pressen

GrammatikVerb · presste, hat gepresst
Aussprache
Worttrennungpres-sen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›pressen‹ als Erstglied: ↗Press-Sack · ↗Press-Saft · ↗Press-Span · ↗Pressball · ↗Presser · ↗Pressglas · ↗Pressharz · ↗Presshefe · ↗Pressholz · ↗Presskohle · ↗Presskopf · ↗Presskuchen · ↗Pressling · ↗Pressluft · ↗Pressmasse · ↗Presssack · ↗Presssaft · ↗Pressspan · ↗Pressung · ↗Pressvergoldung · ↗Presswehe · ↗Presswurst
 ·  mit ›pressen‹ als Letztglied: ↗abpressen · ↗aneinanderpressen · ↗anpressen · ↗aufeinanderpressen · ↗aufpressen · ↗auspressen · ↗durchpressen · ↗einpressen · ↗freipressen · ↗herauspressen · ↗hineinpressen · ↗umpressen · ↗zupressen · ↗zusammenpressen
 ·  mit ›pressen‹ als Grundform: ↗Presse1 · ↗erpressen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. durch starken Druck, mit einer Presse bearbeiten
Beispiele:
Metalle, Glas, Kunststoffe, Briketts, Holz, Papier pressen
ein Bucheinband aus gepresstem Leder
Bücher, Fotos, Pflanzen pressen
zwischen den Blättern des Buches lagen gepresste Blumen
Flüssigkeit aus etw. ausdrücken
Beispiele:
Früchte, Obst pressen
Saft aus einer Zitrone, durch ein Tuch, in die Tasse pressen
abwertend, bildlich
Beispiele:
die Feudalherren pressten hohe Steuern aus dem Volk, pressten die Bauern
Und den Geist zu bedrängen, zu pressen, halte ich für sündhaft [RathenauBriefe2,9]
2.
etw., jmdn. heftig drücken
Beispiele:
jmds. Hand, Arm pressen
sie presste die Hand auf das Herz, gegen die Brust
beide Hände vors Gesicht, an die Stirn, gegen die Schläfen pressen
er presste seine Lippen auf ihren Mund
das Ohr an die Tür, die Stirn gegen die Fensterscheibe, das Gesicht in die Kissen pressen
sie hielt den Kopf an seine Schulter gepresst
jmdn., etw. an sich pressen
er nahm sie in die Arme und presste sie an seine Brust
die Mutter hielt das Kind krampfhaft an sich gepresst
die Menschen standen gepresst am Straßenrand
umgangssprachlich das Lokal war gepresst voll (= war überfüllt)
Die Angeklagte ... preßte sich [Dativ] die Fäuste vor die Augen [R. BartschGeliebt542]
sich pressensich drängen
Beispiele:
er presste sich eng an die Hauswand
draußen presste sich die wartende Menge
übertragen etw. presst jmdn.etw. beklemmt, bedrückt jmdn.
Beispiele:
pressende Angst, Verzweiflung
Mich preßt und ängstigt diese Waffenstille [SchillerJungfr. v. OrleansIII 4]
oft im Part. Prät.
gepresstbedrückt
Beispiele:
aus, mit gepresstem Herzen, Gemüt
eine gepresste Stille, Atmosphäre
mit gepresster (= mühsam beherrschter) Stimme sprechen, antworten
ihre Stimme war, klang gepresst
gepresst (= gezwungen) lachen
Was sie sprachen, sprachen sie gepreßten Atems und gepreßter Stimme [Feuchtw.Narrenweisheit60]
»Du hast kein Vaterland«, sagte Rozat gepreßt [E. ClaudiusGrüne Oliven348]
3.
jmdn., etw., sich in etw. pressenjmdn., etw., sich in etw. zwängen
Beispiele:
jmdn. in eine Zwangsjacke, Sachen in den Koffer, die Füße in zu enge Schuhe pressen
er presste sich in das überfüllte Abteil
Ich soll meinen Leib pressen in eine Schnürbrust [SchillerRäuberI 2]
übertragen
Beispiele:
seine Gedanken in einen Satz, ein Schema pressen
abwertend er wurde in die Uniform der preußischen Armee, in die preußische Armee gepresst (= zum Dienst in der preußischen Armee gezwungen)
abwertend ihr einziger Sohn war in die Fremdenlegion gepresst worden
abwertend der Landesherr ließ durch gewissenlose Werber seine Untertanen zum Kriegsdienst pressen
abwertend er wollte nicht, daß der Junge in den Hitlerrock gepreßt würde [BredelEnkel242]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pressen · erpressen · Erpresser · Erpressung
pressen Vb. ‘mit Gewalt (zusammen)drücken, (Öl, Saft) ausdrücken, keltern, (Bücher) drucken, in einen Dienst zwingen, hart bedrücken’, ahd. pressōn (8. Jh.), spätmhd. pressen ‘keltern, hart bedrücken’, entlehnt aus lat. pressāre ‘drücken’, einer Intensivbildung zu lat. premere (pressum) ‘drücken, pressen, bedrängen’ (s. ↗Presse, ↗pressieren). erpressen Vb. ‘durch Drohung oder Gewalt zu etw. zwingen, dadurch erlangen’, in älterer Sprache auch ‘herausdrücken’ (Ende 16. Jh.); Erpresser m. (Ende 17. Jh.); Erpressung f. (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
drücken · ↗knautschen · ↗pferchen · ↗pfropfen · pressen · ↗quetschen · ↗stopfen · ↗zwängen  ●  proppen  norddeutsch
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
Schifffahrt
Synonymgruppe
(gewaltsam) anheuern · pressen · ↗schanghaien
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brust Buchdeckel Düse Handfläche Kinn Korsett Lippe Lunge Mund Ohr Platte Saft Schablone Scheibe Schema Schläfe Stirn Traube Vinyl abpressen aneinanderpressen aufeinanderpressen aufpressen auspressen fest herauspressen hervorpressen hineinpressen zupressen zusammenpressen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pressen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe ein System, und da presse ich die Spieler rein.
Süddeutsche Zeitung, 18.11.2000
Mit der Hand preßte er ein Tuch auf sein schmerzendes Auge.
Der Tagesspiegel, 16.11.1996
Das hilft dir auch, in die richtige Richtung zu pressen.
Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 46
Der Mann hält sie noch immer fest an sich gepreßt.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 342
Da preßte ich die Hand fest auf mein rasendes Herz.
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Zitationshilfe
„pressen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/pressen>, abgerufen am 22.08.2019.

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