktive (= Gebrauchsgüter produzierende) Arbeit
schöpferisch
Beispiele:
ein produktiver Mensch
produktive (= fruchtbare) Kritik üben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

produzieren · Produzent · Produkt · Produktion · produktiv · Produktivität · Reproduktion · Repro · reproduzieren
produzieren Vb. ‘(Gebrauchsgüter) herstellen, erzeugen’ (19. Jh.), ‘hervorbringen, erzeugen’ (Anfang 18. Jh.), ‘vorführen, vorstellen’ (Anfang 17. Jh.), ‘heraus- oder hervorführen, aufschieben, verlängern’ (2. Hälfte 16. Jh.), auch reflexiv ‘sich (wirkungsvoll) in den Vordergrund stellen, sich auffallend benehmen’ (18. Jh.), entlehnt aus lat. prōdūcere (prōductum) ‘vorwärtsführen, (weiter) vorführen, ausdehnen, verlängern’, kirchenlat. (in der biblischen Schöpfungsgeschichte) ‘hervorbringen, erzeugen’; vgl. lat. dūcere ‘ziehen, führen’. Produzent m. ‘Hersteller, Erzeuger’ (von Gebrauchsgütern, 19. Jh., von Feldfrüchten, 16. Jh.), aus lat. prōdūcēns (Genitiv prōdūcentis), dem Part. Präs von lat. prōdūcere (s. oben). Produkt n. ‘industrielles Erzeugnis’ (19. Jh.), ‘Ertrag, Ergebnis menschlicher Arbeit, menschlichen Handelns und Denkens, Naturerzeugnis’ (18. Jh.), älter in der Mathematik ‘Ergebnis der Multiplikation’ (Ende 15. Jh.), ‘Ergebnis der Division’ (16. Jh.), lat. prōductum ‘das Hervorgebrachte’, substantiviertes Neutrum des Part. Perf. von lat. prōdūcere (s. oben). Produktion f. ‘Erzeugung, Herstellung (materieller Güter), das Erzeugte, Hergestellte, Gesamtheit der Erzeugnisse’ (19. Jh.), ‘Hervorbringung, Darstellung, Aufführung’ (18. Jh.), nach gleichbed. frz. production; zuvor ‘Herausführung, Aufschiebung, Verzug, Verlängerung’ (2. Hälfte 16. Jh.), nach lat. prōductio (Genitiv prōductiōnis) ‘das Hervorführen, Ausdehnung, Verlängerung’. produktiv Adj. ‘hervorbringend, (Werte) schaffend, schöpferisch, ergiebig’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. productif; vgl. spätlat. prōductīvus ‘zur Verlängerung geeignet’. Produktivität f. ‘Ergiebigkeit, Fruchtbarkeit, Leistungsfähigkeit (besonders der menschlichen Arbeit), Schaffung materieller und geistiger Werte, schöpferische Betätigung, Schöpferkraft’ (Anfang 19. Jh.). Reproduktion f. ‘Wiedererzeugung, Fortpflanzung, Wiederaufbau, geistiges Nachempfinden’ (2. Hälfte 18. Jh.), in der bildenden Kunst ‘Nachbildung, Wiedergabe, Vervielfältigung’ (2. Hälfte 19. Jh.), ‘Prozeß der stetigen Erneuerung und kontinuierlichen Wiederholung der gesellschaftlichen Produktion’ (um 1800); daraus gekürzt Repro f. (auch n.) Kopiervorlage für die Druckform (20. Jh.). reproduzieren Vb. ‘eine Anklage erneuern, Gegenbeweise vorlegen’ (1. Hälfte 18. Jh.), ‘wiedererzeugen, sich fortpflanzen, wieder gegenwärtig machen’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘nachbilden, nach dem Gedächtnis wiedergeben, Bildvorlagen wiedergeben und vervielfältigen’ (Mitte 19. Jh.), ‘im wiederholten Produktionsprozeß den Wert von etw. wiederherstellen’ (Anfang 19. Jh.); zur Herkunft s. ↗Produktion, ↗produzieren und ↗re-; Einfluß von früher bezeugtem frz. reproduction bzw. frz. reproduire ist möglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
anpackend · ↗arbeitsam · ↗energisch · ↗engagiert · ↗fleißig · produktiv · ↗strebsam · ↗tatkräftig · ↗tüchtig  ●  mit Schmackes  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ergiebig · ↗ertragreich · ↗fruchtbar · ↗gewinnbringend · ↗nutzbringend · produktiv
Assoziationen
Antonyme
  • produktiv
Synonymgruppe
erfolgreich · ↗fruchtbringend · ↗gelungen · ↗gewinnbringend · mit einem (guten) Ergebnis · produktiv · von Erfolg gekrönt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aneignung Arbeiten Arbeitsförderung Arbeitslosenfürsorge Autofabrik Einbildungskraft Erwerbslosenfürsorge Gesetzmäßigkeit Investition Lernen Lohnkostenzuschuß Mißverständnis Reibung Sektor Tätigkeit Unruhe Verwendung effizient höchst innovativ kreativ nichtproduktiv reproduktiv rezeptiv schöpferisch ungemein unproduktiv vielseitig äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›produktiv‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie erhofft sich auch für später eine produktive Zusammenarbeit mit renommierten Lehrern der anderen Schulen.
Süddeutsche Zeitung, 25.03.2000
Nur wenige Künstler sind begabt genug, diesen Druck künstlerisch produktiv zu nutzen.
Der Tagesspiegel, 03.04.1998
Damals hatten jedoch bloße Veränderungen des produktiven Apparates nicht ausgereicht.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - P. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 8665
In der Verfolgung seiner Ziele war er weniger konsequent als dieser, dafür aber produktiver.
Klein, John W.: Leoncavallo. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 41811
Und auf die Dauer vermag ich dies bloße Herumtappen, diesen völligen Mangel an produktiver Arbeit nicht zu ertragen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1938. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1938], S. 119
Zitationshilfe
„produktiv“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/produktiv>, abgerufen am 18.10.2019.

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