pfänden

GrammatikVerb · pfändete, hat gepfändet
Aussprache
Worttrennungpfän-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›pfänden‹ als Erstglied: ↗pfändbar  ·  mit ›pfänden‹ als Letztglied: ↗auspfänden
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. beschlagnahmen zur Sicherung und Deckung einer Forderung
Beispiele:
das Haus, die Möbel, das Vieh pfänden
ein Teil des Einkommens wurde gepfändet
der Gerichtsvollzieher hat die Fernsehtruhe gepfändet
jmdn. pfänden (lassen) (= bei jmdm. etw. beschlagnahmen lassen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfand · Unterpfand · pfänden · verpfänden · Pfändung
Pfand n. ‘Gegenstand als Bürgschaft, Sicherheitsleistung für eine Forderung’, ahd. (8. Jh.), mhd. phant, asächs. afries. nl. pand, mnd. mnl. pant; Herkunft ungeklärt. Eine angenommene Entlehnung des nur im Kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (anord. pantr aus dem Mnd.) aus afrz. pan ‘Stück Tuch’ (aus lat. pannus ‘Stück Tuch, Lappen’), auch (nordafrz.) ‘an einen Gläubiger zur Sicherheit übergebener Vorrat an Tuch’, daher ‘Sicherheit, Bürgschaft’ (woraus engl. pawn), ist insofern wenig wahrscheinlich, als die letztgenannte Bedeutung im Frz. erst im 13. Jh. auftritt und der auslautende Dental im Germ. unerklärt bleibt (nordmfrz. pand, pant dürfte vielmehr auf mnl. Einfluß zurückzuführen sein). Wenig befriedigend ist auch die Herleitung von lat. pactum ‘Vertrag, Vergleich, Abrede’ (s. ↗Pakt), da dabei eine nicht nachzuweisende vlat. Entwicklung über *panctum zu *pantum vorausgesetzt werden müßte. Schließlich wird noch Herleitung (wie bei ↗Pfennig, s. d.) aus lat. pondus ‘Gewicht’ erwogen unter Annahme einer Bedeutungsentwicklung zu ‘Münzsicherheit’ (beim Nachwiegen von Geldstücken unterschiedlichen Feingehalts), vgl. Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 311; die Entlehnung müßte dann sehr früh, im Unterschied zu ↗Pfund (s. d.) schon vor dem Wandel von ie. o zu germ. a erfolgt sein und würde nur die auf dem Festland mit den Römern in Beziehung stehenden germanischen Stämme betroffen haben. Unterpfand n. ‘Gegenstand, Geldsumme als Sicherheit’, übertragen ‘Zeichen, Beweis’, zuvor (rechtssprachlich) ‘Gegenpfand, Sicherheit, die der Pfandempfänger dem Verpfänder hinterläßt’, spätmhd. underphant. pfänden Vb. ‘ein Pfand für eine geldliche Forderung einziehen’, mhd. phanten, phenden ‘jmdm. ein Pfand abnehmen’, ahd. phantōn ‘zum Pfande geben’ (9. Jh.). verpfänden Vb. mhd. verphenden. Pfändung f. mhd. phandunge, phendunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
einziehen · in Pfand nehmen · pfänden  ●  ↗exekutieren  österr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitseinkommen Arbeitslosengeld Bankkonto Einkünfte Finanzamt Finanzbehörde Finanzverwaltung Fiskus Gage Gehalt Gerichtsvollzieher Gläubiger Grabstein Gruft Honorar Konto Lohn Möbel Schuldner Steuerbehörde Steuerschuld Tageseinnahme Vermögen Vermögenswert beschlagnahmen eintreiben notfalls verpfänden versteigern wegpfänden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pfänden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach ihren Berechnungen gab es in diesem Fall nichts zu pfänden.
Süddeutsche Zeitung, 01.04.1998
Unter einem Einkommen von 990 Euro kann nichts gepfändet werden.
Die Zeit, 26.05.2006, Nr. 21
Sie wurde gepfändet, wiewohl sie sich in ihrem Haus verbarrikadiert hatte.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 23251
Der Mann ist in der Schweiz gescheitert, fast gepfändet u. in Haft - sucht nun, recht gebrochen, hier Position.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1932. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1932], S. 288
Bei einem Abgeordneten, der seine Steuern oder Schulden nicht bezahlt hat, kann aber gepfändet werden.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 625
Zitationshilfe
„pfänden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/pfänden>, abgerufen am 20.10.2019.

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