plätten

GrammatikVerb · plättete, hat geplättet
Aussprache
Worttrennungplät-ten
Wortbildung mit ›plätten‹ als Erstglied: ↗Plättbolzen · ↗Plättbrett · ↗Plätteisen · ↗Plätter · ↗Plätterei · ↗Plättfrau · ↗Plättschnur · ↗Plättstahl · ↗Plättwäsche
 ·  mit ›plätten‹ als Letztglied: ↗abplätten · ↗aufplätten · ↗ausplätten · ↗einplätten · ↗glattplätten · ↗hineinplätten
 ·  mit ›plätten‹ als Grundform: ↗verplätten  ·  formal verwandt mit: ↗frischgeplättet
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
norddeutsch, mitteldeutsch etw. bügeln
Beispiel:
Wäsche, eine Hose, Anzug plätten
2.
salopp geplättet seinerstaunt, platt sein
Beispiel:
da bin ich einfach geplättet!
3.
berlinisch, salopp jmdm. eine, eins plättenjmdm. eine Ohrfeige geben
Beispiel:
du kriegst gleich eine von mir geplättet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

platt · plattdeutsch · plätten · Plätte · Plätteisen
platt Adj. ‘flach, eben’, übertragen ‘geistlos, nichtssagend’, ein nd. Wort, das zu Anfang des 17. Jhs. in die Literatursprache aufgenommen wird. Mnd. plat, nd. platt ‘flach, eben’ stammt aus gleichbed. mnl. nl. plat (woraus wohl auch vereinzeltes mhd. blatevuoʒ; nhd. Plattfuß erst 18. Jh.), das seinerseits eine Entlehnung von afrz. frz. plat ‘flach, eben’ darstellt. Das in der gesamten Romania Entsprechungen aufweisende Adjektiv setzt vlat. *plattus ‘flach’ (belegt erst im Mlat.) voraus, mit Konsonantendopplung entlehnt aus griech. platýs (πλατύς) ‘weit, breit, flach, eben’. plattdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die zweite Lautverschiebung nicht oder kaum betroffenen) nördlichen Sprachstandes des Dt. (2. Hälfte 17. Jh.). Zuvor steht der Ausdruck als herabsetzende Bezeichnung für das im Unterschied zur hd. Schriftsprache als Mundart empfundene Nd. Es handelt sich um eine volkstümliche Entlehnung eines im Nl. aufgekommenen Sprachgebrauchs, vgl. nl. in goede platten duytsche (1. Hälfte 16. Jh.), d. h. ‘in vertrauter, verständlicher Sprache’, danach ‘volkssprachlich einfach und derb’ in Gegenüberstellung zu der mit Fremdwörtern verzierten höheren niederländischen Sprache. Zugrunde liegt nl. plat (s. oben), hier im Sinne von ‘einfach, deutlich, verständlich’, vgl. Wendungen wie nl. ik seggt uw plat, opt platte, wozu entsprechend nd. platt Adj. (17. Jh.) und substantiviert Platt n. Vgl. A. Lasch in: PBB 42 (1917) 134 ff. plätten Vb. ‘flach, platt, glatt machen, bügeln’ (18. Jh.), mnd. pletten, Faktitivum zum Adjektiv. Plätte f. ‘Bügeleisen’ und gleichbed. Plätteisen n. (beide 18. Jh.), älter (mundartlich) Platteisen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) platt machen · ↗glätten · ↗mangeln · plätten · ↗walzen  ●  ↗bügeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
ausmerzen · ↗ausrotten · ↗austilgen · ↗beseitigen · ↗exterminieren · ↗tilgen · ↗vernichten  ●  (etwas) den Garaus machen  ugs. · ↗(etwas) plattmachen  ugs. · plätten  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden · ↗auslöschen · ↗ermorden · ins Jenseits befördern · ↗killen · ↗meucheln · tot... · ↗umbringen · ums Leben bringen · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen  ●  (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ↗töten (absichtlich)  Hauptform · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · ↗abmurksen  ugs. · ↗abservieren  ugs., salopp · ↗ausknipsen  ugs., fig., salopp · ↗entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · ↗kaltmachen  ugs. · ↗totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs. · ↗umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
  • auslöschen · ↗eliminieren · ↗löschen · ↗tilgen  ●  ↗annihilieren  geh.
Synonymgruppe
(jemandem) (eine) Niederlage zufügen · ↗besiegen · ↗bezwingen · ↗kleinkriegen · ↗niederringen · ↗niederzwingen · ↗schlagen · ↗übertreffen  ●  die Luft abdrehen  fig. · allemachen  ugs. · den Rest geben  ugs. · ↗fertigmachen  ugs. · plätten  ugs. · ↗wegpusten  ugs. · ↗zerfetzen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hemd Lette waschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›plätten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie geht auf die acht Männer zu - die stehen da, vollkommen geplättet.
Bild, 29.10.1999
Eva wäscht, plättet, macht sehr, sehr vieles selber in der Wirtschaft.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1923. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1923], S. 194
Sie wusch und schneiderte, sie polierte und zimmerte, sie putzte und plättete immerzu.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 392
Er scheuert, bohnert, bügelt, plättet, kocht und backt für alle.
Die Zeit, 18.11.1954, Nr. 46
Was nicht glatt wird, muß nochmals angefeuchtet und nochmals geplättet werden.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 308
Zitationshilfe
„plätten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/plätten>, abgerufen am 22.07.2019.

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