prall

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›prall‹ als Erstglied: ↗Prallhang · ↗Pralltriller · ↗prallsitzend · ↗prallvoll
 ·  mit ›prall‹ als Letztglied: ↗sonnenprall
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
dick und straff gespannt
Beispiele:
er hat pralle Backen, ein pralles Gesäß
pralle Waden, Schenkel, Brüste
das pralle Euter einer Kuh
die prallen Muskeln eines Boxers
pralle Knospen, Beeren, Tomaten
voll und straff gespannt
Beispiele:
ein pralles Segel, praller Ballon
pralle Betten, Kissen
ein prall gefüllter Sack
eine prall gefüllte Aktentasche
das Netz war prall gefüllt
enganliegend und straff gespannt
Beispiele:
eine prall anliegende Hose
die Uniform saß prall am Körper
der Pullover umschloss sie prall, saß prall
2.
Beispiele:
die Sonne scheint prall (= scheint mit voller Intensität)
die Sonne schien prall auf die Felder
er saß in der prallen Sonne, Sonnenglut (= im vollen und heißen Sonnenlicht)
der Aufenthalt in praller Sonne ist auf die Dauer gesundheitsgefährdend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prall Adj. ‘ganz gefüllt, straff gespannt, fest und rund’, auch (vom Sonnenlicht) ‘direkt auftreffend, intensiv und ungehindert scheinend’ (in praller Sonne), seit dem 18. Jh. in der Literatursprache, teils nach mnd. pral ‘gedrungen, strotzend, gespannt, stramm’, teils wohl auch in Anlehnung an ↗prallen, ↗prellen (s. d.). Herkunft unbekannt. Wahrscheinlich lautmalende Wiedergabe eines optischen Eindrucks.

Thesaurus

Synonymgruppe
dicklich · ↗drall · ↗mollig · ↗mopsig · prall · ↗rundlich  ●  ↗moppelig  ugs. · ↗pummelig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
eng (Kleidung) · ↗eng anliegend · ↗straff (gespannt) · ↗stramm (sitzend)  ●  prall (sitzend)  ugs., regional · ↗spack  ugs., regional
Assoziationen
  • (ein) paar Nummern zu klein sein (Kleidung) · (zu) eng (Kleidung)  ●  (aussehen wie eine) Quetschwurst  ugs. · ↗spack  ugs., norddeutsch · strämmen  ugs., berlinerisch · wie Leberwurst in Pelle  ugs.
  • (sehr) stramm sitzen · ↗spannen (Kleidung) · zu eng sein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auftragsbuch Brieftasche Brust Busen Dekolleté Einkaufstüte Euter Fußball-Leben Geldbeutel Geldsack Kriegskasse Lebensfreude Lebenslust Mittagshitze Mittagssonne Oberweite Plastiktüte Pool-Party Portemonnaie Rundung Schenkel Sinnlichkeit Sonne Sonnenlicht Sonnenschein Terminkalender Traube Tüte gefüllt saftig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prall‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wegen des milden Winters sind die Lager noch prall gefüllt.
Bild, 27.01.2001
Bei genauem Hinsehen ist ein Tag prall voll bunter Farbe.
Süddeutsche Zeitung, 19.04.1997
Aber auch am Schluß des Buches hat man nur den prallen Namen in der Hand, nicht mehr.
Die Zeit, 18.05.1973, Nr. 21
Und sieben Mädchen trippeln um ihn herum, jung, schlank, mit Öl gesalbt, und eine ist dabei, feist wie ein praller Sack.
Tucholsky, Kurt: Kino privat. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930]
Und doch, oder gerade deswegen, wirken sie prall, lebendig, echt.
Die Welt, 28.01.2005
Zitationshilfe
„prall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/prall>, abgerufen am 21.10.2019.

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