prächtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungpräch-tig
WortzerlegungPracht-ig
Wortbildung mit ›prächtig‹ als Letztglied: ↗farbenprächtig · ↗mittelprächtig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Pracht zeigend, mit Pracht ausgestattet
Beispiele:
eine prächtige Uniform
ein prächtiges Abendkleid
prächtige Gewänder
ein prächtiges Fest
eine prächtige Ausstattung, Einrichtung
das Zimmer war prächtig eingerichtet, ausgestattet
Das Karossengefolge mit den prächtig geputzten Günstlingen [MoloEin Deutscher19]
2.
Beispiele:
umgangssprachlich wir verstehen uns prächtig
umgangssprachlich es geht prächtig voran
umgangssprachlich sie hat sich prächtig erholt
umgangssprachlich alles gedeiht prächtig
umgangssprachlich etw. sieht prächtig aus
umgangssprachlich das hat er prächtig gemacht!
umgangssprachlich das ist ja prächtig!
sehr tüchtig, charakterlich wertvoll, prachtvoll
Beispiele:
ein prächtiger Mensch, Junge, Bursche
umgangssprachlich ein prächtiger Kerl
ein prächtiges Weib
sehr schön im Aussehen
Beispiele:
sie hat prächtiges Haar
ein prächtiger Wald
ein prächtiger Karpfen
sehr schön, gut in seiner Beschaffenheit, ausgezeichnet
Beispiele:
wir hatten prächtiges Wetter, eine prächtige Fahrt
das ist ein prächtiges Zeugnis, eine prächtige Idee
ein prächtiger Morgen, Sommer
spöttisch jetzt gibt es einen prächtigen Skandal
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pracht · prächtig · prachtvoll
Pracht f. ‘strahlende Schönheit im Aussehen, in der Ausstattung, prunkvoller Glanz, Aufwand’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. braht ‘Lärm, Geschrei, Getöse’, frühnhd. bracht, pracht (mnd. bracht ‘Krach, Lärm, Pracht, Herrlichkeit’, pracht ‘Herrlichkeit’ und nl. pracht ‘Staat, Prunk’ sind aus dem Hd., dän. pragt und schwed. prakt aus dem Mnd. entlehnt). Dazu stellen sich asächs. brahtum ‘Lärm, Gedränge’, aengl. breahtm, bearhtm ‘Schrei, Geräusch’, ohne ableitendes t mhd. brach, mnd. anord. brak ‘Krach, Lärm’, asächs. brakon, anord. braka ‘krachen, lärmen’. Sie führen mit ↗brechen (s. d.) auf ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’, wozu auch lat. frangere (frāctum) ‘(zer)brechen’, fragor ‘das Zerbrechen, Krachen, Getöse’, suffrāgium ‘Abstimmung, lärmender Beifall’, mir. braigid ‘furzt’, lit. brāškė́ti ‘knistern, knarren knacken’, lett. brākšḳēt ‘dröhnen, krachen’ gehören. Die Form Pracht hat Luther gegenüber Bracht durchgesetzt. Das ursprünglich mask. Geschlecht, noch häufig im 18. Jh., hält sich im Obd., fem. Gebrauch setzt sich vom Omd. aus durch, wo er schon im 14. Jh. gilt. Die ursprüngliche Bedeutung ‘Lärm’ hält sich schriftsprachlich bis ins 16. Jh., doch ist seit der Mitte des 16. Jhs. allein die neue Bedeutung ‘Prunk, Glanz’ üblich, die sich aus Wendungen wie Pracht haben, führen, treiben (bei lauten, glänzenden Aufzügen) entwickelt haben dürfte. prächtig Adj. ‘stattlich, großartig, vortrefflich, sehr schön’, anfangs auch ‘großtuend, hochmütig, stolz’ (16. Jh.). prachtvoll Adj. ‘prächtig’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aus dem Vollen · ↗bombastisch · ↗opulent · ↗prachtvoll · ↗prahlerisch · prächtig · ↗verschwenderisch · ↗üppig  ●  auf großem Fuß  ugs. · in Saus und Braus  ugs.
