pergamenten

GrammatikAdjektiv
Worttrennungper-ga-men-ten (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

aus Pergament
Beispiel:
ein pergamentener Einband
bildlich eingetrocknet, ledern
Beispiele:
eine pergamentene Haut
die weißen Locken wehten um seinen pergamentenen Schädel [Kellerm.Totentanz167]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pergament · pergamenten · Pergamentpapier
Pergament n. ‘zum Beschreiben hergerichtete Tierhaut, Schriftstück, alte Handschrift auf dieser Haut’. Die Bezeichnung ist vom Namen der antiken kleinasiatischen Stadt Pergamon abgeleitet, in der die Verarbeitung von Tierhäuten zu Schreibmaterial entwickelt worden sein soll; jedenfalls dient die um 180 v. u. Z. erfundene Pergamentherstellung (nach einem Exportverbot für ägyptischen Papyrus) dem Aufbau der pergamenischen Bibliothek. Dafür spätlat. pergamēna, pergamīna, pergamēnum, woraus ahd. pergamin (9. Jh.) und (vielleicht als Neuentlehnung) frühnhd. pergamen, pergemen, pergumene sowie Pergamen (Luther, Lessing, Goethe). Die heutige Form geht auf mlat. pergamentum zurück, das ahd. periment (10. Jh.), mhd. perment, permint(e), permīt, pergmīt, mnd. perment, permet, permint, parment und (mit erneuter Anlehnung an das Mlat.) spätmhd. pergamint, pergemente ergibt. pergamenten Adj. ‘aus Pergament, wie aus Pergament, eingetrocknet, ledern’ (19. Jh.), pergamen (Lessing), permenten (16. Jh.), pirmet, permetein, birmentin (15. Jh.), mhd. per(ga)mentīn. Pergamentpapier n. ‘durchscheinendes, fettundurchlässiges Papier (zum Einwickeln von Lebensmitteln)’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Haut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pergamenten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nackt und bloß liegt er da, die bräunliche, pergamentene Haut spannt sich eng um die Knochen.
Die Zeit, 08.11.1991, Nr. 46
Aber sie unternimmt dies, ohne uns zu drängen, ohne Zeigefinger, ohne pergamentene Gelehrsamkeit.
Der Tagesspiegel, 12.02.1999
Eine gespenstige Blässe schien die pergamentene Haut ihres Gesichts zu erhellen.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 169
Bisweilen gewahrte er hinter einem versperrten Fenster einen eisgrauen Scheitel über einem pergamentenen Gesicht.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 133
Wenn sie einen Augenblick in das unstete Licht der Laternen traten, sah man die glatten pergamentenen Antlitze der Jüngeren, die runzligen Schildkrötengesichter der Alten.
Heyking, Elisabeth von: Tschun. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 8520
Zitationshilfe
„pergamenten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/pergamenten>, abgerufen am 17.10.2019.

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