pfiffig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungpfif-fig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›pfiffig‹ als Erstglied: ↗Pfiffigkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

schlau, gewitzt
Beispiele:
ein pfiffiger Bursche
eine pfiffige Type
mit pfiffiger Miene, Lächeln, Augen fragte er, ob ...
sein pfiffiges Gesicht lächelte vergnügt
jmdm. pfiffig zublinzeln, zunicken
Eine, die stellte es ganz besonders pfiffig an [WelkGrambauer217]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pfeifen · Pfiff · pfiffig · Pfiffikus
pfeifen Vb. ‘durch Luft (mit gespitztem Mund, mit einem Instrument) Töne hervorbringen’, ahd. phīfōn (11. Jh.), mhd. phīfen, mnd. mnl. pīpen, aengl. pīpian, engl. to pipe, nl. pijpen ‘mit dem Mund bzw. mit einem Instrument (Flöte, Geige, Trompete, Dudelsack) hohe Töne erzeugen’ sind Entlehnungen aus lautmalendem lat. pīpāre (s. ↗piepen). Unter dem Einfluß von Pfeife gilt das Verb im Germ. vornehmlich für das Spielen eines Instruments; entlehntes mnd. mnl. pīpen fällt in den Präsensformen mit altem lautmalendem pīpen (s. ↗piepen) zusammen. Im Mhd. Mnd. Mnl. nimmt das aus dem Lat. stammende Verb (bis auf Ausnahmen) starke Flexion an (analog mhd. grīfen, slīfen, nhd. greifen, schleifen), so daß sich in der Regel gegenüberstehen entlehntes (nunmehr starkes) mnd. mnl. pīpen, nl. pijpen ‘ein Instrument spielen’ und altes, lautmalendes (schwaches) mnd. mnl. pīpen, nl. piepen ‘piep(s)en’ (entsprechend dem hd. pfeifen gegenüber piepen). Pfiff m. ‘schriller Ton des Pfeifens’, ablautende Rückbildung (Anfang 16. Jh.) zu pfeifen; die Bedeutung ‘Kniff, Trick’ (Ende 18. Jh.) ist entweder gaunersprachlicher Herkunft nach dem Ablenkungspfiff der Betrüger, Taschenspieler, dem Verständigungspfiff der Kartenspieler oder entsteht nach dem Lockpfiff der Jäger, Vogelsteller. Dazu pfiffig Adj. ‘schlau, gewitzigt’ (18. Jh.). Pfiffikus m. ‘Schlaukopf, anstelliger Mensch’, studentensprachliche Bildung zu pfiffig mit latinisierender Endung (um 1700).

Thesaurus

Synonymgruppe
blitzgescheit · ↗findig · ↗geistreich · mit Witz · ↗originell · pfiffig · ↗witzig  ●  ↗vigilant  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
clever · ↗intelligent (Sache) · pfiffig (Sache) · ↗schlau (Sache) · ↗smart  ●  (bei einer Sache) hat sich jemand etwas gedacht  ugs. · (bei einer Sache) hat sich jemand etwas überlegt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufgeweckt · ↗clever · ↗einfallsreich · ↗erfinderisch · ↗findig · ↗gescheit · ↗geschickt · ↗gewitzt · ↗raffiniert · ↗schlau  ●  ↗gefitzt  schweiz. · ↗plietsch  landschaftlich, norddeutsch · Köpfchen haben  ugs. · ↗alert  geh., veraltend · auf Draht (sein)  ugs. · auf Zack (sein)  ugs. · ↗ausgebufft  ugs. · ↗ausgeschlafen  ugs., fig. · ↗gewieft  ugs. · ↗helle  ugs. · ↗jenisch  ugs., Gaunersprache · ↗originell  geh. · pfiffig  ugs.
Assoziationen
  • blitzgescheit · ↗gescheit · ↗gewieft · ↗intelligent · ↗klug · mit scharfem Verstand · ↗scharfsinnig · ↗schlau · ↗verständig  ●  ↗aufgeweckt  ugs.
  • geistig anspruchsvoll · ↗hochgeistig · ↗intellektuell · verstandesbetont · von hohem geistigem Niveau · von hohem geistigen Anspruch · von höchstem geistigen Niveau  ●  schwere Kost  fig. · intellektuell brillant  geh. · von intellektueller Brillanz  geh.
  • abgebrüht · ↗abgefeimt · ↗ausgekocht · ↗gerissen (oft abwertend) · ↗gewieft · ↗raffiniert · ↗schlau  ●  (es) faustdick hinter den Ohren haben  fig. · ↗durchtrieben  negativ · mit allen Wassern gewaschen  fig. · ↗verschlagen  negativ · (auch) kein Waisenknabe (sein)  ugs., fig. · (dem) machst du nichts vor  ugs., variabel · abgezockt  ugs. · ↗ausgebufft (auch abwertend)  ugs.
  • (sich) zu helfen wissen · nicht dumm sein  ●  Grips haben  ugs. · Köpfchen haben  ugs. · helle sein  ugs. · nicht auf den Kopf gefallen sein  ugs.
  • (einen) wachen Verstand haben · fix im Kopf (sein) · schnell im Kopf (sein)  ●  (schwer) auf Draht (sein)  ugs. · auf Scheibe (sein)  ugs., selten · auf Zack (sein)  ugs., Hauptform · ↗ausgeschlafen (sein)  ugs., fig. · schnell schalten  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bastler Bengel Bursch Design Detail Detaillösung Detektiv Dialoge Einfall Existenzgründer Extra Geschäftsfrau Geschäftsidee Haarschnitt Idee Kerl Kleinwagen Marketing-Idee Optik Produktidee Programmierer Spielidee Tüftler Werbegag Werbeidee Werbeslogan Werbespruch einfallsreich frech gestylt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pfiffig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Pfiffige Programme wollen dabei helfen, den Trends auf die Spur zu kommen, und am Ende winkt das große Geld.
C't, 2001, Nr. 5
Zwar sind sie auch pfiffig genug, um zu wissen, dass das nicht unbedingt klappen muss.
Der Tagesspiegel, 29.03.2000
Sie kann einem so pfiffig anschauen, das schelmische Gesicht hat sie genau wie der Papa zuweilen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 21.04.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Der Minister las schmunzelnd die pfiffig derbe, augenzwinkernd mit Gott feilschende Reimerei.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 64
Der böhmische Josef begann ihn nach seiner Art, ernsthaft und pfiffig zugleich, zu schildern.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 241
Zitationshilfe
„pfiffig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/pfiffig>, abgerufen am 14.10.2019.

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