Assoziationen
  • (sein Geld) mit vollen Händen ausgeben · ↗vergeuden · ↗verprassen · verschwenderisch umgehen (mit)  ●  (Das) Geld (mit beiden Händen) auf die Straße werfen  fig. · Geld aus dem Fenster werfen  fig. · ↗verschwenden  Hauptform · ↗(nur so) raushauen  ugs. · (sein Geld) unter die Leute bringen  ugs. · ↗aasen (mit)  ugs. · auf den Kopf hauen  ugs. · auf neureich machen  ugs. · ↗durchbringen (Vermögen)  ugs. · mit Geld nur so um sich werfen  ugs. · rumaasen mit  ugs., rheinisch · ↗urassen  ugs., österr. · ↗verballern  ugs. · ↗verbraten  ugs. · ↗verbuttern  ugs. · verjankern  ugs., österr. · ↗verjubeln  ugs. · ↗verjuxen  ugs. · ↗verläppern  ugs. · ↗verplempern  ugs. · verprotzen  ugs. · ↗verpulvern  ugs. · ↗verschleudern  ugs. · ↗vertun  ugs. · ↗verzocken  ugs. · ↗wegschmeißen  ugs. · ↗wegwerfen  ugs. · zum Fenster hinauswerfen  ugs. · zum Fenster rauswerfen  ugs.
  • (eine) gute Partie (sein) · ↗begütert · ↗bemittelt · besitzend · ↗bessergestellt · ↗betucht · finanziell gut gestellt · ↗finanzkräftig · ↗finanzstark · gut betucht · ↗gut situiert · gutbetucht · ↗gutsituiert · ↗schwerreich · ↗steinreich · ↗stinkreich · ↗superreich · ↗vermögend · ↗wohlhabend · ↗wohlsituiert · ↗zahlungskräftig  ●  (finanziell) gut dastehen  variabel · ↗reich  Hauptform · vermöglich  schweiz. · (mit) ordentlich Patte  ugs., salopp · Geld wie Heu (haben)  ugs. · auf einem Haufen Geld sitzen  ugs. · auf großem Fuße lebend  ugs. · es ja haben  ugs. · ↗geldig  ugs., süddt. · in Geld schwimmen  ugs., fig. · mit gut Geld  ugs., salopp · mit richtig Geld (auf der Tasche)  ugs., regional · ↗potent  ugs. · was an den Füßen haben  ugs.
  • neureich · plötzlich zu Geld gekommen
  • (das) Leben genießen · (es sich) gut gehen lassen · aus dem Vollen leben · herrlich und in Freuden leben · leben wie die Fürsten · leben wie ein Fürst  ●  leben wie Gott in Frankreich  ugs. · leben wie die Made im Speck  ugs.
Synonymgruppe
glorreich · prächtig
Synonymgruppe
brillant · ein Gedicht (emphatisch) · ↗famos · ↗genial · ↗glänzend · ↗herrlich · prächtig · ↗splendid · ↗wunderbar · ↗wundervoll  ●  dass es eine (rechte) Freude ist  literarisch · (eine) wahre Wonne  ugs. · Ich kann mein Glück noch gar nicht fassen!  ugs., Spruch
Assoziationen
Synonymgruppe
erhaben · ↗glanzvoll · ↗prachtvoll · ↗prunkvoll · prächtig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allee Anwesen Baute Bildband Blüte Bürgerhaus Fassade Feuerwerk Gewand Herrenhaus Kostüm Kulisse Landsitz Palast Palazzo Portal Robe Schloß Stimmung Villa amüsieren ausgestattet gedeihen gekleidet geschmückt harmonieren parieren renoviert restauriert verziert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›prächtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was für ein prächtiges Gebäude, so hell erleuchtet in der Nacht.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 55
Spannung lag in der Luft, die Atmosphäre war prächtig und alle warteten auf das erste Tor.
Die Welt, 14.03.2005
Obwohl sie längst nicht mehr auftritt, verkaufen sich ihre Aufnahmen prächtig.
Der Tagesspiegel, 13.12.1997
Er sah längst nicht mehr so prächtig aus wie gestern.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 49
Was für prächtige Mädels waren unter der Schar, und wie habe ich sie lieb gewonnen!
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Zitationshilfe
„prächtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/prächtig>, abgerufen am 21.05.2019.

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