placken

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungpla-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›placken‹ als Erstglied: ↗Plackerei  ·  mit ›placken‹ als Letztglied: ↗abplacken
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp sich (mit etw.) sehr plagen, schwer mühen
Beispiele:
sie hat sich ihr Leben lang für andere geplackt
sich mit etw. placken (und plagen) müssen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plage · plagen · placken · Plackerei
Plage f. ‘mühsame, schwere Arbeit, Mühe, anhaltende lästige Beschwerde’, mhd. mnd. plāge, mhd. auch pflāge, vlāge, mnl. plāghe ‘himmlische Strafe, Mißgeschick, Qual, Not’, nl. plaag, mengl. plage, engl. plague ‘Qual, Seuche, Pest’ sind Entlehnungen aus lat. plāga ‘Schlag, Streich, Hieb, Stoß, Schaden, Wunde’. plagen Vb. ‘quälen, belästigen, schinden’, ahd. (11. Jh.), mhd. mnd. plāgen, mnl. plāghen ‘mit göttlichen Strafen heimsuchen, strafen, züchtigen’, nl. plagen, engl. to plague, schwed. plåga sind entweder entlehnt aus kirchenlat. plāgāre ‘schlagen, verwunden, peinigen’ oder Ableitungen vom (allerdings erst später bezeugten) Substantiv (s. oben). Sowohl Plage als auch plagen beziehen sich zunächst (bis 16. Jh.) in religiösem Sinne auf von Gott gesandte Strafen, göttliche Heimsuchungen (zumal die im Alten Testament beschriebenen sogenannten biblischen bzw. ägyptischen Plagen, kirchenlat. plāgae); danach stehen Substantiv und Verb in abgeschwächtem Sinne für ‘Last, Mühsal’ bzw. ‘quälen, belästigen’, reflexiv ‘sich abmühen’. placken Vb. ‘lästig quälen, angestrengt und mühselig arbeiten’, eine umgangssprachliche Intensivbildung (15. Jh.) zu plagen; heute fast nur noch reflexiv ‘sich abquälen, abmühen’; dazu Plackerei f. (16. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Andere quälen sich in dem Alter durchs Abi oder placken in der Lehre.
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2000
Ich habe mich mit dem Offenen Brief so geplackt, zweimal abgeschrieben und jetzt hackst Du ihm das Herz heraus.
Tucholsky, Kurt: An Siegfried Jacobsohn, 31.03.1925. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 16067
Die lassen sich ’s Wohlsein, ich placke mich von morgens acht bis nachts um zwölf und reibe mich auf dabei.
Die Zeit, 11.10.1963, Nr. 41
Der Sowjetarbeiter plackt sich unter harten Bedingungen ab, die vom Staat festgesetzt sind.
Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 187
Sie placken sich herum mit Entwürfen für ein Verbot, das vor dem Karlsruher Gericht Bestand haben könnte.
Der Tagesspiegel, 22.12.2003
Zitationshilfe
„placken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/placken>, abgerufen am 18.10.2019.

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