privilegieren

GrammatikVerb · privilegierte, hat privilegiert
Aussprache
Worttrennungpri-vi-le-gie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›privilegieren‹ als Erstglied: ↗Privilegierung  ·  mit ›privilegieren‹ als Grundform: ↗privilegiert
eWDG, 1974

Bedeutung

jmdn., etw. mit Privilegien ausstatten
Beispiele:
die bürgerliche Gesellschaft privilegiert die Besitzenden
historisch die Leipziger Messe wurde bereits im 12. Jahrhundert privilegiert
oft im Part. Prät.
Beispiele:
eine privilegierte Schicht, Klasse
historisch vor der französischen Revolution waren die beiden privilegierten Stände, der Adel und die Geistlichkeit, steuerfrei
zu einem privilegierten Kreis gehören
Wir sind keine satten und sorglosen Privilegierten und Parasiten [JohoWendemarke105]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Privileg · Privilegium · privilegieren
Privileg Privilegium n. ‘Vorrecht, Sonder-, Ausnahmerecht’ (einer Einzelperson, einer bestimmten Klasse, Schicht oder Gruppe von Menschen), mhd. prīvilēgje, prīvilei(g)e, prīvilēgjum (13. Jh.), vom 15. Jh. an meist in lat. Form Privilegium (bis ins 19. Jh.), daneben Privilegi(e) (14. bis Anfang 17. Jh.); die eingedeutschte Form Privileg setzt sich erst im 19. Jh. durch, doch der Plur. Privilegien seit dem 14. Jh. Entlehnt aus lat. prīvilēgium ‘besondere (nur eine einzelne Person betreffende) Verordnung, Ausnahmegesetz, Vorrecht, Vorzugsrecht’, einer Bildung aus lat. prīvus ‘für sich bestehend, einzeln, eigen(tümlich)’ (s. ↗privat) und lat. lēx (Genitiv lēgis) ‘Gesetz, Verordnung’. Vgl. afrz. privilegie, priviliege, frz. privilège m. privilegieren Vb. ‘mit einem Vorrecht oder mit Vorrechten ausstatten, von einer Verpflichtung, einer Abgabe befreien, durch Vorzugsrecht, Vorrecht schützen’ (um 1400), vgl. mhd. prīvilēgen (13. Jh.); mlat. privilegiare ‘ein Vorrecht einräumen’, afrz. privilegier.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) den Vorzug geben · ↗(jemanden) vorziehen · ↗begünstigen · besser behandeln · ↗besserstellen · ↗bevorrechtigen · ↗bevorteilen · ↗bevorzugen · ↗favorisieren · ↗hervorheben · mit Privilegien ausstatten · mit Vorrechten ausstatten · mit zweierlei Maß messen · privilegieren
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitnehmer Ausländer Beamter DDR Ehe Familie Fiskus Gegensatz Grundgesetz Hinsicht Kirche Last Mieter Minderheit Stadtstaat Steuerrecht Student Tat Täter Unrecht Vergleich Weise Zugang anerkennen benachteiligen diskriminieren ignorieren schützen steuerlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›privilegieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch da kam ich mir privilegiert vor, aber immerhin habe ich Fotos gemacht.
Der Tagesspiegel, 09.10.2004
Wir wollen in der Tat die in Unternehmen gesteckten Gewinne steuerlich gegenüber den Gewinnen privilegieren, die verbraucht werden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]
Die Domimmunität wurde 967 privilegiert, um 1020 ist wieder vom Bau die Rede.
Schmidt, K. D.: Hamburg. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 17127
Reich schlägt einmal vor, alle von Fremden in Kursachsen gedruckten Bücher ebenfalls als von selbst privilegiert anzusehen.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 22973
Eine einzelne Buchhandlung privilegiert auf zwei Druckereien: das war eine besondere königliche Gunstbezeugung.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 25884
Zitationshilfe
„privilegieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/privilegieren>, abgerufen am 24.07.2019.

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