preisen

GrammatikVerb · pries, hat gepriesen
Aussprache
Worttrennungprei-sen
Wortbildung mit ›preisen‹ als Erstglied: ↗Preisung  ·  mit ›preisen‹ als Letztglied: ↗anpreisen · ↗auspreisen · ↗hochpreisen · ↗lobpreisen · ↗seligpreisen
eWDG, 1974

Bedeutung

jmdn., etw. rühmen
Beispiele:
jmds. Vorzüge, Schönheit, Tüchtigkeit, die Liebe, sein Glück, Gott preisen
er pries ihre Geschicklichkeit in allen Tonarten, in den höchsten Tönen
er pries sie als vorzügliche Köchin
jmdn., sich glücklich preisen (= nennen)
wir dürfen uns glücklich preisen, dieser Gefahr entronnen zu sein
eine nicht genug zu preisende Tat
sie war früher eine gepriesene (= berühmte) Schönheit
spöttisch ist das deine so sehr gepriesene Gastfreundschaft?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Preis · preisen · Nobelpreis
Preis m. ‘in Geld ausgedrückter Wert einer Ware, Belohnung für einen Sieg, hohes Lob, Auszeichnung’, mhd. prīs (seltener brīs) ‘Lob, Ruhm, Wert, Herrlichkeit, Rühmenswertes’, mnd. prīs ‘Lob, Ruhm, Geldwert’, mnl. nl. prijs ‘Preis, Geldwert’, mengl. pris, priis, prijs, prise, engl. price sind entlehnt aus afrz. pris ‘Lob, Ruhm, Herrlichkeit, Belohnung, Kaufpreis, Wert’ (frz. prix), aus lat. pretium ‘Wert, Geld, Kaufpreis, Lohn, Belohnung’. Die im Lat. und Afrz. vorgeprägte Bedeutung ‘Kaufpreis, Bezahlung, Wert in Geld’ begegnet im Dt. zuerst im Mnd. (15. Jh.) und ist vom 17. Jh. an allgemein geläufig. preisen Vb. ‘verherrlichen, rühmen’, mhd. prīsen ‘loben, rühmen, verherrlichen, beurteilen’, mnd. prīsen ‘hochschätzen, den Preis, Wert, die Zahl bestimmen’. Wohl abgeleitet vom Substantiv unter Einfluß von afrz. prisier ‘schätzen, taxieren, hochschätzen, rühmen’ (aus spätlat. pretiāre ‘einschätzen, rühmen’). Schwache Flexion hält sich bis ins 19. Jh., doch begegnen starke Formen bereits im Spätmhd. Nobelpreis m. von dem schwedischen Chemiker A. Nobel 1895 gestifteter, seit 1901 jährlich verliehener Geldpreis für hervorragende kulturelle und wissenschaftliche Leistungen.

Thesaurus

Synonymgruppe
preisen · ↗rühmen
Synonymgruppe
(ein) Lob aussprechen · (sich) anerkennend äußern · (viel) Gutes nachsagen · Anerkennung zollen · Lob zollen · ↗belobigen · ↗benedeien · eine hohe Meinung haben · ↗gutheißen · ↗laudieren · ↗loben · lobend erwähnen · ↗lobpreisen · preisen · ↗rühmen · ↗schätzen · ↗würdigen
Assoziationen
  • (ein) Loblied anstimmen (auf) · (jemandem) ein großes Lob aussprechen · (jemandem) großes Lob spenden · (jemandem) hohes Lob zollen · (jemandes) Lob singen · (jemandes) Loblied singen · ↗(sehr) rühmen · (sich) in Lobeshymnen ergehen · in den Himmel heben · in den höchsten Tönen loben · in den höchsten Tönen reden (von) · ↗lobpreisen · sehr loben  ●  (sich) in Lobtiraden ergehen  abwertend · (einer Sache / jemandem) Weihrauch spenden  geh., fig. · (jemandem einen) Lorbeerkranz flechten  geh., fig. · (jemandem) Lorbeerkränze flechten  geh., fig. · (jemandem) ein dickes Lob geben  ugs. · (sich) in Lobestiraden ergehen  geh., abwertend · des Lobes voll (sein)  geh. · voll des Lobes (sein)  geh. · über den grünen Klee loben  ugs.
  • Betonung auf etwas legen · Nachdruck verleihen · Wert auf die Feststellung legen · Wert legen auf · ↗akzentuieren · ↗betonen · ↗herauskehren · ↗herausstellen · ↗herausstreichen · ↗hervorheben · mit Nachdruck erklären · nachdrücklich betonen · ↗pointieren  ●  ↗unterstreichen  fig.
  • auszeichnen · ↗dekorieren · eine Auszeichnung verleihen
  • (die) Lorbeeren ernten · (eine) gute Bewertung bekommen · (viel) gelobt werden · nur Gutes hören (von)
  • akzeptieren · ↗billigen · ↗goutieren · ↗gutheißen
  • Lobeshymne (oft fig. und iron.) · ↗Lobpreisung · ↗Lobrede · Lobschrift · ↗Preisung · ↗Weihrauch (oft iron.) · ↗Würdigung  ●  ↗Aretalogie  geh., griechisch · Aretologie  geh., griechisch · ↗Eloge  geh., franz. · ↗Elogium  geh., lat. · ↗Laudatio  geh., lat.
  • (die) Werbetrommel rühren · Publicity machen für · Werbung machen · ↗anpreisen · ↗bewerben · ↗promoten · ↗propagieren · ↗umwerben · ↗werben  ●  ↗hochhalten  fig. · Rummel machen um  ugs.
  • begeistert aufgenommen werden · begeisterte Aufnahme finden · gefeiert werden · mit Preisen überhäuft werden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allah Allheilmittel Errungenschaft Euro Flasche Mark Mut Prospekt Retter Schönheit Schöpfer Segnung Ton Tugend Verdienst Vorbild Vorteil Vorzug Weisheit als an anpreisen geloben glücklich hymnisch je loben runter rühmen verdammen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›preisen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich konnte gar nicht anders, als so viel Geschick zu preisen.
Der Tagesspiegel, 24.05.2003
Und was hieße dies für die viel gepriesene New Economy?
Die Zeit, 09.10.2000, Nr. 41
Er will es uns leichter machen, ihm zuzuschauen, darum preist er die Ehe.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 177
Wie sehr pflegt der Wert der Initiative in der Strategie gepriesen zu werden!
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Vierter Teil: Neuzeit, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 4015
Ich will fröhlich meiner Wege gehen und die Schönheit preisen.
Trakl, Georg: Aus goldenem Kelch. Maria Magdalena. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1906], S. 10966
Zitationshilfe
„preisen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/preisen>, abgerufen am 20.04.2019.

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